Mensch, du armes Lebewesen
Heil´ges Schwein von Gottes Gnaden
Sklave deiner eig´nen These
Liebesschwüre Hetz-Tiraden
Ausgewaschen deine Wunden
Deine Narben überschminkt
Hast den Himmel dir erfunden
Dass er die Erlösung bringt
Lebst mit wunderbaren Sprüchen
Lässt Dir Zukunft prophezeien
Zweigestirn und Zweigebein
Anderntags in Einbauküchen
Spülmaschinen-Litaneien.
Säugetier und Sozialismus
Außenwelt und Eingeweide
Sisyphos mit Katechismus
Mal in Sumpf und mal in Seide
Fliegst Du über Endmoränen
Bis sich All und Nichts begegnen
Suchst nach Trost für Deine Tränen
Lässt verfluchen dich und segnen
Spielst den Herrn und spielst die Dame
Stirbst wie jedes Tier allein
Zweigestirn und Zweigebein
Mensch genannt welch schöner Name
Wir wolln deinesgleichen sein.
________________________________________
Wilhelm Busch – ein Meister der Charakter-Beschreibung mit den Mitteln der Lyrik
Ihr kennt ihn doch schon manches Jahr,
Wißt, was es für ein Vogel war;
Wie er in allen Gartenräumen
Herumgeflattert auf den Bäumen;
Wie er die hübschen roten Beeren,
Die andern Leuten zugehören,
Mit seinem Schnabel angepickt
Und sich ganz lasterhaft erquickt.
Nun hat sich dieser böse Näscher,
Gardinenschleicher, Mädchenhäscher,
Der manchen Biedermann gequält,
Am Ende selber noch vermählt.
Nun legt er seine Stirn in Falten,
Fängt eine Predigt an zu halten
Und möchte uns von Tugend schwatzen.
Ei, so ein alter Schlingel!
Kaum Hat er ’nen eignen Kirschenbaum,
So schimpft er auf die Spatzen.
Es sitzt ein Vogel auf dem Leim,
Er flattert sehr und kann nicht heim.
Ein schwarzer Kater schleicht herzu,
Die Krallen scharf, die Augen gluh.
Am Baum hinauf und immer höher
Kommt er dem armen Vogel näher.
Der Vogel denkt: Weil das so ist
Und weil mich doch der Kater frißt,
So will ich keine Zeit verlieren,
Will noch ein wenig quinquilieren
Und lustig pfeifen wie zuvor.
Der Vogel, scheint mir, hat Humor.
Unbequem
Ernst und dringend folgt mir eine
Mahnung nach auf Schritt und Tritt:
Sorge nicht nur für das Deine,
Sondern für das andre mit.
Demnach soll ich unterlassen,
Was mir von Natur genehm,
Um das Gute zu erfassen?
Ei, das ist mal unbequem.
Nicht artig
Man ist ja von Natur kein Engel,
vielmehr ein Welt- und Menschenkind,
und ringsumher ist ein Gedrängel
von solchen, die dasselbe sind.
In diesem Reich geborner Flegel,
Wer könnte sich des Lebens freun,
Würd‘ es versäumt, schon früh die Regel
Der Rücksicht kräftig einzubläun.
Es saust der Stock, es schwirrt die Rute.
Du darfst nicht zeigen, was du bist.
Wie schad, o Mensch, daß dir das Gute
Im Grunde so zuwider ist!
Wilhelm Busch
Erich Kästner
„Der Zweck sagt ihr, heiligt die Mittel?
Das Dogma heiligt den Büttel?
Den Galgen? Den Kerkerkittel?
Fest steht trotz Schrecken und Schreck:
Die Mittel entheiligen den Zweck!“
Artem Zolotarov
Der Rest ist Schweigen
Ergebenheit in milden Zügen
Verloren-Sein im Lebenstraum
Die Tage streifen grell vorüber
Die Klänge flüstern scharfe Klingen.
Vergebung, Nachsicht, Offenheit
Rastlose Wärme – augenscheinlich
Das Warten wundet freundlich kühl
Der Schmerz wird wertvoll mit der Zeit.
So faszinierend diese Welt ist
Sie scheint so uferlos entgleist
Unsäglich fern in Beinahworten
Und doch so nah, wenn sie nur schweigt.
Version vom 10.08.2025 / 16:50 Uhr wieder neu eingestellt.
19. Juni 2026
von JvHS Kommentare deaktiviert für Kraft der Kreativität im Widerstreit mit den realen Begebenheiten – Philosophie, Fotografie + bildende Künste
Mit dem Hinweis auf meinen Text, den ich 2015 als Blogbeitrag schrieb, nehme ich Bezug auf den Fotografen Sebastião Salgado, den der bekannte Filmemacher Wim Wenders zum Mittelpunkt seines Films „Das Salz der Erde“ machte.
Es ist Zeit, nochmals die Skepsiswieder stärker zu beleben, was Politik betrifft. Die These, dass unsere Demokratie am Abgrund steht, ist nicht von der Hand zu weisen. Im Film von Wim Wenders „Das Salz der Erde“ (in Zusammenarbeit mit Salgados Sohn, Juliano) über Sebastião Salgado, einen bekannten Fotografen, sagte jener im Vorfeld zum Film:
«Ich glaube inzwischen, unsere wahre Bestimmung ist es, dass wir uns bewaffnen. Und dass wir uns gegenseitig töten bis zum Ende», sagte Salgado in einem «Spiegel»-Interview. Bei seiner Arbeit in Kriegsgebieten habe er unvorstellbare Brutalität erlebt. «Dieses Wissen über uns Menschen, das ich durch mein Leben als Fotograf erlangt habe – ich sage Ihnen, dieses Wissen ist kaum auszuhalten. Ich habe den Glauben an uns verloren.»
