Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

7. Januar 2019
von JvHS
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Die Innensicht der temporär Ausgegrenzten – Pseudodiskurs auf der Grundlage des Weltbildes „Leistung muss sich wieder lohnen“

Der kritische Leser wie auch der Blogbetreiber hier fragen sich, warum gerade ein zunächst differenziert erscheinender Text zum Thema Integration, Ausgrenzung, Islamophobie, radikaler Islamismus und seine in der Folge sichtbarer Hass und nicht tolerierbare Gewalt auf einer Plattform veröffentlicht wird, die – zwar oft genug rhetorisch und schreibend geschickt verpackt – unverkennbar durch ihre rechts-nationalen, neoliberal-konservativen Grenzüberschreitungen in den oben genannten gesellschaftlichen Feldern negativ agitiert?

Wohlwollend könnte unterstellt werden, dass die Motivation des Autors Dr. phil. Dr. scient. med. Damir del Monte darin bestanden haben könnte, ein vordergründig positives Beispiel auf der überwiegend und Brandstiftung bewirkenden Plattform mit dem Namen „Achse des Guten“  zu geben, um die sich dort üblicherweise bildenden Gesinnungsblasen zu durchbrechen.

Dennoch ist auch und gerade ein solches Vorgehen immer der Gefahr ausgesetzt, dass die auch differenziert betrachteten Themenbereiche zu sehr aus dem Blickwinkel der Gesinnung des rechts-nationalen, neoliberal-konservativen Vermögensbürgertum betrachtet werden. Dass nur scheinbar eine neutrale Argumentation erfolgt ist, wird im Verlauf des Textes erkennbar.

Nun ist es eben so geschehen – und es wird Zeit, die scheinbare differenzierte Betrachtung des Autors einmal zusammenzufassen.

Wer ist dieser Autor phil. Dr. scient. med. Damir del Monte ?

Er beschreibt sich in seiner Vita so: Studium und Ausbildung zum Psychologen an den Universitäten Hannover und Köln und zum Neurologen an den Universitäten Heidelberg und Salzburg. Schwerpunkt seiner Forschungstätigkeiten in:

Zitat:

Ausbildungen in Psycho-, Trauma- und Körpertherapeutischen Verfahren (Kausale Psychotherapie nach Fischer, MPTT, EMDR, Brainspotting)  / Ausbildungen in Schmerz- und Sporttherapie

Fachlicher Fokus: Funktionelle Neuroanatomie, Gehirn-Körper-Interaktion, Neuro- und Medizindidaktik, Psychotraumatologie, Schmerz

Zitatende

Zurzeit ist er Gesellschafter der Firma: Dr. Dr. Damir del Monte – encephalon medicine media production GmbH  in Karlsruhe, ergänzt um weitere geschäftliche Aktivitäten  sowie Mitglied  in der Forschungsgruppe DYSKONNEKTIVITÄT – BEI  DEPRESSION  an  der Christian-Doppler-Klinik in Salzburg (Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität) .

Welche Themen spricht er in seinem Beitrag an?

Als erste kritische Anmerkung steht das Verhalten der Journalisten in den Mainstream-Medien von TV und Printmedien im Mittelpunkt. Er nimmt dabei eine Gesinnungsethik der Journalisten-Zunft wahr, die sich mit dem Establishment in Politik gemein mache. Del Monte bezieht sich auf Sloterdijk und dessen Statement von der „zügellosen Parteinahme“ durch die Medien-Anchormen á la Claus Kleber.

Zitat: „… es ist die Gesinnung, die Teile der Wirklichkeit ins Dunkel hüllt. Es ist diese vermeintlich edle und moralisch hochstehende Haltung, in der man sich mit den politischen Eliten verbunden weiß. Die Preisgabe der Distanz, ein Sündenfall journalistischen Wirkens, verliert – als moralische Verpflichtung verklärt – jeglichen Schrecken. Diskreditierung statt Auseinandersetzung, Verzerrung durch Selektion statt tiefgehender ergebnisoffener Analyse, persönliche Wertung statt Ringen um Objektivität, Erziehung statt Informationsvermittlung. “ Zitatende

Hier wäre eine Gegenkritik angebracht, vor allem, weil genau dieses Verhalten auch bei den meisten Autoren der „Achse des Guten“ nachvollziehbar ist. So stellt sich die Frage, ob dieser einleitende Abschnitt in Wirklichkeit ein wenig Anbiederung an die Leserschaft der Plattform ist oder doch Teil der eigenen rechtskonservativen Gesinnung? Daran anknüpfend dann auch die weiteren Fragen, warum die richtige Analyse zur falschen Schlussfolgerung und den zu hinterfragenden angeführten Beispielen führt:

