Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Wenns Hirn Pausen verlangt…

„Der Teufel ist ein Optimist, wenn er glaubt, daß er die Menschen schlechter machen kann.“ (Karl Kraus)

Das schafft der Mensch schon ganz alleine, ist man geneigt zu ergänzen.

Die Befeuerung der Hirne aus allen medialen Rohren, dafür ist nicht nur der US-Wahlkampf ein exemplarisches Beispiel. Die menschenbezogene Aufnahmefähigkeit ist längst an ihre menschlichen Grenzen gekommen. Erst recht das daraus folgende Verstehen. Gefolgt wird selten noch aufgrund der Erkenntnisfähigkeit, denn der Follower ist ja letztlich nur ein Knöpfchendrücker, sozusagen ein Mitglied der Drückerkolonne.

Denn im Schlechten, Abartigen, Beschämenden, Widerlichen hat der Mensch schon längst seinen Meister gemacht. Und die Meisterschulen sind verkleidet als Wahlkampfmannschaft, oder treten auf als Spindoktoren, als Prediger, Verführer und Brandstifter sowie Strippenzieher im Hintergrund. Zu befürchten steht, dass der Bundestagswahlkampf von der Armseligkeit für Deutschland (AfD) in ähnlicher Weise geführt wird. (+)

(+) Hierzu update vom 21.11.2016:

Uni Bielefeld mit der Untersuchung zur Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit und ihren Kategorien

Und so hatte Heine seine Teufelei im Sinn. Und als hätte er die Medienbeiträge zur US-Wahl verfolgt, schrieb er:

Der Teufel sei weder hässlich, noch lahm, denn als er kam, sei er gewesen ein charmanter Mann, und er kam bei seinem Publikum an. :

“Ein Mann in seinen besten Jahren,
Verbindlich und höflich und welterfahren.
Er ist ein gescheiter Diplomat,
Und spricht recht schön über Kirch und Staat.

Blaß ist er etwas, doch ist es kein Wunder,
Sanskrit und Hegel studiert er jetzunder.
Sein Lieblingspoet ist noch immer Fouqué.
Doch will er nicht mehr mit Kritik sich befassen,
Die hat er jetzt gänzlich überlassen
Der teuren Großmutter Hekate.

Er lobte mein juristisches Streben,
Hat früher sich auch damit abgegeben.

Er sagte, meine Freundschaft sei
Ihm nicht zu teuer, und nickte dabei,
Und frug: ob wir uns früher nicht
Schon einmal gesehn beim spanschen Gesandten?
Und als ich recht besah sein Gesicht,
Fand ich in ihm einen alten Bekannten.”

(Heinrich Heine, Buch der Lieder; XXXV)

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