Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

21. Januar 2022
von JvHS
Kommentare deaktiviert für Kälte in Deutschland

Kälte in Deutschland

„Gegen alle Vernunft und jede Evidenz hält sich die Fantasie, der Fähigkeit des Kapitals, Leben in Profit zu verwandeln, seien keine harten Grenzen gesetzt und es werde immer neue Frontier (=rücksichtslose, a-moralische, un-ethische Narzissten) geben, um das (scheinbar) lukrative Spiel am Laufen zu halten.“ (Naomi Klein in `How to Change Everything“).  

In der Literatur findet der Mensch die ganze Bandbreite menschlichen Verhaltens beschrieben.

Oft genug als Spiegelbild der eignen Laster (Der Spieler – von Dostojewski), seiner Ängste (Die Verwandlung – Kafka), als negatives oder positives Vorbild für Kategorien des Handelns (Der Fürst – Machiavelli), als Zeitgeist und Idol einer Epoche und ihrer vorherrschenden Moral (Effi Briest – Fontane), als Tabubrecher (Oscar Wilde – Bildnis des Dorian Grey), als Blick in die Verstrickung von Ideologien (Lenz – Deutschstunde), als Epos (Homer – Odyssee).

Im realen Leben wirkt das Denken und Handeln von Menschen mit seinen Folgen für die Menschen vom tiefsten Leid durch abgrundartige Bösartigkeit (Hitler, Stalin) bis hin zur gewaltlosen Veränderung der nicht mehr länger erträglichen Lebensverhältnisse à la Ausbeutung und Kolonialismus. (Mahatma Gandhi). Im Gegensatz dazu stehen Personen wie Donald Trump, der manipulativ Menschenmassen täuscht und für seine narzisstischen Ziele missbraucht als Mittel zum Zweck seines Machterhalts. Eloquenter und ideologisch verbrämter wirken Personen wie Larry Fink (CEO BlackRock Inc.) bei der Umsetzung seiner Ziele der Machtausdehnung des Finanzkapitalismus. Beide Wege sind geprägt vom Prinzip, dass Moral und Ethik ihnen „am Arsch vorbeigehen“. In diese Aufreihung gehören sicherlich auch Typen wie Zuckerberg (Facebook) und viele andere, die eine gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit mit ihrem Geschäftsmodell praktizieren.

Am Arsch vorbei… ist auch ein Weg. So oder so ähnlich lautet ein Buchtitel aus dem Genre der unzähligen Ratgeber zum besseren Leben, zur Reise ins persönliche Paradies und auf dem Weg zum „Lummerland“ für gebeutelte und wenige Macht innehabender Erwachsenen. Aber meistens ist „Lummerland“ auch schon abgebrannt. Nur was den bisher erfolgreich Praktizierenden des Egoismus temporär gelingen mag, ist weder als Rat noch als Nachahmung für die meisten Menschen geeignet und führt  – wie die vielen anderen Ratschläge – in die selbstgestellten Fallen, in die Menschen hineintappen.

Mit „Anleitung zum Unglücklichsein“ hat Paul Watzlawick ein Anti-Ratgeber-Buch der unseligen Flut an Ratgebern entgegengestellt. Watzlawick, ein Autor und praktischer Philosoph/Psychologe, hat die oft fruchtlose Rückschau auf das nicht gelungene Leben durch einen konstruktiven Blick  auf Alternativen – durch Anwendung der Methode: „selber denken und hinterfragen“ –ersetzt.

Verantwortung für sein Handeln kann niemand abgeben. Zur Verantwortung gezogen werden, das ist sicherlich – je nach Machtfülle und Einflussmöglichkeit – unterschiedlich realisierbar und unterliegt dem Zeitgeist und dem Mehrheitswillen.