Zitat… „Die Preisgabe journalistischer Tugenden erfolgt somit nicht durch bewusste Lüge (was eine solche natürlich nicht ausschließt), sondern subtiler durch die kollektive Setzung der immer gleichen und nicht zu hinterfragenden Parameter. Ob die „Tatsache“, dass 40 µg/m³ NO2 gesundheitsschädlich seien, die „Feststellung“, dass Grenzen sich prinzipiell nicht schützen ließen oder die „Verkündung“, dass der Islam zu Deutschland gehöre; Prämissen werden gesetzt, Fixpunkte des Denkens festgelegt.“ Zitatende 

Interessanter und relevanter sind die nachfolgenden Abschnitte, in der aus dem Innenerleben der von Ausgrenzung betroffenen Sozialisation des Kindes, Jugendlichen und Studenten del Monte berichten. Zitat: … In den 1970er Jahren als Gastarbeiterkind in diesem Lande groß geworden, durchlief ich viele Stationen, über die sich heute Experten und unverdient in den Expertenstand Erhobene auslassen.“ Zitatende

So gehören dazu die durchaus nachvollziehbaren Feststellungen und Wertungen wie:

Zitat „…An vielen Stellen überließ man es dann auch den ausländischen Communities selbst, sich zu organisieren. Für die meisten von ihnen stellte dies auch kein unüberwindliches Problem dar. Denn zum einen beförderte die Tatsache, einziges Gastarbeiter-Kind in einer Schulklasse zu sein, sowohl die Kontaktaufnahme und somit natürlich auch den Spracherwerb, zum anderen erlaubte die eigene kulturelle Prägung, viele Andockstellen zum Werte- und Normengefüge der Mehrheitsgesellschaft auszumachen, ohne eigene Identitätsimplosionen zu riskieren.“

Sowie:

„Die Vorstellung, Integration sei in erster Linie eine von der aufnehmenden Gesellschaft zu erbringende Leistung, herrschte damals noch nicht vor. Es bedurfte auf Seiten der Migranten sehr wohl des Wunsches und Bestrebens, Teil der aufnehmenden Gemeinschaft werden zu wollen, was natürlich beinhaltete, Sprache und elementare Normen des Lebensvollzugs anzuerkennen und teilen zu wollen.

Dass eine erfolgreiche Integration ohne Assimilation ablaufen könnte, stellt eine von vielen Fehleinschätzungen des aktuellen Zeitgeistes dar. Dass Assimilation wiederum nicht mit Selbstaufgabe gleichzusetzen ist, beweisen Millionen hier wirklich heimisch gewordener Menschen jeglicher Couleur, die das Eingehen in diese Gesellschaft nicht als Identitätsbedrohung, sondern als Bereicherung verstehen. Denn weit entfernt von irgendeinem politischen Kalkül zeigte sich der gemeine Deutsche meiner Kindheit – wenn auch manchmal ohne überbordende Herzlichkeit – so doch sehr wohl korrekt und sehr hilfsbereit.

Eine Anpassung wollte sich jedoch nicht bei allen Migrantengruppen einstellen. Schon sehr früh waren es insbesondere Teile der islamisch geprägten Gemeinschaften, die aus unterschiedlichen Gründen Mühe hatten, Zugang zu dieser Mehrheitsgesellschaft zu finden. Mitnichten speisten sich diese Gründe allein aus der Abwehrreaktion der Mehrheitsgesellschaft. Dass es diese auch gab, soll hier keinesfalls verschwiegen werden, doch wäre es unredlich, hier eine Einbahnstraße zu postulieren.“

Und:

„…Die von der deutschen Gesellschaft lange Zeit nicht wirklich zur Kenntnis genommene Revitalisierung eines sehr konservativen, vielfach radikalen Islams in der gesamten islamischen Welt seit den 1970er Jahren veränderte auch die Haltung und das Selbstverständnis vieler in Deutschland lebender Muslime. Diese Veränderungen spürten wir, die wir türkische und arabische Bekannte und Freunde hatten, schon in den 80er Jahren auf zum Teil frappierende Weise.“ 

Zitatende

Dass Gewalt ein Teil dieser Lebenswirklichkeit gewesen ist und es noch ist, ist ohne Zweifel nachvollziehbar. Auch dass in der Ghettowelt und der Einflusssphäre der Imame, der kriminellen Clan-Führungen und den patriarchalischen Strukturen eine Abgrenzung dieser zugewanderten Teile der Gesellschaft real ist, lässt sich nicht bestreiten. (Das gilt aber genauso auf der anderen Seite einer Integrationsgesellschaft!) Zu hinterfragen sind allerdings die Schlussfolgerungen del Montes! Denn der Griff zur Schuldzuweisung wie es das Schlagwort Multikulti impliziert, also die Schuld für die Fehlentwicklung in Sachen Integration jenem Teil der Gesellschaft zuzuweisen, der zu liberal sei in den Augen der rechtsnationalen „Achsenvertreter“, macht deutlich, dass der Doppeldoktor sich hinter einer eigenen und doch bekannten Gesinnung versteckt, der man die Nähe zur PEGIDA-Argumentation ansieht.

