6. März 2024
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5. März 2024
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Bild-Abbild-Wirklichkeiten – Marktplatz zu Aachen
5. März 2024
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Der richtige Moment – oder die Bildsprache des erfassten Augenblicks durch die Fotografen
„Die Kamera ist mein Werkzeug. Mit ihrer Hilfe mache ich alles um mich herum sinnvoll.“ – André Kertéz
oder:
„Von der Kunst, sich unsichtbar als Fotograf:in zu machen.“
Das KUK Monschau ist deutschlandweit bekannt, auch was die Qualität der Ausstellungen betrifft. Im Jahr 2023 ist Fotografie ein Schwerpunkt übers ganze Jahr hinweg.
Der richtige Moment der Barbara Klemm – nachvollziebar im KUK Monschau (Fotografie-Forum der StädteRegion Aachen in Monschau)
Zurzeit läuft die Ausstellung der beiden Fotografinnen Barbara Klemm und der verstorbenen Ellen Auerbach. Ausstellungsdauer: 12. Februar – 16. April 2023 / Das Ausstellungsprogramm 2023 ist hier zu finden: KUK-Ausstellungen 2023
Wer Fotografien betrachtet, hat zu bedenken, dass er das Recht auf subjektive Erfahrung und das Einbringen derselben in den Betrachtungsprozess hat.
Wer Fotos macht, hat das Recht auf subjektive Sehweise und seine Ausdrucksweise als das „Sprechen durch seine Zeichen“. Roland Barth hat dies in seinem Werk „Die helle Kammer“ daran verdeutlicht, dass er von dem zentralen Foto in seinem Band nur spricht, es aber nicht abbildet. Ein Foto sprechen lassen ist wie die Fähigkeit des Fotografierens im Kopf. Und Lesen ist wie Fernsehen oder Foto betrachten im Kopf.
Fotos fesseln dann den Betrachter, wenn sie anfangen zu erzählen. Verstanden werden sie lediglich durch die subjektive Erfahrung, die der Betrachter mit einbringt. Nicht selten sind die Erfahrungen nicht ausreichend, um zu einer notwendigen Gleichzeitigkeit des Verstehens zu kommen. In einem solchen Fall darf auf einfaches Weitergehen gehofft werden und auf die Akzeptanz der Ungleichzeitigkeit.
In seiner Studie zur Fotografie „Die helle Kammer“ zitiert Roland Barthes Franz Kafka: „Meine Geschichten sind eine Art von Augenschließen.“ Dazu schreibt Barthes: „Die Fotografie muss still sein. Das ist keine Frage der Diskretion, sondern der Musik […] Die Augen schließen bedeutet, das Bild in der Stille zum Sprechen zu bringen.“
Die Bandbreite der fotografischen Bilder reicht weit, entspricht den individuellen Empfindungen des Betrachters ebenso, wie dem des Fotografen, der den Augenblick festfriert. In der stillen Kommunikation von Betrachter und Fotografie, zwischen Bild und Betrachtung, muss keine Harmonie, muss keine Zustimmung, muss keine Übereinstimmung herrschen.
Susan Sontag verweist in ihren Essays “ Über die Fotografie“ auf ein Zitat von Ludwig Wittgenstein:
„Wir betrachten die Photographie, das Bild an unserer Wand, als das Objekt selbst (Mensch, Landschaft, Architektur) , welches auf ihnen dargestellt wird. / Dies müsste nicht sein. Wir könnten uns leicht Menschen vorstellen, die zu solchen Bildern nicht das Verhältnis hätten. Menschen z.B., die von Photographien abgestoßen würden, weil ihnen ein Gesicht ohne Farbe, ja vielleicht ein Gesicht in verkleinertem Maßstab, unmenschlich vorkämen.“
„Die Kamera ermöglicht mit spielerischen Leichtigkeit die Begegnung mit jeder anderen Wirklichkeit.“ – Jerry N. Uelsmann
„Die Menschen erwachen auf papiernen Abzügen wieder ebenso eindrucksvoll zum Leben wie vor Jahren , als man ihr Bild auf Trockenplatten bannte… Ich wandere durch Gassen, stehe in ihren Zimmern, Schuppen und Werkstätten, schaue von innen und von außen durch ihre Fenster. Und es scheint, als nähmen sie mich ebenfalls wahr.“ – Ansel Adams
Trifft Sontag die Essenz der Fotografie?
Ein Angebot zum Blättern in Beiträgen auf diesem Blog zum Thema Fotografie:
Abbild und Bild II – Entwicklung und Veränderung der Bedeutung von Fotografie
Abbild und Bild – Susan Sontag „Über Fotografie“ und ihre Verortung
5. März 2024
von JvHS
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Zwischendurch und notwendigerweise – Ästhetik der Natur
5. März 2024
von JvHS
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Abbild und Bild II – Entwicklung und Veränderung der Bedeutung von Fotografie
Die Betrachtung der Fotografien von bekannten Fotografen der Fotogeschichte führt zu nachvollziehbaren Kategorien (Dokumentation der Zeitgeschichte, Portraits aus Politik, Wirtschaft und Kunst, Mode, Architektur, ästhetische Natur- und Landschaftsfotografie, aber auch Fotomanipulationen als Propagandamittel usw.), die teilweise auch heute noch als Organisationsmittel von Fotoforen dienen.
