Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

27. Januar 2023
von JvHS
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Selbstverständnisse und Selbstbilder á la Baerbock und Strack-Zimmermann dienen in keiner Weise politischer Klugheit

Legitimation zu einer lautstarken Außenpolitik ist weder durch das Wahlergebnis gegeben, noch ist sie friedensbewahrend.

Der Krieg bricht aus. Sie haben ihn nicht gewollt. Sie haben nur so gelebt, dass er kommen musste. Sie sind nicht schuldig, denn man lebt doch, wie man geschaffen ist… Sie haben den Frieden gewollt, aber er starb ihnen sehr gelegen.“ – Heinrich Mann

Wiederholungen von schon einmal Gesagtem ist immer dann notwendig, wenn aus dem Geschehenen nichts gelernt worden ist. Wenn Heinrich Mann formulierte, dass bestimmtes Verhalten auf der politischen Bühne immer auch Konsequenzen hat, dann ist ein Selbstbild, das sich speist aus einem wenig differenzierten Gesinnungsdenken und nur auf die Ziele von geopolitischen oder lobbyistisch-ökonomischen Netzwerken gerichtet ist, wenig hilfreich zur Lösung von Konflikten. Wer mit Benzin Feuer entzündet oder löschen will, schadet aus der übertragenen Position als Außen-Ministerin oder Abgeordnete der Nation und zeigt wenig Verantwortungsübernahme als gewählter Volksvertreter. 

„Mut“ zu falschen Wahrheiten, die in die Welt hinausposaunt werden, ist nur dreist, aber keinesfalls hilfreich. Auf internationaler Ebene ist professionelle Diplomatie gefragt, nicht jedoch parteitagsartige Plaudereien. Beiden weiblichen Lautsprechern ist nicht gelungen, die Fettnäpfchen auszulassen. Deshalb ist zu wiederholen, was an anderer Stelle am 14. Dezember 2021 in diesem Blog schon mal geschrieben wurde: 

Frau Baerbock, Sie gefährden mit Ihren Statements den Frieden in Europa. Sie haben keineswegs die Legitimation im Namen der deutschen Bevölkerung sich derart zu äußern. Denn die Menschen fühlen sich seit Jahren nicht gut mit ihrer Regierung. Sie, Frau Baerbock, führen diese „giftige Tradition“ fort! 

Diplomatie und Außenpolitik sind effizienter, erfolgreicher und gewichtiger, wenn sie  leiser, respektvoller, verantwortungsvoller und friedensbewahrender verfahren. Ihr selbst-darstellerisches, marktschreierisches Auftreten gegenüber möglichen Gegnern weist darauf hin, dass Sie mit Ihrem lauten Pfeifen im außenpolitischen Walde wohl unbeachtet lassen, wie es für sperrige Gegenüber wirkt. Einen Diskurs auf außenpolitischer Bühne führt ein kluger Mensch anders.

Wer so offen und gleichzeitig naiv die pro-amerikanische Sicht vertritt, beraubt sich gleichzeitig eines notwendigen Handlungsspielraumes. Zudem ist die darin erkennbare Gesinnung keineswegs im Sinne der Bürgerschaft.

Ergänzung

Gegenmeinung/Gegenposition

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25. Januar 2023
von JvHS
Kommentare deaktiviert für Eingelullt, ignorant, unpolitisch und fehlinformiert mal wieder in einen Krieg schlittern?

Eingelullt, ignorant, unpolitisch und fehlinformiert mal wieder in einen Krieg schlittern?

Frieden beginnt immer in und durch uns – Kriege allerdings auch.

Viele Menschen könnten aufgrund des Zugangs zu Medien wie TV-Beiträge, Nachrichtensendungen, Internet und historischen Quellen über die Folgen und Auswirkungen von Kriegen Informationen erhalten, die vor allem durch ihre Bilder jeden Krieg abwehren und verhindern müssten.

Und dennoch geschieht immer wieder, seit die Menschen Kriege führen, dass im Verhältnis nur wenige Entscheider Kriege beginnen und es gelingt, ihre Nationen mit Millionen Menschen in den Abgrund zu führen. Und die Menschen lassen das trotz ihrer schieren Menge von Millionen zu. Warum gelingt dies gegen den Willen der überwiegenden Mehrheit? Welche Mechanismen sind am Werk, diesen Irrsinn immer wieder zu praktizieren?