Voraussetzung für eine Veränderung des falschen Handelns ist eine konstruktive Kommunikation. Niemand jedoch kann sich der menschlichen Kommunikation entziehen, denn niemand kann nach Paul Watzlawicks erstem Axiom „… nicht nicht-kommunizieren!“ Ableitbar daraus ist, dass es auch kein unpolitisches Handeln gibt. Denn jedes Handeln ist politisch in seiner Wirkung. (Sich abwenden, nicht wahrhaben wollen, wegschauen und unter den Teppich kehren, ist weder der Kirche auf Dauer gelungen, wie die Aufklärung der Missbrauchsfälle belegt und nun selbst den emeritierten Papst Benedikt XVI. eingeholt hat, noch den bisherigen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gelungen.)

Und daraus folgt auch ein weiteres Axiom Watzlawicks:

„Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe sind entweder symmetrisch oder komplementär, je nachdem, ob die Beziehungen zwischen den Partnern auf Gleichheit oder Unterschiedlichkeit basieren.“

Und für die Umsetzung der Gleichheit wie auch die Abschaffung der Ungerechtigkeit kommt die Zeit!

image_pdf(c) JvHSimage_print(c) JvHS

20. Januar 2022
von JvHS
Kommentare deaktiviert für Corona-Schnelltest – Erkennungszuverlässigkeit prüfen

Corona-Schnelltest – Erkennungszuverlässigkeit prüfen

„Allein, dass Menschen glauben, die Stabilität eines Systems, welches alles Leben trage, ließe sich von ‚der Wirtschaft´ oder ´der Gesundheit` (oder dem solidarischen Gedanken) trennen, ist ein Symptom der Hybris, welche die bisherigen politischen Entscheider mit ihren gegensätzlichen Ideologien verursacht haben, und uns somit den Schlamassel und das Chaos mit ihrem Pandemie-Missmanagement beschert haben.“

Der Schnelltest als Baustein der Infektionserkennung ist in Schulen und bei Zugangsberechtigungen zum Beispiel zu öffentlichen Verwaltungen (Ämter/Rathaus) nicht wegzudenken.

Eine Liste der Schnelltests und deren Zuverlässigkeit bei der Erkennung der Virenlast hat das Paul-Ehrlich-Institut(PEI) als PDF-Datei  zur Verfügung gestellt. Jedoch ist diese Liste kaum praktikabel für den Selbstanwender. Anbieter der Schnelltests stehen zwar mit ihren Einrichtungen (Apotheken / Teststellen-Container an exponierten Stellen vor Discountern etc.) zur Verfügung. Nicht jeder aber hat einen akzeptablen kurzen Weg dort hin.

Selbsttests sind dazu eine weitere Alternative. Gerade die praktikable Prüfung, wie der spezielle Test in der Erkennungsskala des PEI verortet ist, steht dafür kaum zur Verfügung. Wäre aber notwendig, um eine bestimmte Sicherheit zu haben. Dass PCR-Tests folgen müssen, sowie der Selbsttester dann die zwar notwendige, aber verantwortliche Handlung – bei positivem= Nachweis einer Corona-Infektion – anschließen kann und in Quarantäne sich begibt, wird erleichtert, wenn der Betroffene weiß, dass der Test korrekt funktioniert.

Netzpolitik.org verweist nun auf eine Möglichkeit, jeden Selbsttest, der gekauft wurde, vor der Anwendung auf seine Zuverlässigkeit zu hinterfragen. Unter der Webadresse „www.schnelltesttest.de“  kann entweder durch die händische Eingabe des Strichcodes oder durch das Scannen des Codes mit dem Mobilphone die Überprüfung vorgenommen werden.  