Der Wandel der Bedeutung des Mediums Foto lässt sich historisch nachvollziehen. Die Geschichte der Fotografie im 20. Jahrhundert ist zugleich auch eine Geschichte der technischen und technologischen Entwicklungsschritte der Aufnahmegeräte (von der Großformatkamera hin zum Kleinbildformat der Leica bis zur heutigen Digitalkamera mit den verschiedensten Formaten), der Chemieprodukte und Fotopapiere von der Schwarz-Weiß-Fotografie zur Farbfotografie und von der Studiofotografie mit dem Schwerpunkt der Portraits hin zum Bildjournalismus und der Kriegsberichterstattung und der Smartphonefotografie. Letztere in täglich milliardenfacher Anzahl in den – nur scheinbar – sozialen Medien veröffentlicht, verursacht eine grenzlose Bilderflut und ist dabei distanzlos und grenzüberschreitend bis zum illegalen Vorgehen, in dem alles und jeder fotografiert und gefilmt wird. Henry Cartier-Bressons Fotografie steht zwar auch für das „Festhalten des Augenblicks“, bei Bresson sind die Fotos vom „le moment decisif“ geprägt, der den entscheidenden Augenblick festhält und damit „die Essenz des Augenblicks“ wiedergibt, wie Reinhold Mißelbeck in „ICONS“ Bd. 1 im Taschen Verlag zu Bresson schreibt.
Nachvollziehbar wird diese Fähigkeit in Fotos von Bresson, wie der Sprung über eine Regenpfütze oder vor allem das Foto von 1945: im Lager für Vertriebene (displaced persons) wird eine Nazi-Informantin und Denunziantin von einem ihrer Opfer wiedererkannt. Die Wut auf die Täterin entlädt sich, indem sie mit Stöcken von den befreiten Opfern geschlagen wird. Bresson hält diesen Augenblick fest. Ein Foto, dass zum „Icon“ der Befreiung und Sinnbild für zwar verständliche, aber fehlgeleitete Aufarbeitung des Nazi-Terrors steht. Zu schnell wurden die „Persilscheine“ für die Mittäterschaft eines Großteils der deutschen Bevölkerung ausgestellt. Das Problem, fast ein ganzes Volk von rund 60 Millionen Deutschen der juristischen Aufarbeitung zu unterwerfen, war schier unmöglich. Dass dieses ungelöste Problem bis heute Auswirkungen hat, lässt sich nachvollziehen.
Nicht zuletzt wird Fotografie und die Bildgestaltung auch von den kunstgeschichtlichen Entwicklungen (Neue Sachlichkeit, Surrealismus, Pop Art, Op-Art, Realismus und Konzepte á la Bauhaus) beeinflusst. Und dennoch bleibt die Fotografie oft genug an der Tatsache hängen, dass der Ausschnitt der Realität im Augenblick des Auslösens von den technischen Rahmenbedingungen gefesselt bleibt. Der Zeichner, Maler und Grafiker ist weniger gebunden und frei in der Gestaltung seines Bildes.
Beispiele zum Thema: Wald
Es bleibt das alte Dilemma: Bild oder Abbild?
Künstler: Günter Winterscheid – 2017
Neue Sehweisen und Bildgestaltungen in der Fotografie (Robert Capas Foto des von einer Gewehrkugel getroffenen Soldaten im Spanischen Bürgerkrieg bis hin zur Kriegsberichterstattung durch Bildjournalisten im Vietnamkrieg in den 1960er und 1970er Jahre) verdeutlichen die Entwicklung der Fotografie von August Sanders Portraits der realistischen Dokumentation der Personen mit ihrer berufsbezogenen Kleidung (Maler, Bäcker, Jäger etc.) und ihren Gesichtern als persönlichkeitsgeprägten Merkmale bis hin zum Transport der Leiden und Schrecken der Kriegseinwirkungen auf Zivilpersonen (wie das nackte Mädchen in Vietnam, dessen Haut von Napalm-Verbrennungen gekennzeichnet ist) werden die Fotos und Bildinhalte in die Wohnzimmer der Industrienationen der westlichen Welt getragen.
Sozialkritische Reportagen gehörten zu den Aufklärungsversuchen über Armut und Reichtum sowie zum Aufzeigen der politisch-gesellschaftlich-wirtschaftlichen Fehlentwicklungen durch Fotos in der Presse. Sie waren über Jahrzehnte nach dem Weltkrieg II gefragte Inhalte, die das Interesse der Nachkriegsgenerationen an Lebensart, Kultur und Wissen der Menschen auf der Welt bedienten. Foto-Berichterstattung über Protestaktionen der Anti-Atombewegung in den 1970er und 1980er Jahre stehen ebenso für eine über die Dokumentation hinausreichende Bedeutung der Fotografie und ihren Einfluss auf die Neugestaltung der politischen Parteien- Landschaft (Gründung der Grünen-Partei).
Zur Weiterentwicklung der Fotografie über die reine Dokumentation hinaus auf der Basis einer kunsthistorischen Tradition, dazu zählt exemplarisch die fotografische Arbeit von Bernd und Hilla Becher, die eine der Sachlichkeit verwandten Fotografie der Industrie-Architektur schufen.
In nachfolgenden Beiträgen werden weitere Aspekte der Entwicklung und Bedeutungsveränderung der Fotografie vorgestellt.









