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Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Merkmale des weltweit neu erstarkenden, menschenfeindlichen Faschismus

Von der epidemischen Ausbreitung rechtsradikaler Ideologien und dem brutalen Aktivismus neoreaktionärer Superreichen (Peter Thiel, Elon Musk, Jeff Bezos, Mark Zuckerberg und Konsorten) bis zum verzerrten „Macht- und Freiheitsbegriff“ in Form  der rechts- und verfassungsbrechenden Willkür eines Donald Trump zeigt sich ein neuer Faschismus, der über die Merkmallisten und Definitionen des „ewigen Faschismus“ Umberto Ecos hinausreicht.

Die promovierte Autorin, Eva von Redecker, setzt in ihrem neuen Buch „Dieser Drang nach Härte. Über den neuen Faschismus“ den Fokus auf die Erforschung der autoritativen Bewegungen (AfD und Identitären in Deutschland / MAGA-Ideologie in Trumps US-Amerika) mit dem Ziel, eine Theorie des neuen Faschismus zu definieren. Sie untersucht die netzwerkende Beziehung von Faschismusideologie mit dem Weltbild des neoliberalistischen reaktionären Kapitalismus.

Auf dem Boden der „Kritischen Theorie“ seziert sie neue Faschismus-Formen und bringt mit ihrem Begriff „Phantombesitz“ eine neue Kategorie faschistischer Handlungen in den Diskurs „Was ist Faschismus?“ An welchen Kategorien Faschismus definierbar wird, hat Umberto Eco in seinem Werk „Der ewige Faschismus“ aufgeführt. Dem fügt Eva von Redecker eine weitere Kategorie hinzu, die vor allem den Besitzanspruch und die Verfügungsmacht über Menschen und ihre ausbeuterische Verwertung anspricht.

Unter dem Begriffs-Schirm des Menschenrechts und der Menschenwürde lässt sich subsummieren, dass niemand Besitz an einem Mitmenschen haben kann. Zu Recht kann dies als ein wesentliches Merkmal zivilisierter Regelwerke der Demokratie und des Rechtsstaates verstanden werden.

 „Phantombesitz“ (*) nennt von Redecker das aus faschistischer Ideologie entstandene Anspruchsdenken der aktuellen Faschisten, die über die Arbeitskraft von Menschen in Produktionsabläufe ebenso verfügen wollen (als Kriegsgefangene, die von den Nazis als Zwangsarbeiter in den Produktionen von Kriegswaren, in der Landwirtschaft etc. eingesetzt waren), wie über die Kampfkraft  als Soldaten, die in Militäreinheiten gedungen werden (aktuell in Russlands Truppen durch Zwangseinberufung, oder durch Abordnung fremder Soldaten für Kriegseinsätze im Ukrainekrieg wie durch Korea) und denen keine Wahl gelassen wird, sich gegen diese Verwendung wehren zu können.

Die Ungleichbehandlung farbiger Menschen und die Nicht-Anerkennung des Menschenrechts gesellschaftlicher Gruppen durch Faschisten ist ein weiterer Baustein, der zudem durch das vermeintliche Recht auf „Verfügungsmacht“ nach faschistische Weltsicht noch abartiger realisiert werden kann, in dem ein Pseudorecht konstruiert wird, nicht nur die Arbeitskraft nach Gutdünken zu verwenden, sondern noch pervertierter, in dem Gegner und Kritiker als „Feinde“ der Faschisten (Migranten, Linke, Klimaschützer) benannt werden, in dem sie ausgegrenzt, verhaftet, vertrieben und getötet werden. Dehnbare Gesetze, die einen Ausnahmezustand konstruieren, um die verfassungsmäßigen Rechte der Menschen außer Kraft zu setzen. (Beispiel: US-Regierungspraxis unter Trump; ICE-Einsatz). Die Willkürfreiheit dieser Trump-Regierung lässt sich nicht einmal mehr vom Urteil des Supreme Court als Kontrollmacht der Verfassungstreue bremsen. Das ist Verfassungsbruch und ein Verbrechen und Selbstermächtigung! 

Diese aber ermöglicht dann die Umsetzung von Menschenrechtsverletzungen aufgrund des neuen faschistisch-ideologischen Selbstverständnisses der Gesetzesverbrecher und mittels einer konzertierten Aktion des Netzwerkes zwischen Politik und Wirtschaft die Zerstörung des demokratischen Regelwerkes (Verfassung, Gewaltenteilung und Rechtsstaat). Die  faktisch faschistische Regierungs-Clique unter Trump praktiziert einen „rechtsbrechenden Liberalismus“ (*), weil die vernunftgeleitete Selbstkontrolle zur Rücksichtnahme auf andere Menschen beiseitegeschoben wird!

Wenn zum Erkennen des Faschismus der Kriterienkatalog von Umberto Eco wie von Eva von Redecker genutzt werden kann, muss das Etikett „Faschismus“ nicht genutzt werden, um Verhalten, Denken und  Zielformulierungen desselben eindeutig als menschenverachtend, bösartig und gesellschaftsvergiftend bezeichnen zu können.

Wer aber will in solchen Verhältnissen leben wollen, außer diejenigen, die Faschisten sind! Die aber praktizieren gruppenbezogen Menschenfeindlichkeit in ihrem Wahn! 

(*) Begriffe aus: Eva von Redecker „Dieser Drang nach Härte. Über den neuen Faschismus“!

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