Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Was wir nicht brauchen als Ergebnis der nächsten Wahl

 

“Politik ist die Kunst, die Leute daran zu hindern, sich um das zu kümmern, was sie angeht.” – Paul Valéry

“Was moralisch falsch ist, kann nicht politisch richtig sein.” – William Ewart Gladstone

“Wahrhaftigkeit und Politik wohnen selten unter einem Dach.” – Stefan Zweig

Was wir nicht brauchen in unserem Land sind Brandstifter jeglicher Couleur, die mit ihren Aussagen an Ausgrenzung, Vorurteile, Nationalismus, Rassismus und Egoismus appellieren und Menschen ermutigen, diese Unwerte umzusetzen. Was wir nicht brauchen sind politische Brandstifter, die mit ihrer Sprache heimliche und offenen Signale senden und zur Gewalt gegen andere Menschen aufrufen, jedoch tatsächlich nur ihre eigenen Vorteile im Blick haben.

Was wir nicht brauchen sind Brandstifter, die ihr verkommenes Weltbild des Recht des Stärkeren manipulativ einsetzen, um Menschen wieder in die Irre zu führen. Was wir nicht brauchen sind Brandstifter, die versprechen, sie würden ihre Armut im Materiellen wie im Geiste verringern können. Was wir nicht brauchen sind die politischen und wirtschaftlichen Brandstifter, die von der Ausbreitung ihres rückständigen und rückwärtsgewandten Weltbildes sich die Mitentscheidung im parlamentarischen Alltag versprechen, um dann im Falle einer „Machtergreifung“ zukünftig genau diese demokratischen Strukturen zu zerstören und ihre so gewonnenen Macht zu sichern. Die negativen Vorbilder sind sowohl in unserer Geschichte von vor rund 85 Jahren als auch in der jüngsten Vergangenheit in Europa und der Türkei zu finden.

Was wir nicht brauchen sind die politischen Büttel einer gesellschaftlichen Klientel, deren unfassbare Vermögen zur Sicherung des gesellschaftlichen Friedens nicht steuerlich angemessen herangezogen werden. Was wir nicht brauchen sind die politischen Vertreter in Parlament und Regierung,  die eine kleine vermögende Klientel schützt und deren Einfluss ständig geltend macht, ohne Rücksicht auf die Gefährdung unserer Gesellschaft, die durch die weiter auseinandergehende Schere zwischen Arm und Reich droht instabil zu werden. Was wir nicht brauchen sind die politischen Taktierer, die in ihrer Haltung und Orientierung an der kleinen vermögenden Klientel, welche nur rund 10 % der Bevölkerung ausmacht, aber rund 70 % des gesamten Vermögens innehat, sich Vorteile versprechen und die restlichen 90 % der Bevölkerung vernachlässigen.

Was wir nicht brauchen sind die politischen Vertreter, deren neoliberale Haltung mitverantwortlich ist dafür, dass die Brandstifter mit ihren Aktionen gegen die Demokratie an Einfluss gewinnen und diese gefährden können. Was wir nicht brauchen sind die politischen Nutznießer, die mit ihren Abstimmungen eine Haltung zementieren, die die Fähigkeit zur Solidarität und zur Empathie pulverisiert und den tariflichen wie den gesellschaftlichen Frieden aufs Spiel setzen. Was wir nicht brauchen sind die politischen Profiteure die keine Gedanken daran vergeuden wollen, wie das Solidarsystem der Renten mittels Vermögenssteuern, Transaktionssteuern beim Aktienhandel, Besteuerung der Gewinne dort wo sie entstehen und durch die Rücknahme gesetzlicher Regelungen wie den Zeitarbeitsverträgen, den Minijobs und dem Mietwucher in eine gerechtere Gesellschaft überführt und gesichert werden kann.

Was wir nicht brauchen sind Abgeordnete, die sich nicht dem Souverän verantworten wollen, sondern nur ihre eigenen Nebeneinkünfte vergrößern wollen. Der Wählende sollte alle diese Fragen sich stellen, wer denn derjenige ist,  welche Haltung er vertritt und welche Ziele er hat, dem ich meine Stimme geben will.

Was Philosophen, Literaten und Kritiker zu Politik, Gesellschaft und ihre Entwicklung bemerkten:

“Armut beschämt nicht die betroffenen Menschen, Armut beschämt denjenigen, der sie mithervorbringt” 

“Der Glaube, daß das Wirkliche [das was gerade ist] vernünftig ist und das System die Güter liefert – reflektiert den neuen Konformismus, der eine Facette der in gesellschaftliches Verhalten übersetzten technologischen Rationalität ist.” – Herbert Marcuse, Der eindimensionale Mensch

“Der Geist der Wahrheit und der Geist der Freiheit – dies sind die Stützen der Gesellschaft.” – Henrik Ibsen, Stützen der Gesellschaft, 1877

“Es ist eine andere Welt, in der man zwischen »Freiheit« und »Freizeit« nicht unterscheiden kann, »Gesellschaft« sagt und »Zielgruppe« meint, von einem »Konzept« spricht und nicht einmal eine »Idee« besitzt, von einer »Idee« spricht und nicht einmal einen Einfall hat.” – Roger Willemsen, Deutschlandreise

“So bereitet der Souverän, nachdem er jeden einzelnen der Reihe nach in seine gewaltigen Hände genommen und nach Belieben umgestaltet hat, seine Arme über die Gesellschaft als Ganzes; er bedeckt ihre Oberfläche mit einem Netz kleiner, verwickelter, enger und einheitlicher Regeln, das nicht einmal die originellsten Geister und stärksten Seelen zu durchdringen vermögen, wollen sie die Menge hinter sich lassen; er bricht den Willen nicht, sondern er schwächt, beugt und leitet ihn; er zwingt selten zum Handeln, er steht vielmehr ständig dem Handeln im Wege; er zerstört nicht, er hindert die Entstehung; er tyrannisiert nicht, er belästigt, bedrängt, entkräftet, schwächt, verdummt und bringt jede Nation schliesslich dahin, dass sie nur noch eine Herde furchtsamer und geschäftiger Tiere ist, deren Hirte die Regierung.” – Alexis de Tocqueville, Über die Demokratie in Amerika

“Alle große politische Aktion besteht im Aussprechen dessen, was ist, und beginnt damit. Alle politische Kleingeisterei besteht in dem Verschweigen und bemänteln dessen, was ist.” – Ferdinand Lassalle, Das System der erworbenen Rechte

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