Auch die nachfolgende Argumentation ist eine hilfreiche Möglichkeit des Verstehens, was im Umfeld der Migrationsthemen passiert, wenn auch wieder im Licht der verzerrenden Plattform „Achse des…“   der bedauerlichen Fehlinterpretation der ewig konservativ-nationalistisch Gestrigen gefolgt wird. Nachstehend weitere Auszüge:

Zitat: „…Warum wir heute traurig und zugleich zornig sind?” 

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4. Januar 2019
von JvHS
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Vom Zustand der Demokratien

Wohin entwickeln sich die Staaten, die formal noch eine Demokratie darstellen, dürfte die wichtigste Frage der sogenannten freien Gesellschaften sein!

Noch zum Ende des letzten Jahres äußerte sich der US-Prof. Paul Krugman zum Themenkomplex – Verfall der Demokratien  auf der Welt. Paul Krugman, emeritierter Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Princeton, sowie Professor an der London School of Economics und auch Träger des Alfred-Nobel-Gedächtnispreises für Wirtschaftswissenschaften (2008) schreibt für die New York Times.

Unter Bezug auf die beiden Havard-Professoren Steven Levitskys und Daniel Zilblatts, verwies Krugmann auf deren These, dass sich in den letzten Jahrzehnten mehrere nominell demokratische Staaten de facto zu autoritären Ein-Parteien-Regimes entwickelt haben. Dass diese Entwicklung in den USA und Europa weitergeht, ist auch an Staaten wie Ungarn, Polen, USA und der Türkei abzulesen. Und weltweit an der Entwicklung und der politischen Machtübernahme wie in Brasilien durch den neuen Präsidenten Bolsonaro.

Krugmann zieht die Schlussfolgerung:

Zitat: “Was wir dort erlebten, waren subtilere Staatsstreiche: die Übernahme oder Einschüchterung der Medien, Wahlbetrug, der oppositionelle Wähler um ihre Stimmen brachte, neue Spielregeln, die der herrschenden Partei die überwältigende Macht auch dann verschafften, wenn sie im Volk keine Mehrheit mehr hatte, die Beugung des Rechtssystems.

Das klassische Beispiel ist Ungarn, wo die weiß-nationalistische Regierungspartei Fidesz einen Großteil der Medien praktisch übernommen hat. Sie hat die Unabhängigkeit der Gerichte zerstört, Wahlen so beeinflusst, dass die Stimmen der Anhänger zählen und die der Gegner nicht, Wahlbezirke zu ihren Gunsten neu zugeschnitten und das Wahlsystem verändert, sodass aus einer Stimmenminderheit im Volk eine Mehrheit im Parlament wird.” Zitatende  (Quelle: IPG – Journal)

Eine ähnliche Tendenz, insbesondere die Versuche und Strategien der AfD betrachtend, ist für Deutschland zu befürchten! Sollte die AfD noch weitere Macht durch das rechte Potential innerhalb der Bevölkerung zugeschanzt bekommen, werden die Vorgänge der rechtsstaatlichen Nichtbeachtung und Machtübernahme á la Erdogan, Orban und eben diese in der Tradition der Nazis sich wiederholen. Die Haltung, insbesondere der wirtschaftlich konservativen Parteien der CDU/CSU, aber auch anderer seit Jahrzehnten in der Bundesrepublik etablierter Parteien muss sich grundlegend ändern! Privatisierungsprojekte müssen zurückgefahren werden, die einseitigen Entscheidungen zugunsten des Finanzkapitals und der Vermögenseinkommen müssen der Verantwortung für das Gemeinwohl weichen. Nicht die gegenseitige Bekämpfung der auf dem GG und der demokratischen Grundordnung stehenden Parteien darf erfolgen, sondern die Demaskierung der AfD als Gefährder der Demokratie muss realisiert werden.

Paul Krugmann skizzierte analytisch den bestehenden Zustand der USA unter Donald Trump und wies auf mögliche Lösungen zur Abwehr der Übernahme der USA durch undemokratische Gruppierungen  hin. Das ist auch für Deutschland notwendig. Die liberalen und urdemokratischen Kräfte in allen Parteien müssen mit neutralen Wissenschaftlern übergreifend eine Allianz eingehen und ähnliche Analysen und Lösungswege erstellen. Dazu gehört die Diskursfähigkeit und die öffentliche und transparente Diskussion als notwendige Kultur demokratischer Gesellschaft wie z.B. hier und  hier! Damit Deutschland nicht nur ein Schattenumriss auf der Wand der Demokratien wird.

