Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

28. November 2018
von JvHS
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Die Sprache der Brandstifter und Verführer

 

“Sie (die Nazis) haben die unglaubwürdige Kühnheit, sich mit Deutschland zu verwechseln! Wo doch vielleicht der Augenblick nicht fern ist, da dem deutschen Volke alles daran gelegen sein wird, nicht mit ihnen verwechselt zu werden.” Thomas Mann, 1936  

Zitat aus der Rede des Prof. Dr. Heinrich Detering vor der Vollversammlung des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken:

” Erstens sind in den meisten relevanten Fällen nicht die Ausdrücke allein das Problem, sondern ihre Verwendung und die Kontexte, in denen sie geäußert werden. Es geht nicht allein um die Wörter, sondern es geht um die Pragmatik, um die Performanz. Nicht das Wort “Vogelschiss” ist böse, sondern seine Anwendung auf den industriell organisierten Massenmord an den europäischen Juden. Und zweitens ist eine Analyse politischer Äußerungen nicht so leicht auf rhetorische und oder stilistische Phänomene zu reduzieren, wie Fachfremde das oft annehmen. Es ist ebenso banal wie grundlegend wichtig, daran zu erinnern, dass Wörter und Sätze sich meistens auf außersprachliche Wirklichkeiten beziehen, deren Sichtweise und Darstellung damit ebenfalls zur Debatte steht.”

….

Ich verweise hier auf die Arbeiten des Jenaer Soziologen Robert Feustel zur Übernahme von AfD-Sprache in Teilen der CSU und begnüge mich auch hier mit einem einzigen, Ihnen allen bekannten Satz des Innenministers Horst Seehofer: “Die Migrationsfrage ist die Mutter aller politischen Probleme in diesem Land.” Nehmen wir auch diesen Satz ernst, und nehmen wir ihn beim Wort, dann besagt er erstens, dass “die Migrationsfrage” – wie immer die auch genau lauten mag – eine Überbietung aller anderen Fragen bedeute; so wie die vom Minister zitierte Redensart Saddam Husseins von der “Mutter aller Schlachten” diejenige Schlacht androhen sollte, der gegenüber alle anderen Schlachten verblassten (als ein “Vogelschiss”, sozusagen). Zweitens besagt er, dass alle politischen Probleme eine gemeinsame Mutter haben – was schon für sich genommen eine überraschende Behauptung ist – und dass diese Mutter, dieser Ursprung, der alle anderen Probleme gebiert, die Migrationsfrage sei. Es gäbe, so besagt der Satz, keine politischen Probleme mehr, wenn es “die Migrationsfrage” nicht gäbe.

(Erlauben Sie eine Zwischenbemerkung über die andere Seite, den Sprachgebrauch der AfD-Gegner: Denen wird oft vorgeworfen, zu rasch mit Begriffen wie “Faschismus” oder “Nazis” bei der Hand zu sein. Ich möchte gern dagegen fragen: Wo sollte man diese Begriffe bei der Hand haben, wenn nicht hier?)

Zitatende

Wenn ein alterssturer Mann aus dem Gauenland mit den kackgelbbraunen Hunden auf der Krawatte seine Brand-Sätze loslässt, dann wirken diese wie die Brandstiftung zur Unterminierung der Demokratie und wie die indirekte Aufforderung zur gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit und Ausgrenzung ganzer Bevölkerungsgruppen.

Dass alle Christen, sollten sie diese Partei der Ansammlung ewig Gestriger (AfD) gewählt haben, sich mit der nachstehenden Rede des Prof. für Neuere Deutsche Literatur Heinrich Detering auseinandersetzen sollten, scheint eine dringende Notwendigkeit zu sein. Gehalten wurde diese beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken.

