Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

31. Juli 2010
von JvHS
Kommentare deaktiviert für Begrüßung und Abschied – ein vorläufiger?

Begrüßung und Abschied – ein vorläufiger?

  

»Es gibt eine kreisförmige Wechselbeziehung zwischen Machen und Erkennen. Wenn man nicht macht, was man als notwendig, wenn auch mit persönlichen Unannehmlichkeiten behaftet, erkannt hat, dann kann man irgendwann auch nicht mehr erkennen, was zu machen ist.

Wer Anpassungszwängen taktisch nachgibt, wohl wissend, dass er ihnen mit vertretbarem Risiko widerstehen könnte und auch sollte, wird nach und nach die Unzumutbarkeit von Anpassungsforderungen gar nicht mehr wahrnehmen, d. h., die eigene Gefügigkeit auch nicht mehr als Fluchtreaktion durchschauen.

Alles erscheint normal: die Verhältnisse, denen er sich ergibt, und der Verzicht auf Gegenwehr, den er eben gar nicht mehr erlebt.« (Horst-Eberhard Richter: Psychoanalyse und Politik)

Revision: 220619

Weiterlesen →

image_pdf(c) JvHSimage_print(c) JvHS

2. Dezember 2019
von JvHS
Kommentare deaktiviert für Sein oder Haben?

Sein oder Haben?

Sein oder Haben?   

Ich will haben, das ist das Motto der Amazon-Saturn-und Alles-Billiger-Schnäppchenjäger und ihrer Gegenparts auf der Anbieterseite. „Black-Friday“ und „Cyber-Monday“ versetzen auf der Nachfrageseite die Mehrheit der Generationen von 14 bis 70 in ein seltsames „Muss-ich-haben“-Fieber.

 Während parallel die Welt wieder mal in Madrid um Klimaziele und ihre Umsetzung ringen, versammelt sich der gesamte „Haben“-Typus um die Töpfe der scheinbar rabattierten Luxus- und Überflussgüter der Anbieter des schönen Scheins und lassen sich materiell und ideell aussaugen.

Wieder einmal wird vom Neoliberalismus der Mythos des Wachstums verkündet und praktiziert. Dabei findet lediglich der Raubzug gegen die Natur und die Ressourcenverschwendung statt, der neue Formen der Verelendung und Ausgrenzung produziert. Fern jeglicher Kenntnis der „Nikomachischen Ethik“ des Aristoteles vertiefen „Black-Friday“ und „Cyber-Monday“ als Gewohnheit den Verlust der Sensibilität für den Angriff auf die Solidarität und die Erweiterung der Empathie-Unfähigkeit. Das neoliberale System ist in jeder Hinsicht perfide, weil es von seinen Opfern – den Schnäppchen-Jägern und Haben-Wollen-Jüngern – verlangt, sie sollen glauben, dass ihr Glück nur in der Beteiligung am Schnäppchen-Erwerb zu finden sei.

Unterdessen wirken die Netzwerke des Faschismus weiter und planen die Angriffe gegen den Rechtsstaat. (*) Sie, die Ausgrenzer und Brandstifter, die Rechtsradikalen und Mitläufer und die Ansammlung der Kleingeistigkeit und des Spießbürgertum im Gewand und unter dem Namen der „Armseligkeit für Deutschland“ starren durch das Wertemonokel ihrer nationalpopulistischen Moral und realisieren im Gleichschritt mit den „Black – und Cyberdays“ und der Anbetung des neoliberalen Habitus eine zivilisatorische und rechtsstaatliche Verarmung. Jegliche Differenzierung und Individualisierung werden dem moralisch-politischen Rigorismus des Faschismus einerseits, und der neoliberalen Wachstumshysterie anderseits geopfert. (* Das Netzwerk der Neuen Rechten) ²) Update vom 05.012.19 zur Thematik “Kein Platz für Antisemtismus und Rassismus”  – Da werden Urteile gefällt, die den Vereinen die Gemeinnützigkeit und damit die Förderung entziehen, die sich deutlich dem Rassismus und  dem Antisemitismus von Rechts entgegenstellen! Welcher Irrsinn! Denn eine bestimmte Definition, was Antisemitismus sei, die wissenschaftliche Mängel enthält, wird instrumentalisiert und zur “Grundrechte-Einschränkung” genutzt! Genau das hat aber die Bedeutung, das “Kind mit Bade” auszuschütten und erweckt den Anschein, dass institutionelle Einrichtungen wie die HRK (HochschulRektorenKonferenz) genau das praktizieren, was undemokratische Kräfte zum Ziel ausgerufen haben: die Kontrolle über die Meinungsfreiheit und die Verbote dieser Grundrechte.