In der FAZ online vom heutigen Tag berichtet die Autorin über ein Interview zwischen einem Putinversteher und einem regierungskritischen Journalisten. Ein Gespräch, das als exemplarisches Beispiel eventuell zu den oben aufgeworfenen Fragen Antworten geben könnte. Der russische Journalist und Youtube-Blogger Juri Dud interviewt den russischen Schauspieler Oskar Kutschera zum Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine. Kutschera unterstützt Putin, die russische Armee und den Krieg gegen die Ukraine.

Für die Autorin (des oben genannten FAZ-Beitrages „Bekenntnisse eines Putinisten“) lasse Kutschera im Gespräch die Denkweisen der Putin-Wählerschaft samt Ideenwirrwarr und Propagandasprüchen erkennen. Zudem könne der die Fragen, warum Russland diesen Krieg begonnen habe, nicht beantworten. Als Grund dafür fasst sie zusammen, dass „die Putin unterstützende Mehrheit“ einen Bevölkerungsanteil von siebzig Prozent umfasse, die im Wesentlichen aus „netten, un­politischen, im Grunde friedliebenden, nicht zu Analysen neigenden Typen“ bestehen würden. (Eine Beschreibung, die auf viele Bevölkerungen zutrifft). Kutschera präsentiere genau diesen Typ Menschen, der „vieles an diesem Krieg nicht verstehe, eigentlich gegen Krieg sei, denn der sei furchtbar“, ihn dennoch bejahe, weil er der Propaganda Putins aufgesessen sei.

Eine Beschreibung, die auch auf die meisten Menschen in jedem Land auf dem Globus passt. Und dennoch sind die Kriege der letzten Jahrzehnte in so vielen Ländern geführt worden. Gegen den Willen der meisten Menschen. Und zu oft ist die Beteiligung am Krieg ein schleichender Prozess, der durch eine gesinnungsgeleitetet Propaganda immer mehr das Denken in der Öffentlichkeit beeinflusst und mit Hilfe der Medien und Netzwerke der Kriegstreiber das Reinschlittern in die Kriegsbeteiligung auch in Deutschland begleitet. Ideologie und Freund-Feind-Spaltung bestimmen das Leben.

Rund 78 Jahre hat Deutschland keine Kriegszerstörung im eigenen Land mehr erleben müssen. In diesem Zeitraum sind die letzten beiden Generationen ohne Erinnerung an das Leid und die Zerstörung der vorangegangenen Weltkriege aufgewachsen in einem Wohlstandsraum, der ökonomisch vom Neoliberalismus geprägt wurde, in dem die Vorstellung zu den „Eliten“ zu gehören und sämtliche „Skills“ zu beherrschen, die notwendig sind, an der Spitze stehen zu können, den Verlust von Solidarität, Empathie und Menschlichkeit zur Voraussetzung machten. In diesem Stil äußert sich das Denken, Sprechen und Handeln von politischen Karrieristen á la Baerbock, Habeck und Lindner, aber auch der „alten“ Strippenzieher á la Merz, die sich nicht der Verantwortungsethik für die Menschen im Land verschrieben haben. Als Folge gerät Demokratie zwischen Krieg und Frieden.

Ein politisches Umfeld ist zu verorten, das von Machtausübung auf die Partner in Politik, Diplomatie und Ökonomie durch Druckerzeugung (Erpressung) geprägt ist. Flankiert von den Eleven und Handlangern für die weniger feinen Taten in dieser Gemengelage. Und die Verkündigung der Beteiligung an Waffenlieferungen erfolgt in freundlicher Zurückhaltung durch die Moderatoren im TV, als würde über den Zustand einer überdüngten Landwirtschaft berichtet. Und ebenso werden in den unsäglichen TV-Formaten der Talkshows in gespielter Seriosität die Argumente im Streitgeplänkel ausgetauscht, mögliche Gegenreden werden entweder vom Moderator unterbrochen und verhindert oder gemeinsam mit den Gesinnungspartnern niedergemacht. Am Thema ausgerichtet erfolgte zuvor die Auswahl der geeigneten Lautsprecher und Dampfplauderer. In der Ignoranz wirklich seriöser Diskurse gärt die Kriegstreiberei bestens.

