Johannes von Heinsberg – Bildsprache – Wortsprache

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

25. April 2024
von JvHS
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TikTok und Co. II – Gefährdung der Psyche?

Die TAZ berichtet unter dem Titel „Kultusministerien-verzweifeln-an-TikTok“ über die „Belohnungstricks“ der Plattform, die eine App TikTok Lite in Spanien und Frankreich der „Generation Z“ verfügbar macht, mit dem Ziel, diese Altersgruppe noch mehr zu binden: Zitat „…in dieser App, die bisher innerhalb der EU nur in Frankreich und Spanien auf dem Markt ist, bekommen Use­r*in­nen, wenn sie Aufgaben erfüllen, digitale Coins, die sie gegen Gutscheine für echte Geschäfte eintauschen können. Dieser Mechanismus könnte junge Menschen noch mehr an Tiktok binden.“ Zitatende (Quelle: TAZ)

Rührend versorgt von einer Freundin sind die Auswirkungen des Rheinischen Karnevals nicht zu übersehen. Temporär ist die Klappe zu und ein Äffchen KO!

Die Studie „Jugend in Deutschland 2024“ präsentiert Einstellungen, Trends und Perspektiven der 14- bis 29-Jährigen und beschreibt, wie diese Altersgruppe tickt! Der Blick auf die psychische Belastung dieser Altersgruppe und welche suchtähnliche Einflüsse Soziale Medien á la TikTok verursachen können, ist besorgniserregend und lassen sich laut TAZ-Bericht ablesen an den Angaben von rd. 2000 Probanden der Studie: 

Zitat: “ Mehr als die Hälfte gab an, unter Stress zu stehen. Mehr als ein Drittel berichtet von Erschöpfung und Antriebslosigkeit. 17 Prozent fühlen sich hilflos. Junge Frauen mehr als junge Männer. Nahezu alle nutzen fleißig ihr Smartphone, auch schon ohne den monetären Anreiz von Tiktok Lite.

Diejenigen, die ihr Handy mehr als vier Stunden pro Tag nutzen, geben häufiger an, gereizt, ängstlich oder antriebslos zu sein. Das bedeutet nicht automatisch, dass Social Media sie in diesen psychischen Zustand versetzt. Vielleicht nutzen sie wegen ihres Zustands nur öfter das Smartphone.“ Zitatende (Quelle: TAZ)

Nicht zuletzt konfrontiert TikTok die Altersgruppe der Teenies  nicht nur mit politischen Ideologien der rechtsextremen und gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit, sondern auch mit der direkten und indirekten Gefährdung durch sexualisierte Gewalt. Der Bedarf an psychologischer Betreuung steigt weiterhin, wobei die Nachfrage die Angebote an Betreuungsplätze bei weitem überschreiten. 

Nicht selten ist neben der Familie auch die Schule der Raum, wo die Konflikte sich Bahn brechen. Mit allen Folgen der Überlastung des Bildungssystems, das seiner dualen Aufgabe von Bildung und Erziehung in keinem der Bereiche gerecht werden kann. Die gesamte Gesellschaft leidet- vom Bildungs- und Ausbildungspotenzial für das Berufsfeld über die Fähigkeit zur Partnerschaft bis zur individuellen Gestaltungsfähigkeit für ein gelingendes Leben! 

TikTok und Co. – freiheitsgefährdende Technologien?

Ergänzung vom 26.04.2024

The world goes round! Die Geschäftswelt dreht sich weiter.

Geschäftsideen aufgrund funktionierender Systeme der Manipulation nach Rattenfänger-Art (hier Algorithmen TikToks) durch Auswahl von Personengruppen und Selektion der Inhalte den „Kunden“ (=  Altersgruppe 14-29) mit zugesandten Empfehlungen für das weitere Konsumieren „animieren“ zu können, sollen für den Mutterkonzern (ByteDance) von TikTok geschützt werden. Die Kontrolle über die Algorithmen soll erhalten bleiben. Das „Werkzeug“ der Sucht schaffenden Animation ist zu wertvoll. Einem Verkauf in den USA wird nicht zugestimmt, da schließt der chinesische Konzern lieber TikTok in den USA!   

 

24. April 2024
von JvHS
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TikTok und Co. – freiheitsgefährdende Technologien?

Aktuell hat der US-Senat dem chinesischen Mutterkonzern von TikTok, der videokonzentrierten Messenger-Plattform,  ein Ultimatum gesetzt, entweder sich von diesem Medium rechtlich und einflussmäßig zu trennen, oder TikTok wird in den USA verboten! 