Wenn dann eine Partei wie die SPD wieder mit ihrer neugewählten Vorstandsspitze signalisiert, ein wenig zu ihren sozialen Wurzeln zurück zu kehren, dann schreit die gesamte neoliberale Phalanx Zeter und Mordio und der konservativ-nationalistisch-rechtspopulistische Teil der Gesellschaft bekommt Schnappatmung ob dieser Diversifizierung und Hinwendung zu mehr Differenzierung des Politischen. Da fühlt der Kleinbürger sich bedroht und der Neonazi zum Gewalteinsatz sich wieder berufen. Und wer Parteifreunde hat, braucht keine anderen Feinde mehr. Der innerparteiliche neoliberale Flügel (Seeheimer Kreis um Johannes Kahrs) und die übriggebliebenen Trojaner dieser Provenienz um den ehemaligen Wirtschaftsminister Clement und Weggefährte von Schröder werden nun mit aller verbliebener Macht Gegenwind produzieren. Das Charisma eines Willy Brandt mit seiner Friedenspolitik und seiner demokratischen Toleranz fehlt den Erneuern der SPD gewaltig.

Wofür lohnt es sich zu leben? Ein Weg ist sicherlich, sich der Frage zu nähern: Was ist der Mensch? Der Weg dahin ist nach kantschem Weltbild die Stärkung der Aufklärung und sich fragen: Was kann ich wissen? Was sollt ich tun? Was darf ich hoffen? Schnäppchen beim „Black-Friday“ und „Cyber-Monday“ zu erwerben, sind dabei wohl eher nicht gemeint. Manchmal scheint jedoch der kategorische Imperativ nur noch verballhornt zu existieren:

„Was du nicht willst, dass man dir tut, das tue auch nicht, was willst du denn? (Eins in die Fresse?)“

image_pdf(c) JvHSimage_print(c) JvHS

30. November 2019
von JvHS
Kommentare deaktiviert für Eiszäpfchen – im November

Eiszäpfchen – im November

Gier oder berechtigte Rückerstattungsforderungen? Das Haus Hohenzollern, dem Adelsgeschlecht, das den letzten Kaiser in Deutschland stellte, der mitverantwortlich war für den I. Weltkrieg. Seine Söhne, die die “alte Herrlichkeit” wieder auferstehen lassen wollten und die Weimarer Republik und erste Demokratie mit allen Mitteln bekämpften, sowie das Hitler-Regime unterstützten. Der jetzige Sprecher des Hauses lässt Gutachten erstellen, um den Rückforderungsfantasien rechtliches Gehör zu verschaffen, um Vermögenswerte rückfordern zu können oder Ersatzleistungen dafür vom Staat in Millionenhöhe zu bekommen. Perfider geht es wohl nicht!

Vielleicht sollte geprüft werden, inwieweit die noch im Besitz des Adelgeschlechtes befindlichen Vermögen stattdessen für Wiedergutmachung bei den Nachkommen der in den sinnlosen Schlachten  getöteten deutschen Soldaten zu zahlen ist, einem Krieg (Weltkrieg I), der durch dieses Haus mit größter Schuld mitverantwortet wurde!

Ein Gutachten-Streit um die Verstrickung des Hauses Hohenzollern in Faschismus und Nationalsozialismus findet zur Zeit statt!

image_pdf(c) JvHSimage_print(c) JvHS

30. November 2019
von JvHS
Kommentare deaktiviert für Kalter Novembermorgen

Kalter Novembermorgen

“Die Lüge kann nie zur Wahrheit werden dadurch, dass sie an Macht wächst.” – Rabindranath Tagore, Verirrte Vögel

Ein Morgen mit Sonnenaufgang und den Spuren der kalten Nacht könnte einen positiven Tag erwarten lassen, gäbe es nicht die Versammlung der geballten Ignoranz und Anhänger des “ewig Gestrigen” und ihre tumben Rotten, die wieder einmal bereit sind zum Marsch in das Verderben, um wieder Freiheit und Toleranz unter ihren Trümmern, die sie hinterlassen, zu verschütten. Denk´ich an Deutschland in der Nacht, sind bald alle um ihren Schlaf gebracht

