
„Denn es gibt keine Freiheit, wenn sie nicht vom Staat geschützt wird; und umgekehrt: nur ein Staat, der von freien Bürgern überwacht wird, kann diesen überhaupt ein vernünftiges Ausmaß an Sicherheit gewähren.“ Karl Popper (Foto: Copyright JWB / JvHS)
Zitat: „Was wäre, wenn das Gegenteil von Vergessen nicht das Erinnern, sondern die Gerechtigkeit ist?“ Yosef Hayim Yerushalmi (jüdisch-amerikanischer Historiker)
Geschichte ist etwas anderes als Erinnerung! Geschichte vermittelt faktisches Wissen und Erkenntnisse über die Vergangenheit.
Erinnerung bedeutet immer, dass Eingriffe erfolgen in das persönliche oder kulturelle Gedächtnis! Durch emotionale Ereignisse werden Erinnerungen eingebrannt und gespeichert und haben Auswirkungen auf Denken und Handeln. Sie wirken bestimmend für Gegenwart und Zukunft der Betroffenen – sowohl auf der Opfer- wie Täterseite. (Juden, die den Holocaust überlebt haben, sind für die Dauer ihres Lebens gezeichnet von den ihnen zugefügten Leiden durch Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Menschen, die Opfer von Kriegen, Verbrechen durch Menschenfeinde, aber auch von Auswirkungen ausbeuterischer Wirtschaftsverhältnisse oder durch physische und psychische Gewalt in Familie und Gesellschaft sind, erleiden Traumata, die die Gegenwart und Zukunft ihres Lebens massiv beeinflussen bis in die nachfolgenden Generationen!)
Geschichte gibt Vergangenes als erforschtes, verortetes und kategorisiertes Wissen wider unter Berücksichtigung der so bedingenden Quellen. (Es ist oft nur die Sichtweite der Herrschenden widergegeben, weil sie aufgeschrieben und festgehalten wurde. Selten jedoch finden sich Belege, die den Alltag aus der Sicht der Untergegebenen beschreiben!).
Auch aktuell wird für die Person Donald Trump wieder bewiesen, dass die Machtinhaber alles daran setzen, Quellen zu verschleiern, zu vernichten oder umzudeuten, so dass möglichst nur die für sie zuträglichen Erzählungen übrig bleiben sollen! Dabei wird nicht an Lügen gespart, jedoch gleichzeitig jeder bedroht, der Transparenz und Aufklärung verlangt oder herbeiführt!
Die Forderung nach: „Erinnert euch!“ bedeutet vor allem, dass nie vergessen wird, was in der Vergangenheit erfolgte und daraus abgeleitet werden kann. Alle Menschen haben Verantwortung und können dieser nur gerecht werden, wenn der Gerechtigkeit Raum eingeräumt wird. Verbunden damit ist, dass Ungerechtigkeit zukünftig vermieden werden soll.
Wiedergutmachung ist eine notwendige Voraussetzung, um Verantwortung zu übernehmen für das Gelingen des friedlich miteinander auskommenden Zusammenlebens. Leider widerspricht das Verhalten in der Politik zurzeit dieser Forderung, weil die Schadensverursacher – von Jens Spahn (Maskenskandal in Mrd.-Höhe), über Alexander Dobrindt und Andreas Scheuer (Maut-Vergehen und Schaden in Millionenhöhe für Deutschland) – durch dubiose Ausschüsse und ihre Beschlüsse – sich ihrer Verantwortung und Wiedergutmachung entziehen können! Gedeckt wird dieses Vorgehen durch Gesinnungsgenossen.
Die radikale Alternative zum Vergessen ist neben der Verantwortungsübernahme und der Wiedergutmachung die Forderung: Frieden zu schaffen oder wiederherzustellen. Die Umsetzung der idealen Vorstellung des „Ewigen Friedens“ von Immanuel Kant wird somit auch als „Ursprung menschlicher Beziehungen, menschenfreundlicher Politik und der Menschenrechte“ gesehen! Das Erinnern wird erst positiv wirksam, wenn unbeirrbares Engagement für den Frieden Bestandteil des Erinnerungsprozesses wird.