Dass die meisten Nutzer von TikTok aus dem Altersspektrum der 14-30 Jährigen kommen, ist kein Geheimnis. Ebenso ist allgemein bekannt, dass vor allem politische Parteien (wie auch einzelne Politiker) versuchen, über TikTok diese Zielgruppe mit ihren Inhalten zu erreichen und dabei auch nicht vor Propaganda statt Aufklärung zurückschrecken. Das lässt berechtigte Sorge in den Demokratien entstehen, dass extremistische Weltbilder tiefe Eindrücke bei dieser Altersgruppe hinterlassen. (siehe auch Beiträge zu TikTok auf diesem Blog! *)

Zudem werden Algorithmen genutzt, die das spektakuläre, trendige, tendenzielle, oberflächliche und inhaltsarme Überschwemmen mit egomanischen Vorbildern betonen und in zugespitzter Weise Alternativen aussortieren und verhindern. Antidemokratische Parteien wie die AfD oder gewaltbereite Gruppierungen aus dem weltweiten Spektrum religiöser oder ideologischer Extremisten agieren erfolgreich brandstiftend und das Denken der Zielgruppen beeinflussend wie die Nutzer-Zahlen bei TikTok erschreckend zeigen. 

Zum anderen geht es um drohende politische Einflussnahme. TikTok gibt an, mehr als 170 Millionen Nutzer:innen in den USA zu haben. Was sie in der App zu sehen bekommen, wird von TikToks Algorithmen bestimmt.„, lautet in Bezug auf die USA ein Beitrag auf Netzpolitik.org.  

Dass TikTok auf Videobasis agiert, macht gerade den Reiz bei der genannten Altersgruppe aus. TikTok agiert – nach dem Motto: ein Bild sagt mehr als tausend Worte – besonders mit dem bewegten Bild und wirbt damit gleichsam als besonders „authentische Wahrheiten“. Die Verengung auf diese Blickwinkel verdrängt das Hinterfragen wie: woher stammen diese Videoinformationen, wer stellt sie ein mit welcher Zielsetzung und Botschaft? Was der Nutzer zu sehen bekommt, bestimmen die „Eigentümer“ der Algorithmen. Das ist allerdings bei allen Plattformen von WhatsApp bis X ebenso! 

Die Freiheit des Internet steht im Disput mit der notwendigen Sicherheit. Das ist im realen Leben ebenso wie auf den Plattformen der Messenger und Datenverwertungsplattformen von Musk, Zuckerberg und den anderen Eigentümer dieser Medien. 

Wird die Freiheit der Meinungsäußerungen im Internet oder im realen Leben gefordert, der muss nicht nur abwägen und berücksichtigen, dass „Freiheit nicht ohne die Freiheit des Mitmenschen gedacht wird!“ Sprich, es gibt keine Freiheit, wenn die Freiheit vieler anderer Menschen gefährdet wird. Und ebenso gibt es keine Freiheit, wenn die Sicherheit der Menschen gegen Missbrauch, Unterdrückung und Machtausübung nicht gegeben ist.

„Denn es gibt keine Freiheit, wenn sie nicht vom Staat geschützt wird; und umgekehrt: nur ein Staat, der von freien Bürgern überwacht wird, kann diesen überhaupt ein vernünftiges Ausmaß an Sicherheit gewähren.“ ( Karl Raimund Popper)

(*)

Tiktok – verschwörungsproduzierende Plattform der 14-29 jährigen Altersgruppe?

Das TikTok-Gerangel und der Diskurs um freiheitsgefährdende Technologien findet in den Medien zurecht mehr und mehr Aufmerksamkeit:

TAZ

ZDF 

Netzpolitik

Telepolis

RP

 

22. April 2024
von JvHS
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Immanuel Kant vor 300 Jahren geboren – Erinnerung an einen Aufklärer mit Bedeutung für Philosophie und Gesellschaft

Von Johann Gottlieb Becker (1720-1782) –  (c) gemeinfrei  1 und  Gemeinfrei 2

Kant – ein (Ge)-Denktag in diesem Jahr: den 22. April nicht vergessen! Oder der Diskurs: Was ist Aufklärung?

 

Geschichte war und ist bis heute meistens eine Erzählung über Menschen, die einflussreich auf  die ganz Gesellschaft waren während ihrer Lebenszeit. Wenige aber sind es in einer Breite und Tiefe über den Tod hinaus, dass auch nach 300 Jahren die Wirksamkeit ihres Schaffens weiterhin Spuren hinterlässt. Immanuel Kant gehört sicherlich dazu.

(Nicht nur am 14. Februar 2024 wurde auf den heutigen Tag in diesem Blog schon verwiesen. Die Beschäftigung mit Kant gehört zur Ausrichtung dieses Blogs.)

Abzulesen sind Kants prägenden Einflüsse auf die Gesellschaft aktuell daran, dass nicht nur am 22.04.2024 in Essays und Aufsätzen an Kant erinnert wird, sondern wie sein Denken und Schaffenswerk auch auf die gegenwärtigen Bereiche der Gesellschaft wirkt. 

Kant und das Grundgesetz

In seinem Aufsatz „Immanuel Kants 300. Geburtstag und das Grundgesetz“ untersucht Prof. Dr. Mathias Hong als Professor für Öffentliches Recht den Zusammenhang Kants Philosophie mit dem Grundgesetz.

