Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

31. Juli 2010
von JvHS
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Begrüßung und Abschied – ein vorläufiger?

  

»Es gibt eine kreisförmige Wechselbeziehung zwischen Machen und Erkennen. Wenn man nicht macht, was man als notwendig, wenn auch mit persönlichen Unannehmlichkeiten behaftet, erkannt hat, dann kann man irgendwann auch nicht mehr erkennen, was zu machen ist.

Wer Anpassungszwängen taktisch nachgibt, wohl wissend, dass er ihnen mit vertretbarem Risiko widerstehen könnte und auch sollte, wird nach und nach die Unzumutbarkeit von Anpassungsforderungen gar nicht mehr wahrnehmen, d. h., die eigene Gefügigkeit auch nicht mehr als Fluchtreaktion durchschauen.

Alles erscheint normal: die Verhältnisse, denen er sich ergibt, und der Verzicht auf Gegenwehr, den er eben gar nicht mehr erlebt.« (Horst-Eberhard Richter: Psychoanalyse und Politik)

Revision: 220619

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21. September 2019
von JvHS
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Klimapolitik-Gewurschtel der Koalition

Für Politiker ein Mont-Everest, der nur mühsam zu besteigen sei – oder vom höchsten Berg reden, der in Wirklichkeit nur ein kleiner Hügel ist.

“Sehen, denken, erkennen und handeln ist Eigenverantwortung”

Wenn der Vermögensschutz und das Aktiengesetz die Agenda bestimmen, wenn darüber hinaus das Lobby-Netzwerk der Wahlperoiden-Stukkateure weiter dominieren kann, dann kreißt in der Tat der politische Geröllhaufen und gebiert ein Mäuslein in Sachen Klimapolitik. Und dann wird ein kleiner Hügel als Berg verkauft, den es mit viel Propaganda-Tamtam zu vermarkten gilt und als Erfolgsbesteigung zum St. Nimmerleinstag verkündet wird.

Wer Politik angesichts der seit fast 50 Jahren erkennbaren Katastrophe immer noch als Kompromiss-Prozess in Sachen Klimawandel darstellt und behandelt, der hat die Menschheit längst zum Untergang verurteilt. Weit und breit kein charismatischer Überzeuger und Macher der Sachgerechtigkeit unter den Politikern in Sicht (erst recht nicht bei der Partei der Armseligkeit für Deutschland)- da müssen die Bürger weiter den Druck erhöhen.

Update: Wie tief die Menschen in ihrer Arbeitsblase unterhalb des Tellerrandes stecken, zeigt nicht nur die Filterblase der Regierungsmitglieder, sondern auch ein furchtbares und verheerendes Urteil des Berliner Landgerichts in Sachen Renate Künast. 

In einem Leserbrief verweist der Schreiber auf die Blindheit der Spezialisten für die Belange der Allgemeinheit und die Folgen für das soziale Miteinander.

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20. September 2019
von JvHS
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Fridays for Future – Klimawandel

Der Club of Rome hatte 1972 in Die Grenzen des Wachstums, 1972, ISBN 3-421-02633-5 vor den Bedrohungen der Menschheit durch den Glauben an unbegrenztes Wachstum gewarnt. Risikoanalysen, alternative Zukunftsszenarien und das Hinterfragen der der Ziele und Fehlentwicklungen der Wirtschaftssysteme – hier des Neoliberalismus und des Kapitalismus – sowie alternative Lebensentwürfe zu erforschen und vorzuschlagen, sind die Methoden zur Rettung der Menschheit.

Zitat: “Das aktuelle Arbeitsprogramm des Club of Rome konzentriert sich auf die Themenbereiche 1) Umformulierung der Ziele und Veränderung der Funktionsweise unserer Wirtschaftssysteme; 2) Entkopplung von Wohlstandsentwicklung und Ressourcenverbrauch; und 3) Sicherung von Lebensgrundlagen, Arbeitsplätzen und Einkommen.” Zitatende [Quelle]

Mit der Bewegung und den Protesten von “Fridays for Future” nimmt das Thema endlich Fahrt auf. Fast 50 Jahre haben die Regierungen weltweit nichts wirklich wirksames getan, um der Klimakatastrophe zu entgehen. Bis heute leugnen sehenden Auges Parteien (AfD) und Regierungsoberhäupter (Trump) den menschengemachten Klimawandel. Und ignorieren selbst neue Erkenntnisse aus den Klimasimulationen wie an der University of Michigan:

Zitat: “Die globale Erwärmung wird voraussichtlich die Verteilung und Art der Wolken in der Erdatmosphäre verändern, und Wolken können sowohl wärmende als auch kühlende Auswirkungen auf das Klima haben. In ihren Simulationen des frühen Eozäns fanden Zhu und seine Kollegen eine Verringerung der Wolkenabdeckung und -trübung, die die CO2-induzierte Erwärmung verstärkte. Die gleichen Wolkenprozesse, die für die erhöhte Klimasensitivität in den Eozän-Simulationen verantwortlich sind, sind nach Ansicht der Forscher heute aktiv.”  Zitatende (Quelle: Klimamodell CESM1.2 – Berechnungen und Simulation – University of Michigan) 