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22. November 2018
von JvHS
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Von der Verwerflichkeit eines “Cor duplex” und von Täuschungsabsichten

 

SchwarzRotGold – “Die Kunst ist der Statthalter der Utopie.” – Walter Benjamin

“Die einzig revolutionäre Kraft ist die Kraft der menschlichen Kreativität. …” – Joseph Beuys

“Aufgabe von Kunst ist es heute, Chaos in die Ordnung zu bringen.” – Theodor W. Adorno, Minima Moralia

“Der Bürger wünscht die Kunst üppig und das Leben asketisch; umgekehrt wäre es besser.” – Theodor W. Adorno, Ästhetische Theorie

“Der Antisemitismus [gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit] ist dem Nationalismus blutsverwandt und dessen bester Alliierter.” – Carl von Ossietzky

“Ein Patriot ist jemand, der sein Vaterland liebt. Ein Nationalist ist jemand, der die Vaterländer anderer Völker verachtet. Ich will ein Patriot sein.” – Johannes Rau, Rede nach seiner Wahl zum Bundespräsidenten im Jahr 1999

“Patriotismus ist Liebe zu den Seinen; Nationalismus ist Hass auf die anderen.” – Richard von Weizsäcker

Warum nimmt ein Staatsrechtler und Jurist wie Dietrich Murswiek Aufträge einer Partei an, die längst Grenzüberschreitungen bei ihrem politischen Agieren begangen hat und bei der rechtsradikale und das Grundgesetz ablehnende Gruppierungen immer größeren Einfluss gewinnen?

Sind diese Leute nicht einmal mehr mit einer minimalen Moral ausgestattet, dass sie lediglich der Umsätze wegen ihr wissenschaftliches Potenzial zur Verfügung stellen, wohl wissend, dass die Empfehlungen zur Vermeidung einer strafrechtlich zu verfolgenden Gesinnungstat lediglich der Verstellung und Lüge Vorschub leisten und dienen sollen? Oder steht sogar zu befürchten, dass sie eine klammheimliche Zustimmung zur Gesinnung dieser Gruppen geben und ihre eigenen Positionen und Nähe schon längst wieder die Grenze überschritten haben?

Beides wäre fatal und gehörte zur Erklärungsbasis des Rechtsrucks einer Gesellschaft, die in einer gewissen ahistorischen Haltung die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit wieder salonfähig macht. Personen dieser Provenienz wirken mit ihrem Verhalten wie die Katalysatoren innerhalb von unterschiedlich getakteten Metronomen, die  schnell zu einem Gleichklang geführt werden, der jegliche oppositionelle Eigenständigkeit ausschaltet.

Nicht einmal mehr die Einschätzung, sich überparteilich zu verhalten und jeder Partei, egal welcher Couleur, seine Dienste zukommen zu lassen, wäre Grund für ein Verständnis für dieses Vorgehen, gerade auch gegenüber den sichtbaren Zielen der AfD, die Demokratie abzuschaffen, und diese  Einstellung somit zu ignorieren.

So bleibt die Schlussfolgerung, dass hier im Stile eines Hans Globke eine neue Figur im Diskurs um die Ausgestaltung des Gesellschaftsvertrages den Kräften Unterstützung zukommen lässt, die sich auf den Weg in eine unheilvolle Zukunft begeben haben. In einer Recherche kommt deshalb  „Die Zeit“ zu ihrer Einschätzung, dass auch bei Dietrich Murswiek längst der Rubikon überschritten wurde.

Beispiele für eine andere Einschätzung und Anwendung minimaler Moral – oder warum die AfD eine rechtsnationalistische Partei ist!

“Ich betrachte das Nachleben des Nationalsozialismus in der Demokratie als potentiell bedrohlicher denn das Nachleben faschistischer Tendenzen gegen die Demokratie.” – Theodor W. Adorno, Was bedeutet: Aufarbeitung der Vergangenheit? (1959)

TV-Phoenix 1- Am rechten Rand + die Verbindungen zur AfD

TV-Phoenix 2 – Rechtsrockland + rechtsradikale Strömungen bis in die Landesvorstände und den Bundesvorstand der AfD

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22. November 2018
von JvHS
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Wenn die Gesellschaftsverträge dem Neoliberalismus und autokratischen Staaten überlassen werden

Die Weltbilder der Überheblichkeiten haben sich über Jahrzehnte gehalten. Nun breiten sie sich, die Hinterzimmer verlassend, aus und finden ihre Filterblasen-Portale.

