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Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Medienmacht und Medienvertrauen

Der Mensch ist eine Welt im Kleinen. (Demokrit)
»Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer soziale Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht.« (Max Weber)
»Herrschaft soll heißen die Chance, für einen Befehl bestimmten Inhalts bei angebbaren Personen Gehorsam zu finden«. (Max Weber)

Auf den Nachdenkseiten vom 10. März 2016 wird Dr. Uwe Krüger, der Autor des Buches „Meinungsmacht – Einfluss der Eliten“ , interviewt zu seinem neuesten Buch: „Mainstream:Warum wir den Medien nicht mehr trauen“.

Medienvertrauen - Buch von Uwe Krüger

Medienvertrauen – Buch von Uwe Krüger

Welches Verständnis von Macht – und Herrschaftsverhältnis bisher unserer Gesellschaft zugrunde liegt, lässt sich in nachstehenden Zeilen nachlesen.

Die Vorstellung, dass ein Macht- oder Herrschaftsverhältnis auf einer aktiven und einer passiven Seite beruht, wird nach Max Weber  hinfällig. Besonders deutlich wird dies an den von Weber entworfenen drei Typen legitimer Herrschaft. Sie unterscheiden sich hinsichtlich der Motive, aus denen Menschen freiwillig Gehorsam leisten und die Legitimität einer Herrschaft anerkennen.

Legitimität wird nicht mehr als moralisches oder juristisches Prädikat, sondern als empirische Feststellung eines Legitimitätsglauben bei den Beherrschten verstanden. Traditionale Herrschaft beruht demnach auf »dem Alltagsglauben an die Heiligkeit von jeher geltender Traditionen und die Legitimität der durch sie zur Autorität Berufenen«.  [Quelle: Enzyklopädie Philosophie Pag., S. Ep2010:1483.]

Eine Vorstellung und Begriffsdefinition von Gewalt und Herrschaft, die von den konservativen Kräften der Politik und Gesellschaft immer wieder argumentativ eingebracht wird, jedoch kaum mehr die Realität berücksichtigen. Pegida und AfD machen es notwendig, die Thesen von Max Weber zu hinterfragen.

Wie schwierig eine selbstverständliche – aber nicht vorhandene – Art und Weise des gesellschaftlichen Diskurses, nämlich „als ein Ringen von Interessen gegen Interessen“ (siehe Uwe Krüger) umzusetzen ist, zeigen genügend Beispiele zu den aktuellen Themen der Weltpolitik. Denn wenn dagegen einerseits die Lobbyarbeit der Vermögenden und der Wirtschaft im Umfeld der Politik auf allen Ebenen aufgrund ihrer Finanzkraft immer effektiver wird, dann steht auf der anderen Seite eine unheilige Allianz von Anteilen der Gesellschaft in Armut (Langzeitarbeitslosigkeit, Hartz-IV-Empfänger, Altersarmut), die für sich keine Plattform finden ( siehe  Dunya Haylalis Reportage zu Pegida) und deshalb den Hetzern von Pegida und AfD in die Arme getrieben werden. Die Besitzverhältnisse der Presse und deren Konzentration bei wenigen Familien schafft auch Bedingungen von Macht, das eigene Weltbild nur noch durchzusetzen und nicht mehr in den Diskurs zu treten.

Einen neuen Verständnisansatz lassen die beiden Bücher von Uwe Krüger entstehen.

Zu Uwe Krüger und seiner Dissertation „Medienmacht“    sowie zu den Themen Medienmacht sind in diesem Blog weitere Infos vorhanden.

Thema Medienmacht

zum Thema Geldmacht

 

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