Wissenschaftler haben in dem Klimasimulationsmodell festgestellt:

Zitat “Die wichtige Erkenntnis nach dem Klimamodell ist, dass die Erwärmung mit der CO2-Konzentration in der Atmosphäre schnell wächst, also sich beschleunigt. Der Planet wird zunehmend sensitiver gegenüber ansteigenden CO2-Emissionen.”  Zitatende (Quelle: Telepolis) 

Dass auch die jetzige Regierung kaum die notwendigen Konsequenzen ziehen wird, ist zu unterstellen. Dafür sind in dem Kabinett mit dem CSU Ministern Scheuer (Verkehr) und der CDU-Ministerin Klöckner (Agrar) sowie CDU-Minister Altmaier  (Wirtschaft) zu schwache Persönlichkeiten zu sehr lobbyistisch verbandelt, um sachgemäß notwendige Maßnahmen in die Wege zu leiten für die Bereiche, die am meisten Einfluss auf die Fehlentwicklungen in Sachen Klima haben.

Update: Klimagipfel der Koalition hat sich scheinbar geeinigt auf ein Maßnahmenpaket. Mal sehen, wenn alle Einzelheiten bekannt sind, ob dies ausreichend für die gesteckten Ziele ist – oder ob hier faule Kompromisse gemacht wurden.

Ein Projekt zur persönlichen Prüfung des eigenen Ressourcen-Verbrauchs 

Unter dem 2000m²-Projekt wird sichtbar, welche Möglichkeiten für den Einzelnen in Sachen tägliche Ernährung bestehen und welchen Anteil an Boden/Ackerfläche er nutzen sollte können. Bei rund 7.5 Mrd. Menschen auf Welt und ca. 1,5 Mrd. Hektar Ackerfläche ergibt das 2000 m² für jeden Menschen. Täglich stehen für jeden Menschen 4.2 m² zur Verfügung. Mit einem online-Rechner kann jeder berechnen, wie viel dieser Fläche er für ein Gericht/Essen er verbrauchen würde.  Für eine Pizza Salami mit rd. 1090 kcal würden die dazu benötigten Lebensmittel, die auf den 4.2 m² wachsen würden, schon 1,63 m² in Anspruch genommen worden. Damit wäre für eine Mahlzeit schon 39 % der täglichen Fläche in Anspruch genommen.

Als weitere Mahlzeit dürfte dann nur noch ein Schnitzel mit Bratkartoffeln zu sich genommen werden – und schon sind die täglichen Ressourcen von 4.2 m² verbraucht. Dass nicht jedem Menschen gerechter Weise soviel Anbaufläche zur Verfügung steht, kann unsere Lebensweise und der Verbrauch an Lebensmitteln nicht gerecht sein.

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19. September 2019
von JvHS
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Altersarmut – Einfluss der Bertelsmann-Stiftung auf die Deutungshoheit und den öffentlichen Diskurs

Was Armut ist, das ist weltweit definiert und die Berechnung für Deutschland beruht auf den Daten des Bundesamtes für Statistik – destatis! Wo Armut beginnt, ist durch den Begriff Armutsschwelle eines Landes  international eindeutig festgelegt:

Wer weniger als 60% des mittleren Einkommens erhält, ist armutsgefährdet. Destatis  berechnete diese Schwelle für Deutschland im Jahr 2018 mit 1.035 € netto. 

Diese Größenordnung scheint bestimmten gesellschaftlichen Schichten nicht zu passen. Die Bertelsmann-Stiftung hat sich dieser Aufgabe angenommen und versucht einen weit niedrigeren Wert in der Öffentlichkeit zu platzieren. Dabei greifen die Ersteller dieser Studie (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung – DIW) auf unlautere Definitionen zurück, um den  lobbyistisch argumentierten Betrag von nur 905 Euro netto ins Spiel zu bringen.

Aufgedeckt hat diese üble Manipulation der Autor Reiner Heyse auf der Plattform “Seniorenaufstand”. 

In diesem Zusammenhang ist folgende Meldung besonders interessant, dass in den Steueroasen(Irland, Luxemburg, Niederlande in der EU! sowie Singapur, Hongkong und die Britischen Jungferninseln)  das Steuerfluchtkapital mittlerweile auf die gigantische Höhe von 15 Billionen Dollar angewachsen ist. Dieses sogenannte Phantom-Kapital dient nur dem Parken zu besonders niedrigen Steuern und keinesfalls als Investitionskapital. Mit der Flucht aus der solidarischen Gemeinschaft eines Staates und der Vermeidung der gerechten Beteiligung an den Sozialkosten, hier auch der Vermeidung von Altersarmut, wird auch offensichtlich, warum diese Steuervermeidungsflüchtlinge ein Interesse daran haben, die Armutsschwelle nach unten zu drücken. Somit sind auch staatliche Grundsicherungen für weniger Bedürftige dann zu leisten. In der Folge wird die Staatskasse weniger belastet und die öffentliche Diskussion über Steuerflüchtlinge weniger interessant. Ebenso soll der Diskurs um die Mindestrente und ein Mindesteinkommen die Luft genommen werden. Nicht zuletzt wird das Werben für eine private Vorsorge wieder in den Vordergrund gespielt.

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