Soweit ist die Skepsis beim mir noch nicht gediehen, aber dass ein solches Fazit am Ende des Arbeitslebens gezogen werden kann, ist nachvollziehbar, wenn auch nicht nachzueifern. Manchmal hilft dann der Rückzug in das Studium der Philosophen. Dies ist jedoch nur möglich, wenn die Rahmenbedingungen für ein Leben nicht durch Kriege und Oligarchien diktiert werden.
Es hat sich am damals beschriebenen Zustand nichts verbessert. Und so manches Mal ergibt sich die Situation zu fragen, ob das Schreiben gegen die Zustände eine Veränderung bewirken kann. Diese Skepsis gegenüber dem eigenen Tun ist berechtigt. Dennoch ist es weiterhin notwendig, den Blick nicht abzuwenden von der Erkenntnis, dass es „kein richtiges Leben im falschen“ geben kann
Den Glauben an die Menschen nicht verlieren
Den Glauben an die Menschen nicht ganz zu verlieren – obwohl Typen wie Trump, Putin, Erdogan, XiJinping und wie sie alle sich gleichen bei der Praktizierung der Unmenschlichkeit, der Menschenfeindlichkeit und ihrer Verbrechen gegen die Menschlichkeit genügend Anlass dazu geben würden – dazu sind einerseits die Erkenntnisse der Philosophen ebenso Hoffnung gebend, wie auch das Wissen um die Kraft der Kreativität in der bildenden, schreibenden und Musik machenden Kunst.
In lockerer Reihenfolge werden deshalb Bezüge zur Fotografie und bildenden Kunst gezogen. Wobei für mich in Sebastião Salgado Fotografie die sozialdokumentatorischen Porträts des Lebens der Menschen und des Lebens der Natur sich vereinen. Themen wie Klimaschutz, Armut und Reichtum und Krieg, die aktuell den Menschen auf der Seele brennen. In der bildenden Kunst sind die Pendants nicht zuletzt Gerhard Richter und quer durch die Kunstgeschichte bekannte Künstler für mich Anregung sowie ihre Werke ästhetischer Genuss.
Fotografie als Kunst und kreatives Mittel
Fotokunst ist eine eigenständige Kunstproduktion und Ausdrucksform wie sie zugleich auch eingebettet ist in die Entwicklung der verschiedenen Kunststile. Die Technik der Fotografie und ihre Gestaltungsmittel sind dabei die Grenzen des Mediums, egal ob auf die durchaus vorhandenen Unterschiede von analoger und digitaler Fotografie sich bezogen wird.
Die Kooperation zwischen Fotografie, grafischer und malerischer Darstellungsmittel lässt sich schon in der Frühzeit der Fotografie nachvollziehen. So diente die Fotografie als „Skizze“ ebenso für die Landschaftsmalerei wie für die Collage. Die gemeinsamen Schnittmengen vereinigen sich in der Technik der Collage und Montage, in der das Gesamtwerk nur durch Fotografien und/oder schon digital veränderten Fotos erstellt wird. Stilmittel und Technik fließen ineinander und ergeben ein eigenes Sujet.
Während in der Zeit der analogen Fotografie noch die Fotos als „Schnipsel“ der Collage und Montage einen Abzug notwendig machten, ist durch die digitale Fotografie mit ihren Verfremdungsfiltern und Farb- und Kontrastanpassungen das kreative Arbeiten deutlich flexibler und variabler ermöglicht worden.
Mit der Fotografie – die in ihrem Ursprung das Festhalten einen Augenblicks und die Reduktion auf ein zweidimensionales Sehergebnis ist, das zudem mit der Begrenzung des Seh- und Wiedergabewinkels einer Gestaltungsform unterworfen ist, die gestalterisch genutzt werden kann – wird das Einfrieren eines Ausschnitts der Realität praktiziert. Dieser Ausschnitt ist einerseits die Chance auf die Konzentration eines Teils einer sehr begrenzten Realität, so dass Fotografie erst in der Serie den Zusammenhang von Raum und Zeit zeigt.
Subjektivität und Objektivität der Fotografie
„In jedem Bild gibt es zwei Personen: Den Fotografen/Künstler und den Betrachter.“ – Ansel Adams
Ob dieser Ausschnitt einer Wirklichkeit auch einen historisch objektiven Bezug repräsentiert, darüber lässt sich trefflich streiten. Denn die Deutung und Bedeutung des im konkreten Foto gezeigten Ausschnitts hat sowohl subjektive wie kulturelle Ausformungen. Und vor Manipulation und Fälschung ist auch dieses Medium nicht gefeit.
Die streng formalen Zeitdokumente industrieller Architektur von Bernd und Hilla Becher – ( ein Teil ihrer Schüler aus der von ihnen gegründeten „Düsseldorfer Photoschule“ mit dem Gruppennamen „Struffsky“ umfassen die Fotokünstler Andreas Gursky, Thomas Ruff, Thomas Struth) – sind von ebenso bestechender Ästhetik wie Salgados Fotografie.
Nachfolgend ein Text, der im Jahr 2020 nach Ausbruch der Corona-Pandemie am 02. Mai 2020 veröffentlicht wurde. Vor rund 6 Jahren gab es ebenfalls eine schwarz-rote Koalition, jedoch waren andere Köpfe in staatlicher Verantwortung zu sehen.[Einige dieser Köpfe sind auch heute wieder im Amt (Alexander Dobrindt (CSU und Mautskandal) sowie Jens Spahn (CDU und Mrd.-Schaden durch Maskenskandal) und agieren weiterhin gesinnungsträchtig und Klientel orientiert, obwohl sie für den Schaden, den sie Deutschland zugefügt hatten, nie zur Verantwortung gezogen wurden!]
Demokratie basiert auf Vertrauen in die Menschen, denen die Macht temporär übertragen wird. Demokratie funktioniert nur so lange, wie dieses Vertrauen nicht verloren geht und in dem auf dem Boden der Verfassung/des Grundgesetzes die in diesem Geist formulierte Aufgabenerfüllung durch die Gewählten praktiziert wird.