Quelle: Schnelltesttest.de 
image_pdf(c) JvHSimage_print(c) JvHS

17. Januar 2022
von JvHS
Kommentare deaktiviert für Gegensätzlichkeiten, Pandemie und das Weltwirtschaftsforum in Davos

Gegensätzlichkeiten, Pandemie und das Weltwirtschaftsforum in Davos

Zum Doku-Film „Woodstock“ vom Musik-Festival (USA)  im Jahr 1969 gehört der Mythos, dass die Musik an den drei Tagen „die Welt veränderte“ – aber die Welt war nicht dabei! Jimi Hendrix Gitarren-Solo und seine Verfremdung der US-Nationalhymne war ein ästhetisches Stück Musik. Die intendierte Kritik am Vietnamkrieg aber war erst später erkennbar. 

Tiefgreifende Ereignisse können die Sicht auf die Welt verändern. Wichtig bleibt dabei, dass die Intention, nicht so weiterzumachen wie zuvor, (aktuell als Ereignisse die Pandemie und die Klimaveränderung), das Kernanliegen bleibt.

Nicht nur auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos in einer Woche steht das Thema „Pandemie und die ökonomischen und gesellschaftlichen Folgen für die demokratische Gesellschaft“ auf der Agenda. Auch in Fotografie-Foren berührt das Thema deren Mitglieder. Eine Moderation durch die Betreiber ist einerseits durch die DSGVO gefordert, wie auch der ordnende Eingriff durch die Inhaber notwendig ist, wenn Platzhirsch-Reibereien aus dem Ruder zu laufen drohen.

Eine kluge Moderation aber lässt darüber hinaus auch den Austausch über das Pandemie-Geschehen zu und die Community profitiert davon, dass sachliche Informationen zu Impfungen und wissenschaftliche Studien für einen Mehrwert auch auf dieser Ebene sorgen.

Nach zwei Jahren mit den bekannten Auf und Ab von Einschränkungen, politischen Entscheidungen und der populistischen Manipulation der Zweifler, Leugner und Impfgegner durch Brandstifter wie der AfD ist der Ermüdungsfaktor in der Gesellschaft deutlich zu spüren und zu hören. Verständlich sind dann Wünsche wie in der nachfolgenden Äußerung: „Möchte gerade irgendwie gerne sofort auswandern: Meer und Strände ohne Ende, eine offene Gesellschaft und Politiker*innen, die sich das Vertrauen des Volkes erarbeitet/verdient haben. Klingt wie ein kleines Paradies.

Als Orientierung können Antworten wie folgt notwendig sein.

Ja, das Paradies (oder das „Glück“) ist immer da, wo man/frau gerade nicht ist.  Es ist allen – die sich nach einer weniger einschränkenden  Zeit (wenn auch begründet notwendigen) sehnen – zu wünschen, dass diese bald wieder möglich ist. (Allerdings nicht im Sinne von … weiter so wie vor der Pandemie.)

Dem Wunsch nach Meer mit traumhaften Stränden stehen die steigenden Meeresspiegel wohl bald im Weg. Und der offenen Gesellschaft (unterstellt, dass damit Toleranz, Empathie, Solidarität oder zumindest Poppers Vorstellung einer liberalen Demokratie gemeint ist) stehen die vielen Feinde der Demokratie und Anhänger totalitärer Staatsformen entgegen. Sensible Geister (mit Gespür für notwendige Mitmenschlichkeit, ohne sich selbst zu vergessen) haben es da wirklich nicht ganz einfach, ihren Platz in diesen komplexen und sich ständig verändernden Zeiten zu finden.

Als Indiz dieser Zeiten stehen sich wiederum „Sensibilität versus Resilienz“ einerseits, sowie „Vulnerabilität versus Widerstandskraft“ andererseits entgegen, wie es im neuen Buch „Sensibilität“ von Svenja Flaßpöhler heißt. Ein Buch, das sich dem Thema Empfindlichkeit und Grenzen des Zumutbaren zuwendet. Vielleicht eine Anregung, die zu alternativen Wegen zum „Glück“ im Hier und Jetzt ohne Flucht in gefährdete Paradiese führt. 

Es dürfte der Mehrheit in der Gesellschaft schon reichen, wenn die nachstehende Umsetzung in unserem Gesellschaftsvertrag „Demokratie“ weiterhin gelingen würde.

