Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

7. September 2021
von JvHS
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Blogphilosophie

Dieser Blog generiert seine Texte mit dem Ziel, den Blick zu schärfen für aktuelle Entwicklungen im wirtschaftlichen, politischen, kulturellen und historischen Umfeld sowie ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft und auf die individuell bedingten Gestaltungen für ein gelingendes Leben. Basierend auf den Menschenrechten, den demokratischen Grundrechten und rechtsstaatlichen Verfassungen sowie den Erkenntnissen der Sozialwissenschaften und der Philosophie stehen Kommentare, Essays und Berichterstattungen dem Leser zur Verfügung. Bild- und Textsprache sind die Mittel der Darstellung. Sie stehen im Spannungsfeld von Vernunft und Emotionen. 
 
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21. Mai 2022
von JvHS
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Inhumanität und fehlende Empathiefähigkeit als Kopierfehler der biologischen Reproduktion?

„Das menschliche Gehirn wiegt ca. 1,5 kg, die Biomasse an Darmbakterien im Darm ca. das Doppelte!“ – Vince Ebert in seinem Programm „Evolution“ (*)

Leben bedeutet, dass die Zellen sich ständig erneuern. Hautzellen sterben ab und werden ersetzt. Das gilt auch für alle anderen Zellen im Körper. Nach sieben Jahren sind diese einmal komplett erneuert worden. Und die meisten verheirateten Paare kennen das verflixte 7. Ehejahr! (laut Vince Ebert, Kabarettist in seinem Programm: „Evolution“, kommt nicht selten der Spruch:… „Du kommst mir so fremd vor!“)

Bisher gilt für die biologische Erneuerungsfähigkeit des Menschen, dass bei 10 bis 15 Mal die Grenze erreicht worden ist und jeder stirbt. Die Reproduktionsfähigkeit lässt immer mehr nach, was sich auch in den immer größer werdenden Reproduktionsfehler auf diesem Weg zeigt.  Wer sich jedoch die politischen Typen und Tyrannen von Putin, über Trump, Erdogan bis Orban, Kim Jong-un und Xi Jinping oder die egomanischen Neoliberalisten von BlackRock-Figuren à la Merz bis Musk anschaut, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass in diesen Fällen in den letzten Jahren bei jenen sich Kopierfehler eingeschlichen haben könnten. Denn der Weg der Menschheit hin zu mehr Humanität mit Empathie und Mitgefühl als Ergebnis evolutionärer Entwicklung scheint metastasierend sich umgekehrt zu haben. Es bleiben nur noch gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und durch Gewalt erzeugtes Leid.    

(*) Das Denken ist immer noch Ergebnis des Hirns. Wer esoterisch gepolt dies dem Darm überlassen möchte, muss sich nicht wundern, wenn dabei lediglich belästigende Winde produziert werden. Das sogenannte Bauchgefühl als Entscheidungsorgan bleibt im Ergebnis höchst ungenau und verleitet zur Selbsttäuschung. 

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20. Mai 2022
von JvHS
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Die Realitätsferne des egalitären Denkens – oder ein bisschen frieren für die neoliberale Freiheit?

„Ich habe, horte, aneigne und besitze, also bin ich. Notfalls mit Waffengewalt!“

„Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will (und von seinen zeitgeistigen Formen des Neoliberalismus), sollte auch vom Faschismus und anderen tyrannischen und gewalttätigen Unterdrückungsformen schweigen.“ – in Memoriam Max Horkheimer

Vor rund zwei Monaten formulierte der Ex-Bundespräsident Joachim Gauck den Satz: „Wir können auch mal frieren für die Freiheit“. Seine Aussage machte der mit vielen materiellen Privilegien abgesicherte Bürger im Umfeld eines Interviews mit der ARD-Talkshow Moderatorin Maischberger. Thema war der damals noch geplante Lieferstopp russischer Öl- und Gaslieferungen als Sanktionen gegen Russlands Kriegsüberfall auf die Ukraine.

Ein egalitäres Denken spiegelt sich wider in dieser Äußerung, welches so weit von den Existenznöten eines großen Teils der Gesellschaft entfernt ist, dass unterstellt werden kann, damit kein Gedanke an die Auswirkungen verschwendet wurde, wie denn die Wohnung erwärmt werden kann, wenn kein Gas oder Öl zur Verfügung mehr stehen? Wie die steigenden Kosten für die Heizung und das Benzin für die Fahrt zur Arbeit gestemmt werden können? Auch kein Gedanke daran, wie die Inflationssteigerungen gerade für die existenziellen Bereiche Wohnen, Energie und Nahrung kaum noch aufgefangen werden können?

Wer den Blick über den eigenen Tellerrand der materiellen und finanziellen Absicherung nicht mehr schafft, um die Nöte der Bevölkerung zu verstehen, sollte diesen Satz als zynische Bemerkung erläutert bekommen.