Das Vertrauen ist durch mannigfaltiges Fehlverhalten der Exekutive und Legislative, durch die Ablösung der parlamentarischen Demokratie und den Übergang in eine Parteiendemokratie und durch die einseitigen Lobbyisten-Beeinflussungsstrukturen verloren gegangen.
Zu viele Beispiele legen davon Zeugnis ab. Dieser Zwiespalt, der Vertrauensverlust auf der einen Seite, Zustimmung und Sympathie für Entscheidungen der Regierungsmitglieder und für bestimmte Parteien auf der anderen Seite führen zur Spaltung der Gesellschaft. Im Diskurs spiegelt sich dies auch in den Foren und den dort hinterlassenen Kommentaren wider.
Es wird schon wieder nach Konjunkturunterstützung in Form von staatlich finanzierten Kaufprämien für neue Automobile der bekannten Autokonzerne lobbyiert und im neoliberalen Umfeld hinausgeschrieben. Wem wird dieses Geld zugutekommen? Sicherlich nicht denjenigen, die im Niedriglohnsystem stecken. Ebenso wenig wird des die Facharbeiterschaft erreichen, die gerade mit ihrem Einkommen in den urbanen Zonen ihren Unterhalt decken können. Es werden wieder diejenigen sein, die genügend Geld und Vermögenswerte haben, um sich einen Neuwagen leisten zu können. Anstatt also die möglichen steuerfinanzierten Kaufprämien für die Gutsituierten zu verteilen, sollten die Gelder in Form von einmaligen Finanzspritzen an alle Haushalte, die ein bestimmtes Jahresnettogehalt nicht überschreiten (Grundlage: Steuerbescheide) als direkte Zahlung auf deren Girokonto erfolgen.
Zur Rettung der Konzerne sind zunächst die Aktienbesitzer aufgefordert, die dort erzielten Dividenden einzusetzen. Durch Aktiensplittung kann neue Liquidität in die Kassen fließen. Kurzarbeitergeld der Dax-notierten Unternehmen ist durch die Überschüsse, die für kommende Dividenden geplant sind, zurück zu zahlen an den Staat. Ebenso sind zugesagte Boni für diese Begleichung zu verwenden, solange bis alle Unterstützungsbeträge ausgeglichen sind. Besondere Zeiten verlangen auch besondere Maßnahmen. Hier muss das Aktiengesetz hinter dem Grundgesetz zurücktreten und dem Ausnahmezustand in Form von entsprechenden Notstandgesetzen und Verordnungen unterworfen werden. Die korrekten gesetzlichen Formulierungen sind den Fachleuten überlassen.
Wenn die Regierungsparteien solche Maßnahmen umsetzen würden, könnte das Vertrauen der Bevölkerung in eine gerechtere Politik zurückgewonnen werden. (Ende des Textes vom 05. Mai 2020)
Auch zu diesem Zeitpunkt der Unwissenheit, wie mit dem tödlichen Corona-Virus rechtsstaatlich umgegangen werden muss, bestand das Dilemma, dass die Frage gesellschaftlich unbeantwortet war: Welche Bereiche sollen einer Demokratisierung unterworfen werden? Und wie kann die Zivilgesellschaft als Öffentlichkeit ihr Recht auf direkte Demokratie und Beteilung an der Gesetzgebung festigen? Zum Beispiel durch Volksabstimmung (Enteignung der Wohnungsbaugesellschaften), deren Ergebnis die Exekutive dann umzusetzen haben! Im Fall der Weigerung, den Beschluss umzusetzen, wie seit Jahren in Berlin, bedurfte und bedarf ein Recht der Öffentlichkeit, dass auch die Exekutive dem Rechtsstaat untersteht.
Status quo für den gesetzgeberischen Prozess war, damals wie heute dass diese nur der repräsentativen Demokratie, sprich den Parteien und dem Parlament vorbehalten war. Doch längst war die repräsentative Demokratie und die Gewaltenteilung in Legislative (gesetzgebende Gewalt), Exekutive (ausführende Gewalt) und Judikative (rechtssprechende Gewalt und unabhängiger Rechtsstaat) einem Wechsel ausgesetzt, in dem die Demokratie sich zur Parteien-Demokratie verändert hatte. Diese Parteien-Demokratie entwickelt Schrittweise eine Realität, in dem die Gewaltenteilung entmachtet wird und Parteien und ihre Funktionäre räumen sich rechtsstaatliche Sonderrechte ein.
Damit werden die Schlussfolgerungen Karl Poppers ignoriert:
Die Frage, wer herrschen solle – ein Diktator, eine Elite oder das Volk – ist falsch gestellt. Stattdessen müsse man fragen: Gibt es Regierungsformen, die es erlauben, eine verwerfliche oder auch nur inkompetente Regierung loszuwerden?“ (Karl Popper)
Ja, diese Form kann es geben, wenn die Parteien-Demokratie wieder mehr der Kontrolle und Korrektur durch die Öffentlichkeit unterworfen werden! Der Vertrauensverlust in die Politik ist eine Folge der Umwandlung unserer Demokratie in die Parteien-Demokratie. Zurzeit herrscht eher der Vertrauensverlust in die Politik, weil:
Das politische System so weit erstarrt ist, dass die von der Bevölkerung losgelösten Berufspolitiker noch nicht einmal mehr so zu tun brauchen, als verträten sie das Gemeinwohl. Sie leben in ihrer eigenen Welt. Sie sind eine politische Kaste für sich, die sich weitgehend von der breiten Bevölkerung losgelöst hat. (Zitat aus: Wolfgang J. Koschnick „Demokratie am Abgrund“)
Denn es reicht nicht mehr, dass die Öffentlichkeit in Form der Zivilgesellschaft in einem demokratischen Rechtsstaat nur für die allgemeine Meinungsbildung zuständig sein soll und nicht einmal aufgrund des grundgesetzlichen Rechts durch Volksabstimmungen in existenziellen Bereichen direkten Einfluss durch Mitbestimmung nehmen zu können.