Um diese Strukturen zu durchbrechen, bedarf es einer anderen Bevölkerung, die politisch analysierend die eigenen Regierungen kritisch hinterfragt und in die Schranken weist. Das ist notwendig, um den Frieden zu gestalten mittels einer weiterhin unabhängigen Gerichtsbarkeit, und einer demokratisch geschulten und orientierten Ordnungskraft, deren Führung und Besetzung der Führungs-Positionen nicht alleine durch die gesinnungsorientierte Partei-Politik bestimmt wird, sondern durch direkte Beteiligung in Form von Bürgerräten.  Denn es gilt für jede Nation, dass der „böse Nachbar“ nicht in Machtpositionen kommt. 

Es kann der Frömmste nicht in Frieden bleiben,
Wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.

– Friedrich Schiller – Wilhelm Tell

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25. Januar 2023
von JvHS
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Kloeckerwerk – eine kreative Wertschöpfung aus Müll und Wiederverwendungsprozessen der Natur

Ein Hinweis durch gute Freunde war schon einmal erfolgt, aber erst jetzt vom Autor dieses Textes würdigend wahrgenommen worden. Gemeint ist der Hinweis auf die Seite „Kloeckerwerk.de“. Das, was zu entdecken ist, sei kein Wunderwerk, noch Teufelswerk, sondern einfach Kloeckerwerk, schreibt Harald Klöcker einleitend über seine Objekte. 

Harald und sein Kloeckerwerk sind bemerkenswert in der sichtbaren Kreativität, der ästhetischen Transformation der Fund- und gestalteten Stücke und der spürbaren Freude an diesem Tun. So ist ein beachtliches Werk voller innewohnender Kraft entstanden, das von seiner Persönlichkeit und der Fähigkeit, neue Verknüpfungen von Weggeworfenem des menschlichen Konsums, sowie von Abgestorbenem aus der Natur und ihr „Wiederverwendungskonzept“ (dass nichts verloren geht) zu kreieren.

Mit der Entdeckung der filigranen Struktur des Aufbaus der Zellen im Kaktus ist zugleich auch das Lösungspotential der Evolution der Flora wahrgenommen worden. Zwar nicht das erste Mal im kreativen Tun der Menschen, aber durchaus in der langen Tradition der Menschen, aus und von der Natur zu lernen. In der Architektur kann auf Antoni Gaudi verwiesen werden, der beim Bau der „Sagrada Familia“ die Lösungen der Statikprobleme seiner Kirche dem Vorbild der Pflanzen und ihrer Stabilität entnahm. Zwar ist in den Objekten von Harald Klöcker keine neue Architektur entstanden, das kann jedoch noch in Form der landschaftsarchitektonischen Raumgestaltung auf dem Gelände der Casa Jacaranda  erfolgen, in dem die Einzelobjekte in einen Gesamtzusammenhang von Raum, Farbe, Licht und Form gebracht werden könnten. (Sofern das nicht schon geschehen ist.)

Die Assoziation bei der Betrachtung – die zwar eingeengt ist aufgrund der Beschränkung, sie nur über die zweidimensionale Präsentation am Bildschirm zu sehen – war die mit Kurt Schwitters Aussage zur Kunst: „Kunst ist nichts anderes als die Gestaltung mit beliebigem Material“.

Was beim Menschen als Belastung und krankmachender Prozess erfolgt – die Entfremdung, sowohl in der Arbeit (die als sinnentleertes Tun empfunden wird) sowie in der Beziehung untereinander (deformiert durch ein Weltbild, das ökonomisch die Ausbeutung als Mittel des Wachstums anwendet), in der ein gewaltbereiter Egoismus sich ausgebreitet und Empathie und Solidarität verdrängt hat – gestaltet sich im kreativen Werk von Harald Klöcker als Schaffung neuer Bedeutung des gefundenen Materials. Eine Entfremdung (hier von  Objekten), die nicht das Ende, sondern einen Neuanfang durch Wiederverwendung umfasst.

