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Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Was kann er hoffen? Sinnbild und Analogie zum menschlichen Leben?

Nach Immanuel Kant lässt sich das Denken, das Handeln, der vereinbarte Rahmen für ein sinnvolles, gelingendes Leben durch die Beantwortung der Grundfragen umreißen.

  • Was kann ich wissen?
  • Was soll ich tun?
  • Was darf ich hoffen?
  • Was ist der Mensch?

Über die Grenzen dessen, was die Fragen umfassen, hat Kant in seinen Werken philosophiert und  gearbeitet. 

Beim ersten Fragenumfang „Was kann ich wissen?“ bezieht sich Kant – auch er ist dem Zeitgeist verpflichtet und gleichzeitig darin begrenzt – auf die Metaphysik; das ist die Bezeichnung und Erfassung dessen, was der Mensch „Welt“, „Sein“ (Ontologie), „Weltbild“ nennt. Der Erkenntnis darüber nähert sich der Mensch durch Einzelwissenschaften wie Physik, Chemie, Biologie, Mathematik, Psychologie, Neurologie mittels methodischer Analysen.

Die Berücksichtigung der einzelnen Facherkenntnisse in Form der Synthese ergebnistechnisch nutzen zu können, das versucht die Erkenntnistheorie und Wissenschaftstheorie zu formulieren. Karl Popper versuchte mit seinem Falsifikationsansatz eine Vereinbarung zu platzieren, dass eine wissenschaftliche Erkenntnis und ein Tatsachenanspruch (das ist wahr, das ist zutreffend) solange gültig sein soll, bis eine erweiterte und durch neue Methoden gewonnene Erkenntnis die bisherige ablösen wird.

Erkenntnis muss falsifizierbar sein, das bedeutet, dass der Weg zur neuen Erkenntnis transparent und nachvollziehbar dargestellt werden muss. Überprüfungen, ob durch experimentelles Nachstellen des Weges die gleichen Ergebnisse erzielt werden können, entscheiden zumindest zeitlich begrenzt darüber, ob die gewonnen Erkenntnisse wahr und sinnvoll sind!  Voraussetzung dafür sind vor allem die Anwendung der Naturgesetze und die Erkenntnisse der Naturwissenschaften.

Zum Verständnis, was Kant mit „Kritik“ (Kritik der reinen Vernunft) meint, ist so zu verstehen, dass die angewandten Methoden und die daraus abgeleiteten Sachverhalte und Tatsachen kritisch hinterfragt werden. Sind die Methoden und die daraus abgeleiteten Erkenntnisse begründet nachvollziehbar, so dass sie als wahr und zutreffend beurteilt werden kann?

Die Behauptung Höckes, er habe die Aufforderung zu verbotenen Nazi-Gesten nicht gemacht, lässt sich Video lastig widerlegen. Ebenso sind Aussagen hinsichtlich der Verharmlosung der Gräueltaten der Nazi-Terrorherrschaft, das sei nur ein „Vogelschiss in der Geschichte“ (A. Gauland), nutzbar und beweisen, dass die AfD bis in die Führungsspitzen rechtsextremistische Nazi-Weltsicht propagandistisch verbreitet. Verurteilungen hinsichtlich dieser benannten Taten belegen zudem, dass Wiederholungen dieser verfälschenden Beschreibung einer bösartigen Zeitgeschichte absichtsvoll und strafverstärkend zu werten sind. AfD-Wähler, die mit ihrer AfD-Wahl bezeugen, dass sie diese strafbewehrte anti-demokratische Gesinnung selber praktizieren, belügen sich und die Öffentlichkeit hinsichtlich ihrer Selbstdarstellung, keine Nazis zu sein.

Kants Frage „Was soll ich tun?“, (Kritik der praktischen Vernunft) betrifft das, was auch der AfD-Wähler weiß und wissen kann. Wenn dieses Wissen ihn dennoch nicht vom  unangemessenen Verhalten und von menschenfeindlichen Taten abhält, in dem er die anti-demokratische, rechtsextremistische und menschenfeindliche Partei wählt, dann ist diese Praxis verwerflich. Die Verantwortung dafür ist nach dem Motto, „mitgemacht ist mitverantwortlich“, zu übernehmen und zu tragen (eventuell auch durch strafrechtliche Beurteilung). Eine Gesinnung und Handlung, die moralisch verwerflich ist, kann und darf den so agierenden Menschen als „Feind der offenen und freien Gesellschaft“ (Popper) werten.  

Im „Kategorischen Imperativ“ geht es um eine allgemeine (für alle geltende) moralische Norm, die im Rang einer Gesetzgebung gewertet werden soll, sowie Widerspruchs frei (Widerspruchsfreiheit) sein muss, sprich, keine Lüge und keine Falschaussage sein darf.

Mit Kants dritter Frage „Was darf ich hoffen?“ (Kritik der Urteilskraft) wird die Notwendigkeit angesprochen, Vorgaben zu beachten, die das gesamte Denken und Handeln durch pflichtmäßige Einhaltung der Normen beschreiben.  „Wenn ich immer so handele, wie ich soll, nämlich moralisch, darf ich dann hoffen, ein gelingendes Leben führen zu können?“ (Freiheit ist nur insoweit Freiheit, in dem der Mensch die Freiheit des/der anderen Menschen mitdenken und handelnd berücksichtigen muss!)