Das Vertrauen in Politik und in die Unternehmen kann nur wieder hergestellt werden, wenn in einer rechtsstaatlichen Demokratie die Bereiche Ökonomie und Politik nicht über, noch außerhalb des Grundgesetzes stehen! Das Aktien-Gesetz und das GmbH-Gesetz, noch das Parteien-Gesetz stehen über dem Grundgesetz! Diese Gesetze durch Volksabstimmung zu korrigieren, ist ein weiteren Baustein zum Erhalt der Demokratie.
Die Menschen in einer Demokratie müssen sich gegenseitig grundlegende Kategorien von Rechten zugestehen, vor allem die Rechte gleicher Beteiligung am demokratischen Gesetzes-Prozess und der Meinungsfreiheit. Habermas hat mit dieser Gleichstellung von öffentlicher wie privater Freiheit und der Gleichheit von Zivilgesellschaft, Politik und Ökonomie die Entscheidung, wer Priorität haben soll, vermeiden wollen! Denn nur wenn alle Beteiligten sich auf diese Wertung einlassen, wird es gelingen, die Demokratie und den demokratischen Rechtsstaat zu verteidigen und zu erhalten! (siehe: Habermas: „Ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit und die deliberative Politik“).
„Denn es gibt keine Freiheit, wenn sie nicht vom Staat geschützt wird; und umgekehrt: nur ein Staat, der von freien Bürgern überwacht wird, kann diesen überhaupt ein vernünftiges Ausmaß an Sicherheit gewähren“ (Karl Popper)
Am beschriebenen Zustand – in 2020 und den Jahren davor – des Vertrauens der Menschen in die Politik (zu den Berufspolitikern) und zum Zusammenspiel der Wirtschaft mit den Parteien hat sich wenig verändert respektive ist hinsichtlich der aktuellen Regierung eher noch eine Radikalisierung der Gesinnung gegenüber den Menschen erfolgt. Diese ist ablesbar an der weiteren Benachteiligung der Mehrheit der Menschen zu Gunsten der etablierten Einflussnehmern aus dem Gesellschaftsteil der Vermögenden. So blockiert die Mehrheitspartei CDU/CSU in der Regierung weiterhin die Vermögenssteuer, die Reform der Erbschaftssteuer und die Einführung der Transaktionssteuern (Steuern auf jede Transaktion an der Börse).
Unverschuldete Arbeitslosigkeit steigt; am Arbeitsmarkt steigt die Nachfrage der Arbeitnehmer bei gleichzeitig sinkenden Arbeitsangeboten der Arbeitgeber. Diesem Problem begegnet die aktuelle Regierung mit verstärkten Sanktionen und den Plänen, dass die betroffenen Familien ihre wenigen Ersparnisse zur Mitfinanzierung einbringen müssen. Kosten für das Grundbedürfnis „Wohnen“ werden nicht gesetzlich gedeckelt (Mietpreisdeckel). Die Mittel für die Aufstockung (staatliche Unterstützung aus Steuereinahmen) des nicht ausreichenden Einkommens, obwohl einer Arbeit nachgegangen wird. werden dennoch gekürzt.
So wird das nichts, wenn weiterhin deliberative Ansätze verteufelt und autoritären Methoden Tür und Tor geöffnet werden.
18. Juni 2026
von JvHS Kommentare deaktiviert für Verteidigung der Demokratie und Abwehr der Feinde der offenen Gesellschaft
So wirkmächtig angeblich die Philosophie-Größen wie der kürzlich verstorbene Jürgen Habermas für die Entwicklung der demokratischen Republik Deutschland gewesen seien und ihre Kritik an den Bundesregierungen der letzten Jahrzehnte in Teilen der Bevölkerung wahrgenommen und bejaht wurde, sie haben nicht verhindern können, dass in den letzten 14 Jahren der Rechtsruck bis hin zum Rechtsextremismus die autoritären System-Ansätze wieder etabliert und das Denken und Handeln der Nazis und Faschisten in Form der AfD gewaltigen Zulauf bekommen haben.
Das Prinzip der medialen Präsenz dieser Koryphäen in Presse und TV, um über diese Form der Einflussnahme das Gewissen der Politik zu aktivieren, hat heutzutage kaum mehr Wirkung.
Wenn jedoch das Beharrungskorsett in der Politik – die eigenen Pläne gegen jegliche Vernunft und Alternativen stur durchzusetzen – weiterhin bestehen bleibt, dann ist es nicht verwunderlich, dass der Respekt für die Regierungsmitglieder abnimmt und das Vertrauen in die Politik gegen Null geht.
Selbst Jürgen Habermas sei es schwer gefallen, hoffnungsvoll zu bleiben, weil die Verhältnisse immer dunkler wurden und sein geografischer Bezugspunkt, die USA, so ruinös die eigene US-Demokratie zerstört hatte (Trump als Präsident), wie Axel Honneth, Professor der Kritischen Theorie und ehemals Assistent von Habermas, in einem Interview anmerkte.
Wenn also die ehemaligen „Leuchttürme“ der Republik heute nur noch schwer die Richtung weisen können, ja zum Teil nicht einmal mehr wahrgenommen werden, welche Wege bleiben dann noch, die Demokratie zu verteidigen nicht von den „Feinden der offenen Gesellschaft“ zerstören zu lassen?
Ein Ansatz wurde schon genannt: Die Zivilgesellschaft zu aktivieren und Gruppierungen zu unterstützen, denen der Erhalt der Demokratie am Herzen liegt.