Ein Denken und Sprechen, dass in der Blase des konservativen Republikaners als fragliches Abbild sich zeigt, in welchem das neoliberale Selbstbestimmungsrecht über das der Solidarität gestellt wird. So schimmert vor allem eine Gesinnung durch, dass die persönliche Daseinsrealität – abgesichert durch die Daseinsfürsorge-Pflicht des Staates –  hinter der ökonomischen und garantierten Freiheit des Neoliberalismus, welche durch die politischen Entscheider zu gewährleisten sei, zurückzustehen habe.

Damit geschieht eine Umkehrung des Gemeinwohlgedankens, weil vor allem die Unabhängigkeit des westlichen Freiheitsbegriffes, insbesondere auf die Form der neoliberalen Ökonomie ausgerichtet, Vorrang habe. Was mache da eben ein bisschen frieren schon aus?

Noch toben die Gewitter und Starkregen über Deutschland. Wenn erstmal in einem halben Jahr die Wohnungen nicht mehr erwärmt werden können, warmes Wasser rar geworden ist und das Kochen mit Gas und Strom rationiert wird, steigt dann Herr Gauck zu seinem Chauffeur ins Kfz und lässt sich zu seiner Wohnung fahren, die durch Erdwärme und Solarstrom energetisch autonom sein dürfte, um dann dort trotzdem ein bisschen zu frieren?  

(Einige Rückblicke auf Texte in diesem Blog mögen den obigen Text ergänzen.)

 

Bald wird es wieder zu spät gewesen sein oder vom Blindsein für die wirklichen Gefährder

Der Irrsinn hat wieder Fuß gefasst – diesmal in der Person Putins und seiner Kumpanen

Horkheimer und die Analyse der bürgerlichen Gesellschaft

Nie wieder Krieg – oder das kurze Gedächtnis der Menschheit

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18. Mai 2022
von JvHS
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Von den Auswirkungen des „Weiter so wie bisher“-Konzeptes für die gespaltene Republik und die soziale Ungleichheit

Prof. Dr. Christoph Butterwegge im Oktober 2016 bei seinem Vortrag auf der Regionalen Armuts- und Arbeitsmarktkonferenz (RAAK) im Kreis Heinsberg

„Wenn nämlich die Ungerechtigkeit bewaffnet ist, so ist sie am allergefährlichsten.“ – Aristoteles

„Kinder erleben nichts so scharf und bitter wie Ungerechtigkeit.“ – Charles Dickens

„Es fehlt nicht an Daten, sondern an Taten!“, formulierte Prof. Dr. Christoph Butterwegge im Jahr 2016 auf einer Regionalkonferenz zum Thema:  Armut und Arbeitsmarkt und dem Titel „Recht auf gutes Leben — Arbeit gestalten — Armut bekämpfen — Teilhabe sichern.“  

An den Taten und dem politischen Willen, die gesellschaftlichen Verhältnisse politisch zu ändern, fehlt es bis heute hin. Daran haben auch andere politische Koalitionen und Zusammensetzungen in der Bundesregierung und Landesregierung in den letzten sechs Jahren nichts geändert.

Die Daseinsfürsorge-Verpflichtungen der politischen Verantwortlichen – zwar grundgesetzlich fixiert – sind weiterhin nur unter „ferner liefen“ verortet. Was in „normalen“ Regierungszeiten schon nicht im Blickfeld der Regierungen sich befand, kam unter den Einflüssen von Corona-Pandemie und dem Ukraine-Angriffskrieg Putins Russland noch weiter ins Hintertreffen.

Mit dem Sozialwissenschaftler und Armutsforscher Prof. Butterwegge werden diese für die Demokratie existenziell wichtigen Themen der sozialen und ökonomischen Gerechtigkeit immer wieder in den Mittelpunkt des Diskurses gerückt. Ungleichheit bleibt nach seiner Belegführung das Kardinalproblem unserer Gesellschaft. Aus der ökonomischen und sozialen Ungleichheit – sichtbar an Kinder- und Altersarmut – erwachsen Prekariat (Niedriglohn und Arbeitslosigkeit), Bildungsmangel und Bildungsungerechtigkeit sowie die weiter auseinanderklaffende Schere zwischen unbotmäßigem Reichtum und unerträglicher Armut.

In seinem neuesten Buch „Die polarisierende Pandemie“ nimmt Butterwegge die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Verwerfungen der bisher schlecht gemanagten Corona-Pandemie in den Blick und beschreibt die Auswirkungen der politischen Entscheidungen der letzten CDU-Regierungszeit unter Angela Merkel auf die Generationen und ihre Konflikte. Darüber hinaus formuliert der Autor noch, welche Lehren aus der Pandemie zu ziehen sind auf den Wohlstandstaat in seiner nunmehr vorliegenden rudimentierten Form und welche Chance für eine sozial-ökologische Veränderung besteht.

Hinsichtlich Gesundheit, Bildung, Wohnen, Freizeit und Teilhabe verschärfen sich die sozialen Unterschiede. Gemeinsam mit seiner Frau Carolin gehen Butterwegge und seine Frau in ihrem Buch „Kinder der Ungleichheit“ diesen Auswirkungen auf die Kinder nach.

Und nicht zuletzt sei auf Butterwegges Buch „Die zerrissene Republik“ verwiesen, in dem der Autor schon 2020 auf das Auseinanderdriften aufgrund der Ungleichheitsbedingungen Bezug nahm.