Heinrich Heine ist die tröstende Notwendigkeit angesichts des Parteitages der “Armseligkeit für Deutschland” (welcher Sarkasmus: in “Braun”schweig). Anders als die Tröten der Rückswärtsgerichteten und Ignoranten, die Arm in Arm mit den Brandstiftern an ihrer Spitze wieder das Autoritäre und Unterdrückende als “Ordnungskraft” dem Alltag in Deutschland überstülpen und gewaltsam durchsetzen wollen, wirft Heinrich Heine in seinem Wintermärchen einen Blick auf die beiden Seelen Deutschlands.  Und die Kurzsichtigen und “Brüder im Geiste” bei den C-Parteien geigen schon wieder die Melodie der Koalition mit der “Armseligkeit für Deutschland”, die in eigener Sache eine Machtsicherung darstellt und ihre Verpflichtung zum Wohle des Landes verdrängen hilft. Der Gedächtsnisverlust dieser Narzissten ist so massiv, dass sie ihrer eigenen “Entmächtigung” wieder entgegen eilen!

CAPUT I (Quelle)

              Im traurigen Monat November war’s,
Die Tage wurden trüber,
Der Wind riß von den Bäumen das Laub,
Da reist ich nach Deutschland hinüber.Und als ich an die Grenze kam,
Da fühlt ich ein stärkeres Klopfen
In meiner Brust, ich glaube sogar
Die Augen begunnen zu tropfen….

Sie sang von Liebe und Liebesgram,
Aufopfrung und Wiederfinden
Dort oben, in jener besseren Welt,
Wo alle Leiden schwinden.

Sie sang vom irdischen Jammertal,
Von Freuden, die bald zerronnen,
Vom jenseits, wo die Seele schwelgt
Verklärt in ew’gen Wonnen.

Sie sang das alte Entsagungslied,
Das Eiapopeia vom Himmel,
Womit man einlullt, wenn es greint,
Das Volk, den großen Lümmel.

Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,
Ich kenn auch die Herren Verfasser;
Ich weiß, sie tranken heimlich Wein
Und predigten öffentlich Wasser.

Ein neues Lied, ein besseres Lied,
O Freunde, will ich euch dichten!
Wir wollen hier auf Erden schon
Das Himmelreich errichten.

Wir wollen auf Erden glücklich sein,
Und wollen nicht mehr darben;
Verschlemmen soll nicht der faule Bauch,
Was fleißige Hände erwarben.

Es wächst hienieden Brot genug
Für alle Menschenkinder,
Auch Rosen und Myrten, Schönheit und Lust,
Und Zuckererbsen nicht minder.

Ja, Zuckererbsen für jedermann,
Sobald die Schoten platzen!
Den Himmel überlassen wir
Den Engeln und den Spatzen.

Ein neues Lied, ein besseres Lied!
Es klingt wie Flöten und Geigen!
Das Miserere ist vorbei,
Die Sterbeglocken schweigen.

Die Jungfer Europa ist verlobt
Mit dem schönen Geniusse
Der Freiheit, sie liegen einander im Arm,
Sie schwelgen im ersten Kusse.

Und fehlt der Pfaffensegen dabei,
Die Ehe wird gültig nicht minder –
Es lebe Bräutigam und Braut,
Und ihre zukünftigen Kinder!

CAPUT III ff.

                Zu Aachen, im alten Dome, liegt
Carolus Magnus begraben.
(Man muß ihn nicht verwechseln mit Karl
Mayer, der lebt in Schwaben.)Ich möchte nicht tot und begraben sein
Als Kaiser zu Aachen im Dome;
Weit lieber lebt’ ich als kleinster Poet
Zu Stukkert am Neckarstrome.Zu Aachen langweilen sich auf der Straß’
Die Hunde, sie flehn untertänig:
»Gib uns einen Fußtritt, o Fremdling, das wird
Vielleicht uns zerstreuen ein wenig.«

Ich bin in diesem langweil’gen Nest
Ein Stündchen herumgeschlendert.
Sah wieder preußisches Militär,
Hat sich nicht sehr verändert.

Es sind die grauen Mäntel noch
Mit dem hohen, roten Kragen –
(Das Rot bedeutet Franzosenblut,
Sang Körner in früheren Tagen.)

Noch immer das hölzern pedantische Volk,
Noch immer ein rechter Winkel
In jeder Bewegung, und im Gesicht
Der eingefrorene Dünkel.

Sie stelzen noch immer so steif herum,
So kerzengerade geschniegelt,
Als hätten sie verschluckt den Stock,
Womit man sie einst geprügelt.

Ja, ganz verschwand die Fuchtel nie,
Sie tragen sie jetzt im Innern;
Das trauliche Du wird immer noch
An das alte Er erinneren.