Obwohl die rechtskonservativen und neoliberal agierenden Teile der CDU/CSU gerade diese in Vereinen und NGOs organsierten Verteidiger der Demokratie das Wasser abzugraben versuchen, weil die Fördergelder für die Verteidigung der Demokratie eingefroren, eingeschränkt und verweigert werden, sind gerade diese aktiven Gruppen deutlich wirksamer mit ihren Projekten als die einzelnen „Lichtkegeln des intellektuellen Mahnertums“ á la Habermas.
Zu diesen aktiven zivilgesellschaftlichen Gruppierungen, welche die Grundwerte der Demokratie (Freiheit, Gleichheit, Solidarität) verteidigen, gehören FragDenStaat, Re:Publica, Finanzwende (Cum Cum + Cum-Ex) und viele mehr.
Sie alle tragen bei zu einer deliberativen Qualität im Gesellschaftsvertrag durch Aufklärung, Informationsfreiheit und Stärkung der Demokratie in vielen Lebensbereichen. Die deliberative Demokratie betont die Notwendigkeit der öffentlichen Diskurse, die Teilnahme an Entscheidungen der Bürger durch direkte Demokratie und Elemente der Mitbestimmung.
Und aktuell sind wieder fast 350 Mill. Euro dazu gekommen, die durch Spahns Fehlverhalten Deutschland bezahlen muss, weil die bestellten Masken bisher nicht bezahlt wurden! Aber dafür gehört der Herr Spahn zu einem Netzwerk, den der Investor Thiel geknüpft hat, der öffentlich verkündete:
„Freiheit (gemeint ist die unternehmerische Freiheit, alles zu tun, was die Gewinnmarge steigert und sichert, und wo der Staat keine Einflussnahme nehmen soll!) und Demokratie sind nicht vereinbar.“
Das lässt die Schlussfolgerung zu, dass jegliche staatliche Einflussnahme unterlassen werden soll. Das gelingt am besten in Autokratien, in den die Zivilgesellschaft nichts zu sagen hat. Notfalls soll diese Vorgabe mit autoritären Mitteln durchgesetzt werden.
Wer wie Jens Spahn erkennen lässt, dass diese Weltsicht möglicherweise auch die seinige ist, der hat in Funktionen mit Macht in einer Demokratie nichts zu suchen. Eine Entlassung und Entfernung aus seiner Position als Teil der Legislative im Bundestag ist eine notwendige Maßnahme!
18. Juni 2026
von JvHS Kommentare deaktiviert für Die Demokratie-Gefährdung und Aufweichung des Rechtsstaates beginnt mit der Ignorierung des Völkerrechts und der Menschenrechte
Wenn das Elend einer Figur, ausgestattet mit emotionaler Ungezügeltheit, unkontrollierten Impulsen und Gewaltmöglichkeit aufgrund seiner Funktion (Präsident), dann ist Donald Trump ein Paradebeispiel für die Notwendigkeit zu definieren: Was ist der Mensch- und zwar in seiner jeweiligen epochalen Ausgestaltung?
Was ist der Mensch? Ein Frage, an deren Beantwortung Immanuel Kant sich schon versuchte. Seine Annäherung an die grundsätzliche Antwort im Rahmen des Erkenntnisstandes seiner Epoche gründete Kant auf die Erforschung der Teilfragen: Was kann ich wissen? (Erkenntnistheorie – „Kritik der reinen Vernunft“). Was soll ich tun? (Ethik – „Kritik der praktischen Vernunft“). Sowie: Was darf ich hoffen? (Ästhetik – „Kritik der Urteilskraft“).
Unter welchen Bedingungen ist also Erkenntnis überhaupt möglich? Oder – wie Kant es formuliert –: Was sind die Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis?
Nach Kant erkennt der Mensch zwar aufgrund seiner eigenen persönlichen Erkenntnisfähigkeit, weiß zugleich nicht, ob seine Vorstellung von Erkenntnis tatsächlich eine Entsprechung in der Außenwelt hat.
Zitat: Die Außenwelt, wenn wir sie als die Gesamtheit der Erscheinungen verstehen, ist dabei bereits eine „subjektive“ Vorstellung. Solche aus einzelnen Elementen zusammengesetzten empirischen Anschauungen nennt Kant Empfindungen. (versus Wahrnehmung) Raum und Zeit aber werden als reine Formen der sinnlichen Anschauung den Empfindungen (der Materie) hinzugefügt. Sie sind reine Formen der menschlichen Anschauung und gelten nicht für Gegenstände an sich. Dies bedeutet, dass Erkenntnis immer vom Subjekt abhängig ist. Unsere Realität sind die Erscheinungen, d. h. alles was für uns in Raum und Zeit ist.“ Quelle: Kant)
Das zu ignorieren, das ist ein Anzeichen von Unmündigkeit, wenn das offensichtliche Fehl-Verhalten von Figuren wie Donald Trump nicht kritisiert, sondern ignoriert und ihm zugestimmt wird.
Zitat: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Anleitung eines anderen zu bedienen. Selbst verschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude [wage es verständig zu sein]! Habe Muth, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“ Zitatende (Immanuel Kant)
Unterscheidungen: Wahrnehmungen
Psychologisch: Gemäß dieser Definition sind also nicht alle Sinnesreize Wahrnehmungen, sondern nur diejenigen, die kognitiv verarbeitet werden und der Orientierung eines Subjekts dienen. Wahrnehmung ermöglicht sinnvolles Handeln und, bei höheren Lebewesen, den Aufbau von mentalen Modellen der Welt und dadurch antizipatorisches und planerisches Denken. Wahrnehmung ist eine Grundlage von Lernprozessen.
Biologisch: Wahrnehmung ist enger gefasst und bezeichnet die Fähigkeit eines Organismus, mit seinen Sinnesorganen Informationen aufzusuchen, aufzunehmen und zu verarbeiten.
