11. März 2024
von JvHS
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11. März 2024
von JvHS
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11. März 2024
von JvHS
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10. März 2024
von JvHS
Kommentare deaktiviert für Die „Banalität des Bösen“ scheint auch heute noch weiter zu existieren
Es mag den Lesern vielleicht nicht legitim erscheinen, wenn ein Vergleich von Adolf Eichmann mit heute agierenden Menschen in Machtpositionen vorgenommen wird. Und dennoch sind gerade die Analyse und der Essay von Hannah Arendt „Eichmann in Jerusalem – Ein Bericht von der Banalität des Bösen“ dafür Zeugnis genug! Mit einem weiteren Buch „Was heißt persönliche Verantwortung in einer Diktatur?“ äußerte sich Hannah Arendt zu einem Thema, das bis heute für bestimmte Gesellschaften (Türkei, Ungarn, Polen, Russland und nicht zuletzt die USA unter Trump) zutrifft, wenn auch in graduellen Abstufungen, jedoch im Kern vergleichbar. Vor allem vergleichbar ist das bei allen Versuchen erkennbare Ziel, die Gesellschaft zu spalten. Propagandistische Lügen (Trump und seine unbewiesene Behauptung des Wahlbetrugs) zielen auf eine „Gleichschaltung der Anhängerschaft“. Auch in der Nazi-Terrorherrschaft Hitlers ging die Spaltung durch Familie, Freundes- und Kollegenkreise, wie es ebenso Trump geschafft hat. Hannah Arendt spricht in diesem Zusammenhang nicht nur vom Scheitern der persönlichen Verantwortung, sondern vor allem vom Zusammenbruch des persönlichen Urteilsvermögens und der Zerstörung der moralisch-ethischen Grundsätze.
Arendt fragt: „Was geschieht mit der menschlichen Urteilskraft, wenn sie auf Ereignisse trifft, die den Zusammenbruch aller gewohnten Werte vorexerzieren, auf Ereignisse also, die gewissermaßen in den allgemeinen Regeln nicht vorgesehen sind – nicht einmal als Ausnahme von diesen Regeln?“ Daraus resultiert die Frage nach dem eigenen Verhalten innerhalb einer „Blase“ wie die des rechten Flügels in der AfD oder der Trump-Fanatiker innerhalb der US-Republikaner: „Wie kann ich Recht von Unrecht unterscheiden, wenn die Mehrheit oder meine gesamte Umgebung die Frage schon vorentschieden hat?“
10. März 2024
von JvHS
Kommentare deaktiviert für Das Böse und die Boshaftigkeit – banal oder komplex?
Im Gegensatz zum oben gezeigten Foto steht das Szenenbild aus dem Film „Zone of Interest“ – in der die Schauspielerin Sandra Hüller als Hedwig Höß (im Film als Ehefrau des Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß) ihrem Kind eine Blüte zeigt und das Kleinkind die Blume anfassen lässt – im Betrachtungskontext des Holocaust und macht einen unfassbaren Kontrast sichtbar. Anscheinend und vordergründig wird eine Idylle „glücklichen“ Familien-Lebens gezeigt. Allerdings geschieht diese Szene – nur durch eine Mauer getrennt – neben dem KZ Auschwitz und den dort vorkommenden täglichen und grauenvollen Taten des Holocausts. Dass auf der einen Seite der Mauer im KZ Rudolf Höß mordet, als würde er unbewusst und automatisch einen Atemzug machen, auf der anderen Seite der Mauer bei Frau und Kind ein „heiles Familienleben“ führen, das zeigt das schizophrene Verhalten eines Täters, welches Hannah Arendt als „Abwesenheit des Denkens und der Verantwortlichkeit für Menschenfreundlichkeit“ bezeichnete und ihren Begriff der „Banalität des Bösen“ dafür formulierte.
Das Böse, ein Begriff moralischer Normen, aber auch Bezeichnung für Verhalten, hat die Menschen seit ihrer Menschwerdung begleitet. Es manifestiert sich in Handlungen, die monströs, maßlos, grenzüberschreitend und existenzgefährdend oder existenzauslöschend sind. Schriftliche Zeugnisse gibt es seit Jahrhunderten darüber. Ob es die Folterungen der Inquisition sind, die Hexenverbrennungen, die Pogrome während der letzten 2000 Jahre oder der Holocaust der Nazis mit ihren KZs und den Bestien wie der Arzt Mengele, über die vielen Beteiligten aus der Armee oder den Mörderbanden der SS bis hin zu den Schreibtischtätern á la Eichmann. In der jüngsten Vergangenheit gehören der Massenmord durch Anders Brevik und die vielen Terroraktionen des IS und der Hamas ebenso dazu. Beispiele finden wir in der Geschichte der Menschheit zuhauf. Sie werden von anderen Menschen oft als wahnsinnige Tat bezeichnet, um eine Erklärung dafür zu haben, was an Unmenschlichem geschehen war.