Auf seine Werksammlung passt jenes, das Adorno einmal formulierte mit:

„Fremdheit der Welt ist ein Moment der Kunst; wer anders denn als Fremdes sie wahrnimmt, nimmt sie überhaupt nicht wahr.“ – Adorno

Und auch die folgenden Aphorismen scheinen mir nicht unpassend auf Harald Klöckers kreatives Hand- und Kunstwerk zu passen:

„In Wahrheit spiegelt die Kunst den Betrachter und nicht das Leben.“ – Oscar Wilde

„Kunst ist das, was Welt wird, nicht was Welt ist.“  Karl Kraus

 

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24. Januar 2023
von JvHS
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Strack-Zimmermann – das „Yellow Submarine“ der Waffenindustrie-Lobby?

Ein Schelm, der Böses beim Mephistohaften denkt!

Auf die Fortsetzung feindlicher Auseinandersetzungen mit den Mitteln des Krieges bleibt die Rüstungsindustrie aus neoliberaler Ökonomie-Ideologie angewiesen. Dieses Faktum bedingt auch den Weiterbestand des Lobbyismus. Für diese Tätigkeit finden sich dann immer mal wieder Abgeordnete in den Parlamenten. (JWB)

Das „Yellow Submarine“ der Waffenindustrie-Lobby – die FDP-Abgeordnete Strack-Zimmermann – wäre eine Investigativ-Journalistische Recherche wert, mit dem Ziel der Aufklärung darüber, welcher Waffenindustrie-Nation sie dienlich ist: der US- oder der Deutschen-Waffenindustrie?

Denn ihre Forderung nach Lieferung der deutschen Leopard II-Panzer an die Ukraine ist mit einer Reihe von Fallstricken gespickt. Ihre lauten, jedoch anscheinend unlauteren Forderungen, die sie in ihrer fraglichen Mission tagtäglich ins Medienhorn pustet, lassen folgende „Gefahren“ offensichtlich werden wie der Artikel auf NTV suggeriert:

  • Deutsche Panzer werden wohl mit Wartungsverträgen und Ersatzteillieferungs-Vereinbarungen gekoppelt. Zudem ist die Erfüllung dieser Verträge über viele Jahre eine sichere Umsatzgröße.
  • Zudem ist dieser Umstand ein gewichtiges Verhandlungspaket der deutschen Regierungspolitik, da die Verwendung und die Verkaufserlaubnis innerhalb der Vertragszeitläufe nicht ohne Zustimmung Deutschlands für EU-Länder wie Polen möglich sind. Polen aber hat die Absicht, zukünftig mit Süd-Koreas Waffenindustrie vertraglich sich zu binden, um möchte allem Anschein nach die Zustimmung für die Weitergabe ihrer Leopard II-Panzer an die Ukraine nutzen, um früher aus den Verträgen mit Deutschland rauszukommen.
  • So konstruieren diese Länder das Narrativ, dass Deutschland unter Druck setzen soll. Dabei wird auch bewusst diplomatischer Schaden in Kauf genommen.
  • Die Waffenindustrie der USA ist jede Schwächung Deutschlands und der EU nützlich. Wenn die aktuell niedrige Produktionsrate an Leopard-II Panzer in Deutschland den Hersteller in vertragliche Kalamitäten bringen würde, wäre dies für die USA äußerst günstig, den europäischen Markt mit ihren Panzern zu durchdringen und neue Geschäftspartner zu erwerben, was bisher anscheinend nicht so einfach möglich war.

Und hier ist der weibliche Lautsprecher Strack-Zimmermann entweder nicht in der Lage oder nicht gewillt, das Anliegen Deutschlands besser zu vertreten. Beide Möglichkeiten diskreditieren das Handeln dieser Person. Offen bleibt, wie sie die Abgeordneten-Tätigkeit im Bundestag versteht: als Lobbyistin der Waffenindustrie? Da wäre interessant für die Wähler, welches Prinzip der Entlohnung dahinter steht? Oder als alternativlose Kriegsbefürworterin, die auch die Ausweitung des Stellvertreterkrieges Ukraine-Russland auf das NATO-Bündnis in Kauf nimmt? Ob die seltsame Dame dafür wohl vom Wähler ihr Plazet erhalten hat, darf bezweifelt werden.

Ergänzung

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