Beispiel: Die Freude, an Musikfestivals und Events teilnehmen zu können, ist eine im Rahmen der Demokratie gültige Freiheit. Dabei entstehen – aus welcher Motivation auch immer –  oft Lärmgrößenordnungen (Lautstärken durch Anlagen, die ganze Stadtteile beschallen und mit ihren Beatrhythmen und den tiefen Bässen  hunderte Meter weit zu hören sind), die zur gesundheitlichen Belastung anderer, nicht direkt teilnehmender Mitmenschen werden. Diese Freiheit zur Rücksichtlosigkeit ( es macht aber Bock, die Lautstärke so aufzudrehen, dass sie als Vibrationen im Körper zu spüren ist…) ist keine akzeptable Form von Freiheit mehr! Die Freiheit, diese Festivals so zu gestalten wie beschrieben, kann dann nur erfolgen, wenn sie nur an Orten stattfinden, die weit abseits der Wohngebiete liegen, so dass keine anderen Menschen mehr beeinträchtigt werden. Freiheit, die zu Lasten anderer rücksichtslos bis gewaltmäßig umgesetzt wird, ist keine Freiheit, sondern Terror.

So kann auch nicht von Freiheit gesprochen werden, wenn Menschen Zuflucht suchen in Unterkünften, die sie als Asylanten zugewiesen bekommen, dann aber durch rechtsextreme Brandleger mit Gewalt bedroht werden. Es ist kein Akt der Freiheit, wenn diese Unterkünfte durch Brandlegung vernichtet werden. Die Anstiftung von Menschen zu rücksichtslosen und gewalttätigen Taten, um andere Menschen durch körperliche Gewalt zu schädigen oder zu vertreiben, ist keine Form von Freiheit, sondern sind im Rechtsstaat Straftaten.

Weder die Hautfarbe, noch die Staatsangehörigkeit, noch die Lebensweise sind Argumente dafür, sich die „Freiheit zu nehmen“, gegen andere gewalttätig zu werden, wenn diese aus rechtsstaatlicher Sicht nicht straffällig geworden sind. Im Falle einer Straftätigkeit seitens der Migranten regeln im Rechtsstaat die Ordnungskräfte und die Gerichtsbarkeit diese Vorgänge, keineswegs ist Selbstjustiz berechtigt. 

Angesichts der Größenordnung (Sperrminorität der AfD in den Landtagen Brandenburgs und Thüringens) der Zustimmung zu einer anti-demokratischen Partei scheint es notwendig zu sein, mögliche Einflussgrößen wie die der unaufgearbeiteten Bereitschaft zur Gewaltbereitschaft (Gewalt in den Jugend- und Erwachsenengefängnissen in der DDR) zu hinterfragen, die als negatives, kollektiv erlebtes Stasi-System im Anschluss an das strukturell gleiche NS-System bis heute so wirken, so dass dieses Verhalten, Widerstände zu brechen, bereitwillig übernommen wird für das AfD-Ziel der Zerstörung der Demokratie.  

Mit Timothy Snyder möchte man den AfD-Wählern zurufen: «Leistet keinen vorauseilenden Gehorsam.» aufgrund ungeprüfter Aussagen der AfD. 

Zitat: Ergründe Dinge selbst. Verbringe mehr Zeit mit dem Lesen von Artikeln. Unterstütze den investigativen Journalismus, indem du Printmedien liest (online und oft kostenlos), auch und gerade von den Medien, von denen euch die AfD gesagt hat, es sei die „Lügenpresse“. Denk dran, dass einige der Dinge, die sich im Internet finden, dir schaden wollen. Erkundige dich nach Webseiten, die Propagandakampagnen kritisch unter die Lupe nehmen (von denen einige im Ausland sitzen). Übernimm Verantwortung für das, was du mit anderen kommunizierst. Zitatende (Quelle: T. Schnyder -„Über Tyrannei“)

Zitat 2 «Da das ‹Leben in Lüge› die Grundstütze des Unterdrückungs-Systems ist», schrieb Havel, «ist es kein Wunder, dass das ‹Leben in Wahrheit› eine Grundbedrohung für das System bedeutet.» Im Zeitalter des Internets sind wir alle Publizisten, und jeder von uns trägt eine private Verantwortung für das Wahrheitsempfinden der Öffentlichkeit. Wenn wir ernsthaft nach den Fakten suchen, kann jeder die Funktionsweise des Internets im Kleinen revolutionieren. 

Wenn du für dich selbst Informationen verifizierst (überprüfst!), wirst du keine Fake News an andere verschicken. Wenn du beschließt, im Netz Berichterstattern zu folgen, denen du mit gutem Grund vertraust, kannst du das, was sie in Erfahrung gebracht haben, an andere weiterleiten.

Wenn du nur Dinge von Menschen twitterst, die sich auf Journalisten berufen, die wirklich sauber gearbeitet haben, dann sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass du dir dein Hirn mit Bots und Trollen verdirbst! Zitatende (Quelle: T. Schnyder -„Über Tyrannei“)

 

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