Philosophisch: Die Begriffe kommen aus dem Verstand, der diese spontan durch die produktive Einbildungskraft nach Regeln bildet. Hierzu bedarf es des transzendentalen Selbstbewusstseins als Grundlage allen Denkens. Das reine, d. h. von allen sinnlichen Anschauungen abstrahierte Bewusstsein des „Ich denke“, das man auch als die Selbstzuschreibung des Mentalen bezeichnen kann, ist der Angelpunkt der Kantischen Erkenntnistheorie. Dieses Selbstbewusstsein ist der Ursprung reiner Verstandesbegriffe, der Kategorien. Quantität, Qualität, Relation und Modalität sind die vier Funktionen des Verstandes, nach denen Kategorien gebildet werden. (Quelle!)
Zurück zu Trump und Konsorten: Wo politische oder wirtschaftliche Macht aufgrund von Funktionen enorme Auswirkungen haben, ist grundsätzlich der „Denk- und Handlungs-Kompass“ wichtig, welcher die Machtausübung steuert! Dabei ist der persönliche respektive individuelle Handlungsimpuls dem grundsätzlichen Denk- und Handlungsimpuls zu unterwerfen, welche durch die Kategorien „Demokratie + Rechtsstaat“ getragen werden. Ein Selbstverständnis, das – wie bei Trump – mit seinem Auftritt beim G7-Treffen nicht mit einem „Guten Tag“, sondern mit „Ich bin der Boss“zum Ausdruck gebracht wird, disqualifiziert diese Figur für jede Führungsposition.
Diese Handlungen entsprechen weder der Rechtsstaatlichkeit in den USA, noch der Verfassung der USA. Sie sind Beleg für Trumps Selbstverständnis und seinen illegalen Angriff auf die US-Demokratie und den Wechsel hin zur Dekret-Diktatur.
Die Auswirkungen dieser egomanisch-destruktiven und menschenfeindlichen Handlungen Trumps, die von seinen Kumpanen in den Ämtern der legislativen, der exekutiven bis hin zu den judikativen Positionen mitgetragen werden, ist mit der Abkehr vom Völkerrecht und der Missachtung der Menschen eine weltweite politische und gesellschaftliche Vergewaltigung der Menschen und ihrer Demokratien durch die Figur Donald Trump.
Demokratische Gesellschaften sind dann gefährdet, wenn Populismus und politisch-egoistische Ziele mit ihren Affekten und Emotionen Aufklärung ersetzen und Vernunft unterdrücken.
So wie Gauner als Gauner zu bezeichnen sind, so ist Missbrauch im Amt als Missbrauch aufzudecken. Egal, ob der Funktionsinhaber Präsident eines Staates ist, der Verfassungsbruch begeht, oder ob es ein Minister im Amt des Innenministers ist, der gegen geltendes und übergeordnetes EU-Recht verstößt, wie es Alexander Dobrindt mit seiner Überwachung der Bevölkerung gegen jeglichen Wissens praktiziert.
Der verstorbene Philosoph Jürgen Habermas hat in seinen Werken „Erkenntnis und Interesse“, „Theorie des kommunikativen Handelns“, „Faktizität und Geltung“ sowie „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ auf den Missbrauch von Macht und den möglichen Motiven von aktuellen Amtsinhabern der politischen und wirtschaftlichen Positionen dazu hingewiesen.
18. Juni 2026
von JvHS Kommentare deaktiviert für Klima-Belastungsspuren am Morgen
„Nein“ zu sagen im Sinne von Widerspruch respektive Einspruch bedeutet, lebendige Demokratie zu praktizieren. Widerspruch und Einspruch sind immer begründet und basieren auf Argumente und Fakten. Wer den Einspruch wagt, handelt dann positiv, wenn seine Einwände konstruktiv, mitmenschlich geprägt und frei von ausgrenzenden, verfolgenden, unterdrückenden, rachsüchtigen und übervorteilenden Absichten sind. Ein Einspruch erfolgt dann zu recht, wenn despotische Ziele, verfassungsignorierende und die Gewaltenteilung umgehende Absichten erkennbar sind.
Mitläuferpositionen verwandeln ihre Ablehnung – aufgrund der Übernahme von Papageien-Nach-Geplappere der gesellschaftlichen Brandstifter – in die Verfolgung der Einspruch-Akteure mit ihrer berechtigten Kritik. Sie nutzen Unterdrückung, Hass und Gewalt als Mittel der Zielerreichung. Mitläufer praktizieren damit lediglich blindes und gedankenloses Befolgen.
Ein solches Verhalten – leider viel zu oft vorzufinden in weltweit vorhandenen Gesellschaften – ist das Gegenteil von Nonkonformismus im Sinne von selbstbestimmten Denken und Handeln. Populistische Machtinhaber lehnen den Diskurs und Dialog ab, weil sie ihre Absicht realisieren wollen, nicht die beste Lösung für Probleme finden zu wollen, sondern lediglich ihre Ideologie durchsetzen wollen. Das „selbst- und fremdtäuschende Verhalten“ gibt vor, diese Ziele seien der richtige Weg! Real wird allerdings die Demokratie geschwächt und ihrer Essenz von Freiheit, Gleichheit und Solidarität beraubt! Die Zerstörung der Demokratie und die Einführung einer autoritären Staatsform sind das „Endziel“ der „ selbsternannten Patrioten“!
Mit dem Strom der Rechtsextremisten und Faschisten zu schwimmen, ist aktuell „en Vogue“! Es vermittelt ein trügerisches Gefühl von Macht, von dem die Mitläufer selbst betrügerisch glauben, davon zu profitieren. Real aber liefern diese Menschen sich einer manipulierten und von Despoten gelenkten Wirklichkeit aus. Das Selbstdenken wird verlernt. Die Übernahme des Vor- und Fremd-Gedachten wird zur „Normalität“ und erfolgt bald nur noch als Reflex – suchtmäßig bedingt durch die Flut der TikTok, WhatsApp und Co.-Sprachfetzen. Das „Schubladen“-Denken und Ordnen hat wieder Konjunktur. Darin passen aber nur die „Ergebnisse“ von Vorurteilen, Ressentiments und Hetze, die ohne Reflexion produziert werden und schablonenhaft dem feindlichen Anderen übergestülpt werden. Die Eindimensionalität hält wieder Einzug im Umgang mit den „Neinsagern“. Nur die Vorstellungen der Machtinhaber werden durchgesetzt.