Der lange Schnurrbart ist eigentlich nur
Des Zopftums neuere Phase:
Der Zopf, der ehmals hinten hing,
Der hängt jetzt unter der Nase.

Nicht übel gefiel mir das neue Kostüm
Der Reuter, das muß ich loben,
Besonders die Pickelhaube, den Helm
Mit der stählernen Spitze nach oben.

Ja, ja, der Helm gefällt mir, er zeugt
Vom allerhöchsten Witze!
Ein königlicher Einfall war’s!
Es fehlt nicht die Pointe, die Spitze!

Nur fürcht ich, wenn ein Gewitter entsteht,
Zieht leicht so eine Spitze
Herab auf euer romantisches Haupt
Des Himmels modernste Blitze! – –

Zu Aachen, auf dem Posthausschild,
Sah ich den Vogel wieder,
Der mir so tief verhaßt! Voll Gift
Schaute er auf mich nieder.

Mißtönend schauerlich war die Musik.
Die Musikanten starrten
Vor Kälte. Wehmütig grüßten mich
Die Adler der Standarten.

Die Menschen schauten so geisterhaft
In alter Erinnrung verloren –
Der imperiale Märchentraum
War wieder heraufbeschworen.

Der Himmel erhalte dich, wackres Volk,
Er segne deine Saaten,
Bewahre dich vor Krieg und Ruhm,
Vor Helden und Heldentaten.

Er schenke deinen Söhnen stets
Ein sehr gelindes Examen,
Und deine Töchter bringe er hübsch
Unter die Haube – Amen!

Und als der Morgennebel zerrann,
Da sah ich am Wege ragen,
Im Frührotschein, das Bild des Manns,
Der an das Kreuz geschlagen.

Mit Wehmut erfüllt mich jedesmal
Dein Anblick, mein armer Vetter,
Der du die Welt erlösen gewollt,
Du Narr, du Menschheitsretter!

Sie haben dir übel mitgespielt,
Die Herren vom hohen Rate.
Wer hieß dich auch reden so rücksichtslos
Von der Kirche und vom Staate!

Zu deinem Malheur war die Buchdruckerei
Noch nicht in jenen Tagen
Erfunden; du hättest geschrieben ein Buch
Über die Himmelsfragen.

Der Zensor hätte gestrichen darin,
Was etwa anzüglich auf Erden,
Und liebend bewahrte dich die Zensur
Vor dem Gekreuzigtwerden.

Ach! hättest du nur einen andern Text
Zu deiner Bergpredigt genommen,
Besaßest ja Geist und Talent genug,
Und konntest schonen die Frommen!

Geldwechsler, Bankiers, hast du sogar
Mit der Peitsche gejagt aus dem Tempel –
Unglücklicher Schwärmer, jetzt hängst du am Kreuz
Als warnendes Exempel!

Ich warte, bis die Zahl komplett,
Dann schlag ich los und befreie
Mein Vaterland, mein deutsches Volk,
Das meiner harret mit Treue.«

So sprach der Kaiser, ich aber rief:
»Schlag los, du alter Geselle,
Schlag los, und hast du nicht Pferde genug,
Nimm Esel an ihrer Stelle.«

Die Republikaner lachen uns aus,
Sehn sie an unserer Spitze
So ein Gespenst mit Zepter und Kron’;
Sie rissen schlechte Witze.

Auch deine Fahne gefällt mir nicht mehr,
Die altdeutschen Narren verdarben
Mir schon in der Burschenschaft die Lust
An den schwarzrotgoldnen Farben.

Das beste wäre, du bliebest zu Haus,
Hier in dem alten Kyffhäuser –
Bedenk ich die Sache ganz genau,
So brauchen wir gar keinen Kaiser.«

Fatal ist mir das Lumpenpack,
Das, um die Herzen zu rühren,
Den Patriotismus trägt zur Schau
Mit allen seinen Geschwüren.

 

Der Enkel wird essen und trinken genug,
Doch nicht in beschaulicher Stille;
Es poltert heran ein Spektakelstück,
Zu Ende geht die Idylle.

Doch dieser deutsche Zukunftsduft
Mocht alles überragen,
Was meine Nase je geahnt –
Ich konnt es nicht länger ertragen – – –

Dem wirklichen Aristophanes,
Dem ginge es schlecht, dem Armen;
Wir würden ihn bald begleitet sehn
Mit Chören von Gendarmen.