  • „Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren.“ –  Karl Popper: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde
  • „Wir müssen für Frieden sorgen und nicht nur für die Sicherheit, einzig aus dem Grund, weil nur der Frieden Sicherheit sicher machen kann.“ – Karl Popper: Logik der Forschung

Und zuletzt noch ein Zitat von Karl Popper, deren inhaltliche Ausdeutung und Umsetzung alle Verantwortung tragende Mitbürger nicht alleine den wiedererstarkten Rechtsradikalen und ihren Mitläufern überlassen sollten:

  • „Denn es gibt keine  Freiheit, wenn sie nicht vom Staat geschützt wird; und umgekehrt: nur ein Staat, der von freien Bürgern überwacht wird, kann diesen überhaupt ein vernünftiges Ausmaß an Sicherheit gewähren.“

Daran – und dass Freiheit immer auch die Freiheit des anderen mitdenken muss (auf ökonomischer wie politischer Ebene *) – und wie die jeweilige Regierung dies rechtsstaatlich ermöglicht und selber verinnerlicht, muss sich auch die aktuelle Regierung messen lassen. 

Ergänzung vom 18.01.2022

(*) Vom Mitdenken der Freiheit der anderen Menschen… oder der Verlust des Vertrauens in die Politik

image_pdf(c) JvHSimage_print(c) JvHS

14. Januar 2022
von JvHS
Kommentare deaktiviert für Erwachsen werden – persönlich, gesellschaftlich, menschlich

Erwachsen werden – persönlich, gesellschaftlich, menschlich

Aus der Kindheit in die Jugend und erwachsen werden. 

„Die Welt der Kindheit ist gerade noch da und alles ist in Ordnung. Und dann trifft dich Welt mit voller Wucht!“ 

Ein Satz, der im Film „About a Girl – Das Leben steckt voller Überraschungen“ den Wechsel von der Kindheit in die Pubertät und die Welt der Jugendlichen beschreibt. In der Konfrontation mit den vielen Facetten der Erwachsenenwelt scheint die Zukunft wie ein Blick aus einem dunklen Zimmer durch das Dachfenster in die Nacht. Der Halbmond leuchtet im einzigen freien Fleck der ansonsten von Feuchtigkeit und Wassertropfen bedeckten Scheibe zwar grell und dennoch nicht erleuchtend ins Zimmer. Die entstandene Bedrohlichkeit des unbekannten Lebens verdichtet sich in diesem Bild. Ein Symbol der Einsamkeit und des Alleinseins verankert sich  im Gedächtnis und besetzt die durcheinander gewirbelte Gefühlswelt.

Eine Fünfzehnjährige hat einen Suizidversuch gestartet und überlebt. Das Räderwerk des Staates und seiner Unterstützungs-Institutionen setzt sich in Bewegung – vom Jugendamt bis zur Psychotherapie. Und aus dem Behütet-Sein und dem Gefühl der Geborgenheit der Kindheit trommelt die Realität auf die Jugendliche ein. 

Die Neuverdrahtung im Gehirn, begleitet von Unsicherheit und unbekannten Gefühlen, Wünschen und impulsiven Handlungen führt nicht selten zur Verzweiflung bei Eltern und sich selbst. Erhöht sich die Komplexität des Lebens (Corona-Pandemie / Zukunftsängste) sind Suizidversuche bei Jugendlichen durchaus nicht selten. 

Wer überlebt, ist noch lange nicht gerettet. Der Umbau des Hirns – verbunden mit den Hormonstürmen und der Beantwortung der Frage: Warum hast du das getan? – lässt die Jugendlichen nicht aus der Verantwortung, die Neuorientierung zu bewältigen. Da bleibt oft nur die unbefriedigende Antwort übrig: Das weiß ich nicht! Zumindest zeitweise ist dies den Jugendlichen zuzugestehen. Erwachsene wird aber  zu Recht abgefordert, Verantwortung für die Neuorientierung (in einer Pandemie) vernunftgeleitet zu übernehmen und zu bewältigen. 