Allem Anschein nach scheint Geschichte sich doch zu wiederholen. Die Spaltung der politischen Realität der Weimarer Republik aus den 1930er Jahre blinkt in das Mecklenburg-Vorpommern der Gegenwart herüber. Das Zurück in die Herrenzimmer-Weltsicht und die Rigorosität der Anhänger des Konservatismus in Ökonomie und Politik hat wieder Oberwasser erhalten. Dabei wird jegliche Moral in Arroganz ertränkt. Und die Kultur der Toleranz wird gleich mit fortgeschwemmt! Das Personal der Mehrheitsfraktion CDU/CSU in der Regierung leistet durch ihre Gesinnung die Vorarbeit für die Antidemokraten der AfD.
„Neue Umfragen zeigen auch, dass politische Bewegungen wie das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) Chancen haben, in den Landtag einzuziehen. Die politische Landschaft wird zunehmend fragmentiert, was die Bildung stabiler Regierungskoalitionen erschwert. Experten erwarten, dass die kommenden Jahre von schwierigen Verhandlungen geprägt sein werden, um tragfähige Bündnisse zu schmieden.“, lautete ein Beitrag am 25. September 2025, ansässig auf Cypern und als KI-Portal erkennbar. Dass die Führung dieser Partei auch nicht davor zurückschreckt, die AfD im Falle eines Wahlsieges zu tolerieren und zu unterstützen, ist nicht nur ein besonders schändliches Vorhaben, sondern verortet diese Partei sehr nahe an antidemokratische Ziele.
Wer auch immer sich hinter dem KI-Portal versteckt, begleitet wird der zuvor benannte Artikel durch einen Beitrag aus dem Dunstkreis der fließenden Grenze von nationalkonservativ-neoliberalen Umfeld zum Rechtsextremismus in der Wochenzeitschrift „Junge Freiheit“, einem Sprachrohr der „Neuen Rechten“, ebenfalls vom 25. September 2025!
In rund 4 Monaten droht bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2026 die Übernahme der politischen Macht – eventuell in Form eine absoluten Mehrheit – durch die AfD. Günter Grass würde sich im Grab rumdrehen, wenn er die Entwicklung des heutigen Deutschlands wahrnehmen würde. Wo bleiben die literarisch verpackten Erkenntnisse des Hineinschlitterns in die Zerstörung der ersten deutschen Demokratie und in das Elend der Hitler- und Nazi-Diktatur, von Grass eindringlich erzählt in seinem Roman „Blechtrommel“ . Oder auch die schleichende Entwicklung des Mitläufertums in Zeiten einer despotischen Entwicklung der deutschen Gesellschaft, ebenso eindringlich erzählt von Siegfried Lenz in seinem Roman „Deutschstunde“.
Es fehlen die „Nein-Sager“ in diesem Land, die aus den leidvollen Erlebnissen des Hitler- und Nazi-Regimes eine anderen Sicht auf die heutigen fatalen gesellschaftlichen Veränderungen entwickelt haben, um dem weiteren Erstarken der despotisch rechtsextremistischen Weltsicht einer AfD und der egomanischen Mittäterschaft neoliberaler Unternehmer-Netzwerke Widerstand entgegenbringen zu können.
Die Regierungs-Koalition aus CDU/CSU-Union und SPD hat eine Schlagseiten-Realität eingenommen, die Freiheit, Gleichheit und soziale Verantwortung gefährden. Nicht zuletzt, weil sie Personen in Positionen gebracht haben, die das Wohl der Mehrheit der
Menschen in unserem Land aus den Augen verloren haben.
Und noch ist nicht Frühling, der Winter hat noch nicht ausgedient. So mag auch der Gedanke an Heines „Deutschland- Ein Wintermärchen“ naheliegend sein. Heines „Nein sagen“ zum Zustand des Deutschland in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Ein Auszug aus dem Vers-Epos:
Sie sang vom irdischen Jammertal,
Von Freuden, die bald zerronnen,
Vom Jenseits, wo die Seele schwelgt
Verklärt in ew’gen Wonnen.
Sie sang das alte Entsagungslied,
Das Eiapopeia vom Himmel,
Womit man einlullt, wenn es greint,
Das Volk, den großen Lümmel.
Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,
Ich kenn auch die Herren Verfasser;
Ich weiß, sie tranken heimlich Wein
Und predigten öffentlich Wasser.
Ein neues Lied, ein besseres Lied,
O Freunde, will ich euch dichten!
Wir wollen hier auf Erden schon
Das Himmelreich errichten.
Verse, die dazu auffordern, die Demokratie gegen die Feinde der offenen Gesellschaft zu verteidigen und die Wahl der rechtsextremistisch affinen AfD in den Landtagswahlen diesen Jahres zu unterlassen!
Text vom 12. März 2026 – wieder eingestellt nach Serverumzug!
15. Juni 2026
von JvHS Kommentare deaktiviert für re:publica 2026 – Stärkung der Zivilgesellschaft als Gegenmacht zur konservativ-antidemokratischen Wende
Die re:publica 2026 – 18.-20. Mai 2026- ist vor wenigen Wochen zu Ende gegangen. Auf der jährlichen Konferenz seit 2011 bilden Vertreter*innen aus Wissenschaft, Politik, Unternehmen, Hackerkulturen, NGOs, Medien und Marketing sowie Blogger*innen, Aktivist*innen, Künstler*innen und Social Media-Expert*innen mit ihren Beiträgen einen Querschnitt unserer Gesellschaft ab, die oft Themen aus dem Bereich der digitalen Realität behandeln, diese aber aus einem anderen Blickwinkel betrachten, als sie von der politisch-ökonomischen Weltsicht dargestellt werden.