Dieser Artikel auf der unsäglichen Achse des Guten besagt nur, wie weitverbreitet die Anhänger des Neoliberalismus  sind. Das Weltbild der  Etablierten mit rechtskonservativer bis rechtsnationalistischer Orientierung und Verortung wird salonfähig gemacht. Die Propaganda der Einrichtungen á la “Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft INSM” (mit agitierenden Figuren wie Wolfgang Clement) zeigt immer mehr Wirkung. Der Umbau des Sozialstaats BRD zum Land der unbegrenzten Privatisierungen durch die Finanz- und Kapitalwirtschaft unter Führung von Blackrock und Konsorten wird gerade von den Etablierten und Gewinnern des Neoliberalismus und der Erbengeneration begrüßt.

Hier und Teil 2 hier.

Dass Vorurteile gegenüber dem Sozialstaat und der „Ausbeutung“ durch die Hartz IV-Empfänger immer wieder gerne aus  den Reihen der o.g. Klientel geäußert werden, ist aktuell auch Gegenstand einer wissenschaftlichen Studie der Bertelsmann Stiftung. Die dortigen Erkenntnisse scheinen aber von den Anhängern des Neoliberalismus nur ungern zur Kenntnis genommen zu werden.

Die Nähe zu den Radikalen und Staatsgefährdern am rechtsnationalistischem Rand ist nicht zu übersehen. Die Ausgrenzung als Kategorie der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit ist belegbar.

Nicht erstaunlich dagegen ist, dass die eigene Sozialisation auf das Denken auch bei den Neoliberalen und den Verteidigern der Plattform „Achse der wirklich Guten“ zur Unfähigkeit des Hinterfragens der eigenen Weltbilder führt. So sehen die „Achsengeschädigten“ den Balken im eigenen Auge nicht, wohl jedoch das Wimpern-Härchen im Auge des Gegenübers.

 

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21. November 2018
von JvHS
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Doppelmoral und AfD-Einflussnahme

“Ist das Hirn zu kurz gekommen, wird sehr gern Moral genommen.” Wiglaf Droste

Die Sprache der Politik in den Gazetten der Meinungsmacherindustrie hat nicht das Erkennen der Tatsachen zum Ziel, sondern der ureigenste Zweck dieser Sprache besteht …

“im  Gewinnen und Behalten gesellschaftlicher Mehrheiten” (Minimale Moral. Streitschrift zu Politik, Gesellschaft und Sprache – Paul Sailer-Wlasits;) 

Welche Doppelmoral die AfD in ihrer Armseligkeit an den Tag legt, ist in diesem Beitrag aufbereitet. Da aber die gezeigte Moral der Partei des Rechtsnationalen in einen Suppenteller passt, ist auch das Sehen über den Tellerrand nicht im Verhaltensalltag vorgesehen. Beim Umgang mit Symbolen kann das kleinpolitische Hirn schon mal aus dem Takt gerade! So ist ein Aufkleber in einem Fernsehfilm in der Welt des AfD-Kleinbürgers schon mal Beleg für die “linksgrünversiffte” (ein Nachweis für die gruppenbezogenen Vorurteile!) Beeinflussung der ARD. Armseliger geht´s  nimmer! Aber schon dümmer! So ist im Werbevideo mit Alice Weidel der gleiche Aufkleber sichtbar und dort ein Symbol und Hinweis für die Nähe der AfD zu den Rechtsradikalen.

Siehe Bildzitat aus den Nachdenkseiten:

(c) Nachdenkseiten; Artikel Jens Berger

Wie also mit Rechten reden?

Eine Meinung dazu ist auch hier zu finden!

 

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