Der Pöbel bekäm die Erlaubnis bald,
Zu schimpfen statt zu wedeln;
Die Polizei erhielte Befehl,
Zu fahnden auf den Edeln.

 

 

 

 

image_pdf(c) JvHSimage_print(c) JvHS

25. November 2019
von JvHS
Kommentare deaktiviert für Novembertage – die Büchse der Pandora nach Kubitscheckart ist schon längst wieder geöffnet

Novembertage – die Büchse der Pandora nach Kubitscheckart ist schon längst wieder geöffnet

Novembertage

Herbstbilder nach Art des “Indian Summer” sind immer wieder augen- und glückserfrischend.

“Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen.” Horkheimer

 

Novemberbilder á la Kubitscheck haben ganz andere Farben: Die Geister, welche die AfD rief, wird sie nicht mehr los! Sie haben längst den Pakt mit diesen geschlossen.

Novemberbilder á la Kubitscheck sind dagegen genau die andere Art von Eindrücken, die an die Büchse der Pandora erinnert mit ihren Schrecken und Verwüstungen, wie sie im mythologischen Umfeld wie auch und gerade im Nazi-Terror sich zeigten. Der politische Arm und seine willig- gierige Statthalter-Partei AfD öffnen dabei den Deckel immer weiter. Die Brandstifter-Tätigkeit liegt im Blut der Faschisten und des Rechtsterrors. Ihre tumben Horden marschieren schon seit fast drei Jahrzehnten und hinterlassen eine blutige und brandgeschwängerte Spur quer durchs Land.

Längst marschieren sie schon wieder – auch wenn es noch so aussieht, als strampelten die Rechten in der Luft…!

Statthalter der Strategie Kubitschecks – wie Tabus zu brechen, Grenzüberschreitungen zu begehen, Begriffs-und Bedeutungsbesetzungen vorzunehmen und so die Salonfähigkeit des Rechtsradikalen immer mehr zu erweitern –  sind die willfährigen Figuren von Gauland,  Kalbitz, Höcke und Konsorten bis zu den im eigenen gierigen Machtsumpf versinkenden  Narzzismusbetroffenen á la Meuten und Weidel, die  sich vor den Karren der Neofaschisten spannen lassen. Möglicherweise sind sie jedoch im gleichen Weltbild der Machtversessenheit und des Vernichtungswillen jeglicher historischer Verantwortung gefangen, sodass in diesen neoliberalen Figuren sich jenes kristallisiert, was Horkheimer definierte als systemische Grundlage: “Wer vom Kapitalismus nicht reden will, soll vom Faschismus schweigen.” Mitläufer sind sie schon lange nicht mehr. Die Täterschaft ist nachvollziehbar, wie Rednerbeiträge belegen .

Hierzu ist ein lesenswerter Artikel in der NZZ erschienen, der auf die Vernetzung der AfD und ihrer Leitfiguren mit den Rechtsradikalen und vor allem der Figur “Goebbelscher Provenienz” – Götz Kubitscheck – verweist. 

Ihnen kommt dabei entgegen, dass die rechtskonservativen Teile des Prekariats sich nicht mehr von den linken und sozialdemokratischen Parteien vertreten fühlen und – wie schon in den 12 Jahren des “1000 jährigen Reiches” – zu den Faschisten und Rechtsradikalen überlaufen und diese mitlaufend unterstützen. Auch darin steckt ein Stückchen “Erfolg” Kubitscheck´scher Büchsenöffnung, jene Enttäuschten und vom Neoliberalismus Gebeuteteln mittels Fremdtäuschung zu benutzen. Die Geschichtsverfälschung gehört dabei zu einer alles umfassenden Klammer für diejenigen, denen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Gewaltbereitschaft und Vorurteile praktizierend als Verhaltens- und Denkweisen eigen sind. Die Durchdringung des Faschismus und des Nazi-Weltbildes  bei den gesellschaftlichen Gruppen aus der Mitte der Gesellschaft findet weiterhin statt, auch weil diese vermutlich Institutionen wie Polizei, Geheimdienste, Militär, Feuerwehr und Wirtschaft erreicht hat. Die Aufarbeitung dieser Gefahr und die Abwendung der Anfänge der Durchdringung dieser wichtigen Exekutiveinrichtungen im Rechtsstaat ist dringend geboten. Die jweilige Personalie Maaßen und Wendt stehen dafür stellvertretend. 

Auch hierzu ist ein lesenswertes Interview von Sahra Wagenknecht mit Albrecht Müller auf den Nachdenkseiten erschienen.

 

image_pdf(c) JvHSimage_print(c) JvHS