Das GG habe zwar nicht Kants Philosophie übernommen, aber es habe an ihn angeknüpft und mit der Menschenwürdegarantie habe es Selbstzweckformel, Verdinglichungsverbot und kategorische Geltung als Elemente adaptiert.“, formuliert LTO (in seiner Übersicht der Presseschau) 

Kant und die Gesellschaft (früher und heute)

Dass eine populäre Fachzeitschrift (Philosophie Magazin) eine Sonderausgabe „Kant“ herausgibt und mit dem Untertitel „Die Kraft der Vernunft in chaotischen Zeiten“  ist selbstredend. Der Inhalt dieser Inhalte führ „entlang der kantischen Fragen „Was kann ich wissen?“, „Was soll ich tun?“, „Was darf ich hoffen?“, die gemeinsam erklären, was Menschsein bedeutet. 

In den letzten Jahren und in Zeiten der Gefährdung durch populistische Demokratiegefährder während der Pandemie und in Wahlzeiten (Trump Wahl zum Präsidenten der USA; Brexit in Großbritannien und den unzähligen Kriegen und Terroranschlägen sind Schriften und Aussagen Kants oft inflationär genutzt worden. Ob Kants „kategorischer Imperativ“ (der bis in die Verbalhornung seiner Bedeutung („Was du nicht willst, dass man dir tut, das tue auch nicht, was willst du denn? Eins in die Fresse?“) den Weg in die Alltagssprache der Straße gefunden hat, oder die auch heute noch gültigen Erkenntnisse zu den Fragen „Was ist Aufklärung?“ („Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.“ ) und zur Notwendigkeit, Frieden zu gewährleisten durch Kants Schrift „Zum ewigen Frieden“ zeigt die Notwendigkeit und Möglichkeit von Kant zu lernen.

Kant und die Philosophie

Dass die Weiterentwicklung von Kants Philosophie und das Aufgreifen seiner Entwürfe stattgefunden hat und weiterhin stattfindet, lässt sich an wirkstarke Philosophen wie Michel Foucault festmachen. 

Kritik und Fortführung

Philosophen wie Hegel, Nietzsche, Marx und Engels, Max Weber, Horkheimer und Adorno, Hannah Arendt und nicht zuletzt Jürgen Habermas (der die Welt nicht mehr verstehe…) setzten sich mit Kants Philosophie auseinander, kritisierten und führten über Kant hinaus eigene Ansätze fort. 

Ergänzung vom 23.04.2024

Dass im Zuge der Diskurse zu Kant und seinen Schriften die Bezüge zu den Begriffen „Freiheit, Gleichheit, Menschenwürde“ in demokratischen Rechtsstaatlichkeiten herausgestellt werden, ist zum einem Ergebnis von Aufklärung, sowie zugleich notwendige Grundlage eines kooperierenden und gewaltfreien Zusammenlebens.

  • Das Aktiengesetz respektive andere Gesetze sind niemals über die Menschenrechte zu stellen.
  • Kriege und Verbrechen sind niemals als akzeptable Mittel zum Erreichen von Zielen zuzulassen.
  • Freiheit ist niemals ohne die Freiheit des Mitmenschen zu denken oder erreichbar.
  • Frieden ist das höchste Ziel von Menschlichkeit.
  • Macht ist niemals in Konzentration (Diktatur, Tyrannei, Autokratie) erträglich und nur in der rechtsstaatlichen Gewaltenteilung sinnvoll. 
  • Freiheit und Sicherheit ist nur in rechtsstaatlicher Gewaltenteilung realisierbar, in der direkte Demokratie (außerhalb faschistisch-völkischer Formen á la AfD) wirksam installiert ist : 

„Denn es gibt keine Freiheit, wenn sie nicht vom Staat geschützt wird; und umgekehrt: nur ein Staat, der von freien Bürgern überwacht wird, kann diesen überhaupt ein vernünftiges Ausmaß an Sicherheit gewähren.“ ( Karl Raimund Popper)

21. April 2024
von JvHS
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Relative Realitäten – Illusionen

„Nach dem Zusammenbruch aller Illusionen genügt die Suche nach der Wahrheit, um uns fest ans Leben zu ketten.“ – Sully Prudhomme  – Literatur-Nobelpreisträger

„Die meisten Deutschen haben nur ein Gebet: Herr, unsere tägliche Illusion gib uns heute.“ –  Gustav Stresemann  – Friedensnobelpreisträger 1926  

„Die Kunst ist fast immer harmlos und wohltätig, sie will nichts anderes sein als Illusion.“ – Sigmund Freud

 

21. April 2024
von JvHS
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Hundeleben – Freiheitsformen vom Gatter bis zur langen Leine

An der langen Leine

Lago Laprello – an der kurzen Leine

Am Lago Laprello

Am Lago Laprello

Am Lago

Hinter Gitter

 

„Und wohin ich auch steige, überallhin folgt mir mein Hund, der heißt „Ich“. “ – Friedrich Nietzsche

 

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