Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

31. Juli 2010
von JvHS
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Begrüßung und Abschied – ein vorläufiger?

  

»Es gibt eine kreisförmige Wechselbeziehung zwischen Machen und Erkennen. Wenn man nicht macht, was man als notwendig, wenn auch mit persönlichen Unannehmlichkeiten behaftet, erkannt hat, dann kann man irgendwann auch nicht mehr erkennen, was zu machen ist.

Wer Anpassungszwängen taktisch nachgibt, wohl wissend, dass er ihnen mit vertretbarem Risiko widerstehen könnte und auch sollte, wird nach und nach die Unzumutbarkeit von Anpassungsforderungen gar nicht mehr wahrnehmen, d. h., die eigene Gefügigkeit auch nicht mehr als Fluchtreaktion durchschauen.

Alles erscheint normal: die Verhältnisse, denen er sich ergibt, und der Verzicht auf Gegenwehr, den er eben gar nicht mehr erlebt.« (Horst-Eberhard Richter: Psychoanalyse und Politik)

Revision: 220619

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19. Oktober 2019
von JvHS
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Was ist populistisch und wer bedient sich insbesondere dieser Strategie?

Dazu sind in den letzten 15 Jahren in Europa besonders die rechtsnationalistischen Strömungen zu benennen – von der französischen Le Pen über die polnische PiS, die österreichische FPÖ und Orbans ungarische Fidesz bis zur AfD mit ihren gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeits-Programmen und der Absicht des Rückbaus der Demokratie.

Dass mit Trump in den USA sowie Nigel Farage und Boris Johnson in England sich nicht nur clowneske Figuren als Vertreter des Volkes darstellen, tatsächlich aber  als privilegierte Angehörige des neoliberalen Establishment heuchlerisch mit Lug und Betrug das Volk manipulieren, ist nicht nur bittere Ironie angesichts der Möglichkeiten zur Aufklärung und des eigenständigen Denkens, sondern exemplarisch für die negativ-destruktive Seite des Populismus, der die Teile des Volkes auf seine Seite zieht, die das eigenständige Denken abgegeben haben.

Gaulands “Vogelschiß der Geschichte” – eine Verharmlosung und Verhöhnung der Leiden und Millionen Toten und vor allem des Holocaust (der nationalsozialistische Völkermord an mindestens 6 Millionen der europäischen Juden).

Insbesondere der AfD und ihrem Führungspersonal muss jederzeit die Maske von den Gesichtern gerissen werden, wenn sie die Fratze des Rassismus und des Faschismus, der Rechtsradikalität und des Rechtsterrors dahinter zu verbergen sucht. Doppelt verwerflich und verachtenswert sind dabei die Provokationen und der Versuch, durch Grenzüberschreitungen mit hetzerischer Wirkung auf das Volk (lateinisch: populus) den Holocaust in der Nazizeit von 1933- 1945 zu diskreditieren  und diese Zeit  als „Vogelschiss der Geschichte“ (Gauland) zu verharmlosen.  Dazu gehört auch, wenn Alice Weidel auffordert,  politische Korrektheit und damit den politischen Anstand „auf den Müllhaufen der Geschichte zu werfen“. Ganz zu schweigen davon, dass die durchscheinende Verherrlichung des Hitlerdespotismus bei Höcke, Kalbitz und anderen AfD-Repräsentanten rechtsextreme Gesinnung belegen, die zudem indirekte Aufforderungen zu Gewalttaten bedeuten.

Flankiert werden diese Vorgehensweisen der AfD durch Gaulands Äußerungen am Wahlabend des Einzugs der AfD in den Bundestag mit „Wir werden sie jagen, wir werden Frau Merkel jagen“ und „wir werden uns unser Vaterland zurückholen“ – Aussagen, die indirekt verbunden sind mit dem vermittelten Bild des Jagens und zur Strecke bringen, also tödliche Gewalt und Machtausübung einzusetzen, und als Versprechen gegen über dem  eigenen Anhang platziert, verbunden damit,  dieses Verhalten dort als akzeptabel zu implizieren. Als seien Politik und Regierungshandeln eine archaische, körperliche Tätigkeit der Machtausübung durch Waffen.