Man mag geteilter Meinung sein – aufgrund des offenen Visiers des im Ruhestand lebenden Bundesrichters Thomas Fischer (*) – wohl eher geteilter Meinung sein müssen, seine Kolumnen auf der Wochenzeitung “Die Zeit” sind in jedem Fall lesenswert. Gerade und auch weil die geäußerten Kritiken zum eigenen Denken anregen, um seine Aussagen zu hinterfragen.

(*) Neu unter der Kolumne bei SPON (Spiegel online!)  Siehe hier!

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3. Januar 2019
von JvHS
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TF in den Medien und auf Meedia – Lehr- oder Leerstück?

Die Titelzeile ist keine Codierung für ein bisher unentdecktes Märchen der Gebrüder Grimm, noch versteckt sich dahinter ein neuer Privatsender. TF sind die Anfangsbuchstaben des  nun im Ruhestand lebenden Richters Thomas Fischer.

Der eloquente, ehemalige Vorsitzende Richter des 2. Strafsenats des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe betätigt sich gerne als Kolumnist. Lange Zeit für die selbige benannte Wochenzeitung (Die Zeit) und nach Trennung von jener (die ehemalige Kolumne ist eingestellt) nun für SPON (Spiegel online – “Recht Haben”) und auf der Plattform MEEDIA (Fischers kleine Presseschau) tätig.

Unzweifelhaft sind seine Texte geprägt von juristischem Sachverstand, rhetorischer Geschmeidigkeit und bissiger Kritik. Und wie immer bei Personen, die sich in den öffentlichen Diskurs begeben, besteht eine Fangemeinschaft wie auch eine Anti-Fischer-Seilschaft.

Warum nun dieser Verweis auf eine Person, die derart die Leser- und Schreiberschaft trennt? In seinen Kolumnen – die unterhaltsam wie intellektuell anspruchsvoll geschrieben sind – nimmt Thomas Fischer Stellung zu medialen, politisch-gesellschaftlichen Themen und Ereignissen und in den nachfolgenden Kommentaren auch ergänzende und/oder beißende Nach- und Lachjustierungen vor. Nicht selten jedoch auch mit reichlich misanthropischem Zynismus. Für manchen Geschmack und manche Wertung in grenzüberschreitender Realisierung.

An diesem exemplarischen Beispiel des Zustands der Medienlandschaft und des öffentlichen Diskurses lässt sich eindringlich Meinungsbildung und Medienmacht nachvollziehen.

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1. Januar 2019
von JvHS
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Erster Tag des neuen Jahres

… oder Raum und Zeit

»Die Entstehung des Lebens auf der Erde mit dem Zufall erklären heißt, von der Explosion einer Druckerei das Zustandekommen eines Lexikons zu erwarten.« (Edwin Conklin)

Ein Bündnis von Toleranz und Skepsis schafft die notwendigen und hinreichenden Voraussetzungen für ein Zusammenleben der Menschen, ohne Glauben und Dogmatismus anstelle von Erkenntnis,Wissen und praktische Vernunft zu setzen. (jwb)

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31. Dezember 2018
von JvHS
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Von den Kindern… von der Vorbildwirkung und Recht und Unrecht. Zum Ausgang des Jahres 2018

Gleichheit, Rücksicht und solidarisches Handeln ergeben Harmonie und die Fähigkeit zu außergewöhnlichem und positivem Tun.

“Wenn man einem Kind Moral predigt, lernt es Moral predigen, wenn man es warnt, lernt es warnen, wenn man mit ihm schimpft, lernt es schimpfen, wenn man es auslacht, lernt es auslachen, wenn man es demütigt, lernt es demütigen, wenn man seine Seele tötet, lernt es töten. Es hat dann nur die Wahl, ob sich selbst, oder die anderen oder beides.” – Alice Miller, Im Anfang war Erziehung

 

Die Reihe kann fortgesetzt werden: praktiziert der Mensch, dem das Kind anvertraut ist, Doppelmoral, wird es mit zweierlei Maß messen, sich selber bevorzugen, andere benachteiligen. So wird die Grundlage geschaffen für Ungleichheit.

Lehrt der Mensch den Kindern Unrecht, dann kennt es kein Recht und erst recht keine Gerechtigkeit – und Normen und Gesetze bleiben vom Ursprung und Beginn an Unrecht! Gesetzesfassungen in einem Unrechtsstaat sind somit von vornherein ungültig. Eine Berufung auf eine temporäre Gesetzeslage ist im Nachhinein kein Weg, sich aus der Verantwortung zu stehlen.

Das Recht ist ein Normensystem […], das aus der Gesamtheit der Normen besteht, die zu einer im großen und ganzen wirksamen Verfassung gehören und nicht extrem ungerecht sind.“  – Robert AlexyBegriff und Geltung des Rechts. Freiburg und München 1992

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