Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Macht – oder die Kunst des Scheiterns akzeptieren

Die Kunst des Scheiterns basiert auch auf dem Wissen darüber, was in der größten Krise zählt: Die Erinnerung an die Liebe und Menschlichkeit, die man erfahren und weitergegeben hat. (jwb)

 

Die Kunst des Scheiterns beruht darauf, bei der Überwindung des Scheiterns auch die Fähigkeit zu entwickeln, zu akzeptieren, das Ungewisse nicht ändern zu können und die Fähigkeit zu entwickeln, das Unfassbare als Teil des Lebens zuzulassen.

Das Neue kommt und ist anders als erwartet. Ambiguität und Ambivalenz sind Bestandteile der menschlichen Lebensentwürfe. Das Ringen um Klarheit ebenfalls. Menschlichkeit, Würde und Liebe sowie Empathie sind Leitfäden und Handlungsrahmen für das Ringen um Klarheit und Erkenntnis. Gewalt, Hass, Ausgrenzung (Faschismus, Rassismus, völkisches Gebrabbel) sind Ausdruck von Unmenschlichkeit,  Empathieunfähigkeit und Unverstand.

Solidarität als Fremdheit

Solidarität als Fremdheit

Macht ist der Versuch, das Scheitern zu verhindern, Kontrolle als Leitfaden des Lebens zu installieren und die Mittel zu heiligen. Ein exemplarisches Beispiel dafür finden wir bei Erdogan. Macht umfasst das Handeln, welches Max Weber definierte:

„Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht“.

Macht ist mit Funktionen und Institutionen verbunden und realisiert sich für das Subjekt in der Besetzung und Inhaltsgebung derselben. Resultat der Machtanwendung ist die Beschränkung von Freiheit, der eigenen wie die der Anderen. Um die Beschränkung/Einschränkung oder den  Wegfall der Freiheit zu begründen, werden Normen, Regeln, Rituale oder Codes genutzt und gleichzeitig verschleiert.

Der Machtausübende ängstigt sich vor der Ungewissheit. Energien werden gebunden zur Sicherung der Macht. Der Schritt zur Sicherung der Macht mittels Gewalt und Unterdrückung ist in einem Staatsgefüge nicht weit. Transparenz zu verhindern (CETA, TTIP, TiSA oder Lobbyismus) wird zur beherrschenden Begleitform. Überwachung wird großgeschrieben. Kommunikation wird manipuliert oder verhindert. Netzwerke dienen nur noch zur Stärkung der eigenen Interessen und zur Unterdrückung der anderen Interessen.

Diktaturen sind seit jeher Beispiele für diese Form der Machtsicherung. Autokratien ebenfalls. Sie unterscheiden sich lediglich in der Qualität und Form der Gewalt. Machtausübung – egal ob in Unternehmen, in Staaten oder sonstigen denkbaren strukturellen Institutionen – ist immer der Versuch der Konzentration auf ein Zentrum. Machtzentrierung ist das Ziel, entweder in einer Person oder in einen Zirkel. Besetzung des Machtzentrums ist somit Ausdruck des Machtinhabers, egal ob es in Form einer Landnahme, einer Fusion oder Übernahme geschieht. Reduziert sich Macht auf Gewalt, dann schwindet jede Form von Nächstenliebe (christliches Moment) oder Gastfreundschaft (muslimisches Moment), die in jeder Ausprägung nach Nietzsche: „das Feindliche im Fremden verhindert“.

Wer Feindbilder generiert (AfD, Pegida, Rassisten ua.), verhindert Vertrauen und Anstand, verhindert und beschränkt ebenso  Ressourcen zur Problemlösung.  Nur die Stärkung des Selbstvertrauens ermöglicht Wandel und Entwicklung. Veränderungen hin zur Machtteilung statt Machtzentrierung, Stärkung des Selbstvertrauens, Vertrauensentwicklung, Anstand und Empathie ermöglichen ein gewaltfreieres Zusammenleben in Freiheit. Befragungen, Controlling der Beziehungsstrukturen und Rankings, Bonibeteiligungen und Anreizsysteme sind Ursachen für Würdeverlust.

Bildung ist der Weg zur Veränderung; Propaganda und Wissenskontrolle sind der Feind der Bildung.

Unternehmensführung ohne Ethik und Moral ist der Versuch zur Fremd- und Selbsttäuschung. Das Merkmal des Erfolgs als einzige Handlungsberechtigung der Unternehmensführung ist ein exemplarisches Beispiel für fehlende Wahrhaftigkeit, weil jegliche Ethik und Moral dem Erfolg unterworfen wird und zum Mittel verkommt.

Die Beurteilung dieses Modells kann nur die Antwort erhalten mit Adornos: „es gibt kein richtiges Leben im falschen!“

Macht 1

Macht 2

Netzwerke der Macht: Lobbyismus 1

Lobbyismus – Thomas Leif 2

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