Ebenso exemplarisch für einen negativen Populismus – und  charakteristisch für die Grenzüberschreitung der AfD – ist das Bild vom „Zurückholen unseres Vaterlandes und zwar durch uns“, das in seiner vagen Formdarbietung offen lässt, wer „uns“ ist oder was „Vaterland“ bedeuten soll? Im Kontext der vielen anderen Grenzüberschreitungen dieser Partei und der Verortung im rechtsradikalen Umfeld, darf mit „uns“ jeder Anhänger des Faschismus, der Holocaustleugner, der „Brüder im Geiste von SS und Gestapo-Terror“, des Neonaziterrors und der Vorurteile in Form von Rassismus gemeint ist. Und bei „unser Vaterland“ darf im Kontext der vielen Aussagen und Taten der rechten AfD-Anhänger gegen den Pluralismus einer demokratischen Grundordnung und gegen den Rechtsstaat, das „Vaterland des Hitlerterrorismus“ und bestenfalls die Zeit „des Junkertums“ verstanden werden, in dem die Großgrundbesitzer á la „von Storch“ und die Kapitalverehrer und -nutznießer der Gaulands und Weidels das Sagen haben.

Auf diesen negativen Populismus der AfD können wir in Deutschland verzichten. Die rechtsstaatliche Durchsetzung gegen die Grenzüberschreitungen und Gefährdungen der Demokratie sowie der strafrechtlichen Vergehen durch diese Partei sind in aller Härte durchzusetzen. Und die Mitverantwortung der Wählerschaft dieser Partei ist in aller Deutlichkeit zu benennen. Denn Gauner muss man Gauner nennen – und Rassisten und Nazis muss man Rassisten und Nazis nennen!   

Weitere Quellen zur Einschätzung des negativen und demokratiegefährdenden  Populismus sind bei dem TV-Sender phönix zu finden!

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18. Oktober 2019
von JvHS
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Die DNA des korruptionsverdächtigen Lobbyismus

 

Demokratie im Visier – Freihandel dient nur den Konzernen

Was dem einen Land der „Strache-Skandal“ ist dem anderen Land der “Altmaier-Fall” – könnte der Bürger schlussfolgernd schließen, über jenes,  was die Plattform „abgeordnetenwatch.de“ als Ungeheuerlichkeit im Wirtschaftsministerium öffentlich zugänglich machte.

Im Zuge des Informationsfreiheitsgesetzes beantragten die Mitarbeiter von abgeordnetenwatch.de Aktenzusendung zu einem verwerflichen und dennoch exemplarischen Vorgang im Umfeld von Lobbyismus und Regierung. Was über das Recherchenetzwerk von Süddeutscher Zeitung, WDR und NDR im Fall Peter Altmaier zuvor herausgefunden und von dort berichtet wurde, hat abgeordnetenwatch.de nun öffentlich zugängig gemacht. Die Akte zum Vorgang lässt sich nun vollständig herunterladen, so dass der Bürger sich ein eigenes Bild von den Vorfällen der Beeinflussung durch neoliberale Unternehmen machen kann.

Hier wird in aller Deutlichkeit die DNA des Lobbyismus sichtbar, mit der die Verantwortlichkeit eines Politikers für die Gesamtheit der Gesellschaft beiseitegeschoben wird zum Nachteil der Bürgerschaft und zum Vorteil einer kleinen Klientel. Es stinkt deutlich nach einer korruptionsnahen Verzahnung von Erfüllungsgehilfen auf Seiten der Regierung mit den Einzelinteressen einer kleinen Branche. Das Wesen des Neoliberalismus, auf Kosten der Mehrheit „Freihandel“ zu betreiben, wird überdeutlich sichtbar, auch weil mit Netz und doppeltem Boden für die Gewinnmaximierung gesorgt werden kann. Geht´s noch, Herr Minister?

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14. Oktober 2019
von JvHS
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Veränderte Verhaltensweisen der Menschen in Sachen Kommunikation und Diskursfähigkeit

Der Einäugige ist König unter den Blinden

“Das größte Problem in der Kommunikation ist die Illusion, sie hätte stattgefunden.” – George Bernard Shaw

“Alle reden von Kommunikation, aber die wenigsten haben sich etwas mitzuteilen.” – Hans Magnus Enzensberger

Es hat den Anschein, dass als Wirkung der Informations-Tsunamis und Twitter-/Facebook-Kommentarüberschwemmungen in den sozialen Medien eine Verhaltensänderung der Menschen für den Umgang miteinander stattgefunden hat, die nicht ohne negativen Einfluss auf das Denken in der Gesellschaft erfolgte.