Heike Makatsch, als Mutter der suizidgefährdeten Fünfzehnjährigen, ergreift im Gespräch mit einer wenig souveränen Jugendamtsmitarbeiterin Partei für die Jugendlichen und ihre Nöten:

Erinnern Sie sich denn gar nicht daran, wie es war mit fünfzehn? Da wacht man als Jugendliche eines Morgens auf und hat tausend Probleme. Jungs, Pickel, Wirtschaftsmisere (oder Pandemie wie aktuell) … Niemand versteht einen, und man selbst versteht auch nichts mehr. Alle quatschen von der Liebe, von Verliebtsein und selbst versteht man gar nicht, was das sein soll. Auch, weil sich alles so dunkel und sinnlos anfühlt. Leute wie sie glauben, eine Jugendliche, die sich umbringt, da muss das Umfeld, die Eltern, Freunde, die/der Jugendliche selbst etwas falsch gemacht haben. Als Jugendliche glaubt man noch, dass man von Liebe allein leben kann…

Als Eltern muss man sich ständig entscheiden, ob man sein Kind beschützt, es kontrolliert oder zulässt, dass es sich wehtut. Aber viele Mitmenschen, einschließlich die Jugendamtsmitarbeiter und Entscheider in den staatlichen Institutionen ist Ordnung wichtiger, als die Liebe, das Mitgefühl und die Solidarität. Und Kontrolle besser als Vertrauen. Und die Entscheider, die so denken, meinen, dass sie uns kennen, weil einmal ein Hausbesuch gemacht wurde. Heute ist meine Mutter gestorben, und es ist verdammt schwierig, das Gespräch zu führen und ihre Vorurteile wahrzunehmen….

Wir versuchen ihr, die sich umbringen wollte, zu zeigen, dass wir sie lieben und verstehen… Meine Tochter wird nicht eingesperrt, sie wird lernen müssen, mit dem Leben zurechtzukommen. Denn solange sie ein Zuhause und eine Familie hat, wird sie nicht allein sein und muss nirgendwo hingehen.“

Wer in Zeiten einer Pandemie auf sich selbst zurückgeworfen wird, der wird unweigerlich mit seinen Schwächen und Stärken konfrontiert werden. Es hat den Anschein, dass viele der „Querdenker“ und „Spaziergänger“ die Verantwortung für sich und für die Gesellschaft zu übernehmen nicht in der Lage sind. Als wären sie in der Pubertät stecken geblieben. Eine leichte Beute für die Brandstifter gegen die Demokratie und die Ablehnung einer solidarischen Gesellschaft.

Während als Jugendliche Verhaltensmuster ausprobiert und nachgeahmt werden, aber nicht selten zu extremen Konflikten führen, begleitet von psychischer und körperlicher Gewalt gegen andere Menschen, bedeutet erwachsen zu sein, dass die Kompetenz vorhanden ist, sich nicht durch Gruppendynamik zum Mitläufertum verleiten zu lassen. Der Denkfaule, Denkunfähige schlägt gerne diese Sackgasse ein. Im Umfeld von Befehl-und-Gehorsam haben dann Ideologien wie der Faschismus und das Para-Militär stärkeren Erfolg. Idole und falsche Vorbilder verkommen zur Ersatzfamilie. 

Auch in einer Eiswüste lassen sich positive Signale setzen und finden.

Ziel des Lebens ist es, zu verstehen, dass der Tod, die Sterblichkeit des Menschen uns vor Augen führt, dass das Leben ein Geschenk ist. 

Diese Erkenntnis ist auch der Schlusspunkt des o.g. Films. Das zu erkennen, den Jugendlichen zu ermöglichen, ist Aufgabe von Eltern und Bildung.   