In der Konferenz 2026 standen die Zivilgesellschaft und ihr Zustand im Mittelpunkt der Beiträge. Der Schwerpunkt der Themen lautete zu Recht, wie die Gefährdung der Demokratie durch die konservative Wende der Mehrheitspartei CDU/CSU in der Regierung begrenzt und die Aufweichung der Abwehr des Einflusses der in Teilen rechtsextremistischen und antidemokratischen AfD erfolgen kann. Konsequent auch deshalb das Motto der Konferenz: „„#NeverGonnaGiveYouUp“.
Der Autor Arne Semsrott – stellt in seinem Buch „Gegenmacht“ – eine Möglichkeit vor, den Weg der in Teilen rechtsextremistischen Partei AfD und ihr Ziel, die Autokratie für Deutschland einzuführen, zu verhindern, in dem die Zivilgesellschaft gestärkt wird.
Semsrott Rede-Beitrag auf der re:publica26 umfasst die Beschreibung des Zustandes der Republik unter der CDU/CSU und SPD – Koalition. Semsrott beschreibt Wege, wie die Zivilgesellschaft der Demokratie-Gefährdung entgegen treten kann und das Gefühl der Ohnmacht aufgrund der unfassbaren Fehlleistungen durch CDU/CSU abgelöst werden kann durch die Stärkung der Zivilgesellschaft und direkte Demokratie.
Wie schon in seinem Buch „Gegenmacht“ betont Semsrott, dass der Schlüssel liegt in der Zivilgesellschaft. Es gehe darum, was funktioniert: Begeisterungsfähigkeit, Vertrauen, Materialität, Sorgearbeit, Volksgesetzgebung, Demokratisierung der Wirtschaft, gerechte Verwaltung, zivilgesellschaftliche Krisenvorbereitung, Rechtskämpfe, neue Räume und Medien, Humor, Glück.
Zitat: „Ich spreche darüber, wie Organizing in Gewerkschaften siegreich sein kann, wie effektive Kampagnen der direkten Demokratie aussehen, warum die Demokratie-Proteste 2024 ein großer Erfolg waren und warum Transparenz auch in der autoritären Wende essentiell bleibt.“ Zitatende
Der Schwerpunkt von Semrotts-Redebeitrag zum Thema „Zivilgesellschaft als Gegenmacht“ ist ein unterhaltsames YouTube-Video mit konkreten Beispielen und mit der Botschaft einer offenkundig berechtigten Hoffnung, dass die Zivilgesellschaft als Gegenmacht politisch wahlwirksam sein kann!
St. Michael am Brüsseler Platz im „Belgischen Viertel“ von Köln
Zwischen Hohenzollernring, Aachener Straße, Zeughausstraße und der Bahnlinie liegt das „Belgische Viertel“ in der Stadt Köln. Die meisten Straßennamen im Viertel weisen auf die geografische Herkunft und Belgien hin: Flandrische Straße, Lütticher Straße, Antwerpener Straße, Brüsseler Straße, Brüsseler Platz, Brabanter Straße und Genter Straße sind Argumente wie Belege für die Bezeichnung des „Veedels“. Ein Stadtviertel, das zum linksrheinischen Innenstadtbereich gehört.
Arbeitsplatz verlagert auf den Brüsseler Platz an St. Michael im Belgischen Viertel in Köln
Rund um die Kirche St. Michael und den Brüsseler Platz gehören Graffitis zum Viertel
Am Brüsseler Platz findet der Besucher des Stadtviertels die Kirche St. Michael. Ein deutlich sichtbares Orientierungsmerkmal. Auffallend sind die vielen Graffitis im „Veedel“. Neben der gelungenen Fassadenrenovierung der Gründerzeit Hausreihen findet der Spaziergänger Graffitis von der kreativen Hausbemalung und ästhetischen Ergänzung bei der Gestaltung vieler Motive auf den Hauswänden bis zur wenig geliebten Verunstaltung vor.
In den meisten Straßen des Viertels begegnen den Menschen die „Bilderzählungen“ in mehr oder minder gelungenen „Verschönerungen“. Nicht jeder Anwohner erfreut sich dieser Inbesitznahme der eigenen Immobilie als „steinerne Leinwand.“
Daneben allerdings sind der Wildwuchs der Aufkleber sowie die chaotischen bis disharmonischen Graffitis auf jeder freien und noch so kleinen Fläche nicht zu übersehen.
Das sorgt für gespaltene Einschätzung bei den Bewohnern im Viertel, weil der „Schmuddel-Effekt- Eindruck“ von „Graffiti- Schmierereien“ auch beim Besucher des Veedels an einigen Stellen nicht ausbleibt.
Insgesamt bleibt ein Gefühl des LÉGÈREN und der Lockerheit als Hauptmerkmale der Atmosphäre des Veedels für den Besucher bestehen. Große Hektik kommt eher nicht auf. So passt denn auch der fahrradbetriebene Amazon-Lieferant gut ins Gesamtbild. Und am Rand des Viertels ist der Blick auf den Dom ein Beleg dafür, dass der Weg zu Fuß dorthin recht wenig Zeit in Anspruch nimmt. Ein „Veedel“ (Stadtviertel), das Gelassenheit in der Großstadt ermöglicht und durch kleine charmante Lokale ein mediterranes Flair versprüht. Kein Wunder, dass dieses Viertel zu den beliebtesten und teuersten Wohngegenden der Stadt gehört.
13. Juni 2026
von JvHS Kommentare deaktiviert für An der langen Leine