Anscheinend sind die Menschen – quer durch alle Gesellschaftsschichten –  davon betroffen.

Die Realitätsverdrossenheit, Virtualitätsbesessenheit und Surrealitätssehnsucht beherrschen den Wahrnehmungskontext, die Erkenntnisfähigkeit und die Wissensvermittlung der Menschen durchgängig im Umgang mit den gesellschaftlichen und politischen Themen! 

Ergänzt werden diese Unarten von Eigenschaften und Fähigkeiten noch mit dem Zurückdrängen und dem Ersetzen der Denkprozesse durch negative Gefühle wie Hass, Neid, Angst und Wut als überwiegende Handlungsweisen. Das öffnet den Manipulationen der Meinungsmachern á la Trump, Johnson, Höcke, Erdogan  und Orban Tür und Tor für ihre Vorgehensweisen. 

Eine temporäre Ausnahme ist anscheinend die Jugendbewegung “Friday für Future” und ihr Engagement für den Klimaschutz.

 

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14. Oktober 2019
von JvHS
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Verrat an Herkunft und Kultur als Preis für die Verbreitung neoliberaler Gesinnung

Neoliberale Totengräber der Demokratie sind auf dem Vormarsch

Da verweist der neoliberale Erzkonservative mit jüdischen Wurzeln, Henryk M. Broder, auf seiner – von gruppenbezogener, gesellschaftspolitischer Vorurteile triefenden – Plattform auf die seit 2000 Jahren erlebten Pogrome des jüdischen Volkes und den immanent vorhandenen Antisemitismus, dass es genau jene Bedrohungen und Vernichtungen schon vor der Existenz der AfD gegeben habe.

Welcher Zynismus und welche perfide Doppelmoral damit zwischen den Zeilen platziert und als Botschaft in die Welt gesendet wurde, wer dabei den Holocaust mitdenkt, das wird erkennbar daran, dass bewusst der Hinweis fehlt, dass mit dem Agieren der AfD und ihrem Einzug in das Parlament und der  massiven Verstrickung der AfD in die rechtsradikalen Traditionen der latent vorhandene und nie aufgearbeitete Faschismus und Rechtsradikalismus wieder salonfähig gemacht wurde. Die Mitverantwortung der AfD für den Anschlag von Halle und die ständig wachsende Bedrohung des Antisemitismus durch die AfD-Brandstifter wird mit keinem Wort erwähnt. 

Gesinnungssymbol – tumper Verortung

Hier wird der Verrat Broders an den eigenen Wurzeln und Kultur auf dem Altar seiner neoliberalen Gesinnung(*) geopfert, weil die neoliberale, erzkonservative AfD ja gesinnungsmäßig mit der eigenen Weltansicht Überschneidungen garantiert und nützlich sein könnte, die Grundstimmung des Unsolidarischen in unserer Gesellschaft zu verbreiten. Was für eine verabscheuungswürdige Aktion, ganz im Sinne seiner Plattform-Ideologie. Er macht sich damit gemein mit den Denkgiften der AfD.

(*) Welche Auswirkungen der Neoliberalismus hat, zeigt exemplarisch das Beispiel bei der Ungleichheit in der Besteuerung von Immobilienerwerb: Grunderwerbssteuer umgehen die neoliberalen Gesinnungstäter  und Spekulanten mit Hilfe der RA-Kanzleien. Dass dies ermöglicht wird, verursachen die Helfer in den Ministerien und Regierungen und den Parteien, die dafür sorgen, dass es keine oder nur lasche Gesetzeskorrekturen gibt. Auch weil statt der Verantwortungsethik bei diesen Entscheidungsträgern die Gesinnung vorherrscht, das Aktiengesetz über die Gemeinwohlverpflichtung des Staates zu stellen, sowie die Vermögen des Spekulantentums und der Steuervermeidungs- und Steuerfluchtindustrie zu schützen. 

Weitere Infos:

Hier, hier  und hier!

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