Und sich mit der Frage auseinander zu setzten, ob es Sinn ergibt, dass ein Mensch ewig lebt? Wünscht der Mensch sich das? Ist es nicht sinnvoller, „Carpe diem“ zu praktizieren und sich über jeden Tag und jeden Morgen aufzuwachen, freuen kann? Wenn der Mensch ewig lebt, dann wäre die Freude zu leben, die Schönheit in der Welt zu genießen, ja alles völlig egal!

 

image_pdf(c) JvHSimage_print(c) JvHS

12. Januar 2022
von JvHS
Kommentare deaktiviert für Propagandaflüsse der Extremisten – von Rechtskonservative bis Neoliberale

Propagandaflüsse der Extremisten – von Rechtskonservative bis Neoliberale

Spaziergang? Oder doch „Ihr Gänse, im Gleichschritt marsch?“

„Wer einen Fluß überquert, muss die eine Seite verlassen!“ Mahatma Gandhi

Wer die reißenden Propagandaflüsse – von rechtskonservativ und rechtsextremistisch bis neoliberal – überqueren will, begibt sich in die Gefahr, mitgerissen zu werden und  den demokratischen Rechtsstaat zu verlassen.  

Jenen – die dazu aufrufen, drohen oder mitbrüllen, diesen Politiker oder jenen Arzt sowie Journalisten zu töten, weil dem Leugnen von Tatsachen und Fakten genau evidenzgestützte Erkenntnisse entgegen gehalten werden –  ist nicht nur mit allen Mitteln des Rechtsstaates zu begegnen, sondern zu jedem Zeitpunkt und an jedem Ort die Kritik an ihrer Haltung und für ihre Taten  schreibend um die Ohren zu hauen!

Wie Karl Kraus schon zum Beginn des 20. Jahrhunderts zu Recht schrieb:

„Nicht Wanzen zu töten, aber den Glauben an die Nützlichkeit der Wanzen zu vertilgen ist meine Sache.“,

so zutreffend ist die Übersetzung seines Aphorismus in die heutige Zeit:

Nicht nur Typen wie Trump, Höcke oder seine Kumpanen in der AfD in erster Linie zu entlarven, ordnungspolitisch zu regulieren und strafrechtlich zu verfolgen ist notwendig, genauso wichtig ist es, Fehleinschätzungen zu korrigieren und den blinden Glauben der Mitläufer an eine irgendwie geartete Nützlichkeit der genannten Personen für die Gesellschaft nicht unwidersprochen zuzulassen,  das ist die Sache der wirklichen Demokraten.

Nicht die sogenannten Querdenker-Demoteilnehmer verteidigen die demokratische Freiheit! Denn in Wirklichkeit will diese Ansammlung von Verweigern der Demokratie den Boden entziehen. Auch für diese gesellschaftlichen Randgrüppchen hatte Kraus schon die passende Zuschreibung formuliert:

„Demokratie teilt die Menschen in Arbeiter und Faulenzer. Für solche, die keine Zeit zur Arbeit haben, ist sie nicht eingerichtet.“

Und ergänzend passt seine Bemerkung zur aktuellen Lage der angeblichen „Verfechter der Freiheit“:

„Ein Kulturmensch wird lieber in einer Stadt leben, in der keine Individualitäten sind, als in einer Stadt, in der jeder Trottel eine Individualität ist.“

Denn Freiheit ist nur dann real, wenn die Freiheit des anderen mitgedacht wird. Dort, wo die selbstdefinierte „Freiheit“ die Freiheit der Mehrheit und ihr Recht auf Leben und seines Schutzes bedroht, ist sie lediglich praktizierter Egoismus.

Bleibt zu hoffen, dass aus der „Banalität der Blöden“ nicht irgendwann wieder einmal „Die Banalität des Bösen“ wird.

image_pdf(c) JvHSimage_print(c) JvHS