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17. Mai 2022
von JvHS
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NRW Wahlen – weder mutig noch mutmachend – dafür weiter so wie bisher?

„Die Politik ist ein Versuch der Politiker, zusammen mit Teilen des Volkes und jener von der Politik geschaffenen Misere fertig zu werden, die das Volk ohne die Politiker niemals gehabt hätte.“ – in Anlehnung an Dieter Hildebrandt

Im Takatuka-Land der Profiteure

Die Landtags-Wahl in NRW ist gelaufen. Und wieder einmal zeigt sich, dass rund 45 % (*) der Menschen nicht mehr für ihren Teil der politischen Verantwortungsübernahme erreichbar sind. Die Wahlbeteiligung ist so tief gesunken, wie nur denkbar. Zudem scheint vor allem das alte Dilemma weiter vorzuherrschen: das schlechte Gedächtnis, die fehlenden Faktenorientierung und das fehlende Bewusstsein dafür, die Verursacher der Probleme anstatt zu wählen, endlich zur Verantwortung zu ziehen.

Denn der jetzige Wahlgewinner Hendrik Wüst ist Teil des Systems „Armin Laschets“, welche als CDU seit fünf Jahren die Richtung des Landes bestimmt, in welchem die Wertschätzung für die Daseinsfürsorge der Menschen in Rente und Armut unterentwickelt ist. So sind die Flutopfer mit ihren Schäden großenteils noch immer alleingelassen.

Friedrich Merz, eine mehr als zwielichtige Gestalt des Neoliberalismus (ehemaliger BlackRock-Vertreter in Deutschland)  in der Funktion als Fraktionschef der CDU im Bundestag und als Bundesvorsitzender ist ebenfalls kein Fürsprecher der lohnbasierten Einkommen, von dem die vermögenslosen Arbeitnehmer mehr schlecht als recht ihre Existenz sichern müssen. Von Daseinsfürsorge-Verpflichtung hält der Neoliberalist nicht viel.  

Und dennoch bleiben die Wähler der CDU entweder vergesslich, oberflächlich oder hängen dem Weltbild des „Hauptsache meine Interessen und die Vorteile der Klientelpolitik der CDU bleiben mir erhalten“ an.

„Wenn man erkennen will, ob etwas eben und gerade ist, so gebraucht man Wasserwaage und Richtschnur. Wenn man erkennen will, ob etwas rund oder rechteckig ist, so gebraucht man Zirkel und Winkelmaß. Wenn ein Herrscher sich selbst kennen lernen will, so braucht er aufrichtige Staatsmänner.“ – chinesisches Sprichwort

(*) Ergänzung

Es haben 45 % der Wahlberechtigten (12.964.754) nicht gewählt. Von den 12.964.754 Wahlberechtigten sind lediglich 7.201.210 zur Wahl gegangen. Der Wahlgewinner Hendrik Wüst erzielte unter Bezug auf alle Wahlberechtigten lediglich ca. 20 % (2.607.763) der Stimmen, die für die CDU stimmten. Die SPD erhielt rund 16 % (2.092.815) Zustimmung und Die Grünen ca. 10 % (1.269.948) der Stimmen. 

Insgesamt erhielten diese drei stärksten Parteien gemeinsam nur unwesentlich mehr Zustimmung (gesamt: 5.970.062) als die Gruppe der Nichtwähler (5.834.139) umfasst. Das ist von jeder Seite der Medaille betrachtet mehr als bedenklich. Wer als Politiker denkt, er habe die Legitimation der Bevölkerung, ist völlig auf dem Holzweg. 

Wenn die große Anzahl der Nichtwähler keine Hoffnung und noch weniger Vertrauen in die Arbeit der politischen Verantwortlichen hat, dann ist die Demokratie besonders stark gefährdet. Die vielen Skandale um Verfehlungen (von korruptionsverdächtigen Aktionen bis zu offensichtlich strafrechtlich bedeutsamen Verhalten im Amt) einerseits, sowie das vielfältige Versagen von Minister:innen in den Bereichen Bildung und Schule, Sicherheit, Gesundheit, Daseinsfürsorgeverpflichtung, Verkehr, Energie und Umwelt andererseits spielen für viele der Nichtwähler eine wesentliche Rolle. Wer zudem die schleppende Unterstützung der Flutopfer betrachtet, weiß, wie wenig Verlass auf die Aussagen der Politiker ist. 

Politik muss auf die Menschen zugehen, zuhören und den Einfluss der Bürger durch Bürgerräte direkt zulassen. Zusagen müssen unbürokratisch eingehalten werden. Ein weiter so wie bisher ist nicht mehr hinnehmbar. Bürgerräte und Parlament kontrollieren und unterstützen die Regierungsmitglieder. Am besten wäre es, wenn die drei großen Parteien in konzertierter Aktion die Entscheidungen für die wichtigsten Belange des Landes treffen würden, sozusagen in einer parteiübergreifender Form einer Mega-Koalition, begleitet von Bürgerräten, welche die Interessen der Bevölkerung deutlich anders vertreten als die Seilschaften der Mandatsträger in den Fraktionen!

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