Immanuel Kants Schrift: „Zum ewigen Frieden“.
Zitat: „Die Präliminarartikel stellen Bedingungen dar, die erfüllt sein sollten, damit Frieden zwischen Staaten dauerhaft und nachhaltig möglich ist. Sie sind als Verbotsartikel formuliert, die das Handeln der Staaten im Interesse des Friedens einschränken. Kant erläutert, dass die Präliminarartikel 1, 5 und 6 strikte und absolute Voraussetzungen eines dauerhaften Friedens sind, während Artikel 2, 3 und 4 regulativ seien, deren Umsetzung und Einhaltung also erst mit dem Friedensschluss erfolgen muss und eine Verzögerung (etwa durch Abrüstung, Entlassung abhängiger Staaten in Autonomie mit bloßer Personalunion bei eigener Gesetzgebung und Rechtsprechung, Rückzahlung von Anleihen) oder sogar durch einen Bestandschutz eingeschränkt sind. Immanuel Kant: AA VIII, 347[4]“
- „Es soll kein Friedensschluss für einen solchen gelten, der mit dem geheimen Vorbehalt des Stoffs zu einem künftigen Kriege gemacht worden.“
- „Es soll kein für sich bestehender Staat (klein oder groß, das gilt hier gleichviel) von einem anderen Staate durch Erbung, Tausch, Kauf oder Schenkung erworben werden können.“
- „Stehende Heere (miles perpetuus) sollen mit der Zeit ganz aufhören.“
- „Es sollen keine Staatsschulden in Beziehung auf äußere Staatshändel gemacht werden.“
- „Kein Staat soll sich in die Verfassung und Regierung eines andern Staats gewalttätig einmischen.“
- „Es soll sich kein Staat im Kriege mit einem andern solche Feindseligkeiten erlauben, welche das wechselseitige Zutrauen im künftigen Frieden unmöglich machen müssen: als da sind, Anstellung der Meuchelmörder (percussores), Giftmischer (venefici), Brechung der Kapitulation, Anstiftung des Verrats (perduellio) in dem bekriegten Staat etc.“ Zitatende
Frieden zu schaffen, bedeutet eben nicht, durch ein „Dealer-Verhalten“ á la Donald Trump und Kumpane Frieden schließen zu können. Denn, Trumps „Dealer-Charakter“-Ansatz erweist sich nur als Pseudo-Friedensschaffung, die letztlich nur unter der Maxime steht, wie wird der größtmögliche Profit für MAGA-USA und Trump möglich sein! Die schändlichen Zugeständnisse an den Kriegsverbrecher Putin und Russland zeigt so erst ihre wahre Bedeutung. Sie stellen zudem einen Angriff auf die Menschenwürde dar. Diese Staaten, von zweifelhaften und willkürlich agierenden Subjekten geführt, schützen ihre Bürger und Staatsangehörige nicht. Die Menschen dort müssen verstehen, dass sie sich vor solchen Subjekten á la Trump, Orban, Erdogan und Putin – die ihre Demokratien zu vergiftete und abdriftende Staaten umbauen – selber schützen müssen!
Denn es ist für jeden Menschen sichtbar, dass diese Personen mit Affinität zu Tyrannei und Diktatur Systeme aufbauen, in denen Rechtsstaatlichkeit, Menschen- und Völkerrecht als Grundrechte verachtet, missachtet und abgebaut werden. Parteien, die gleiche Ziele haben, sind in immer mehr EU-Staaten auf den Weg, sich demokratisch wählen zu lassen und danach den Abbau der Demokratie voranzutreiben. Dazu gehören in Deutschland die AfD und ähnliche anti-demokratische Parteien in Europa.
Nur dort, wo Menschenwürde, Grundrechte und Friedenswillen geschützt werden, ist eine menschengerechte Zukunft möglich.
Ergänzung vom 27.12.2025
Andreas Voßkuhle – ehemaliger Präsident des Bundesverfassungsgerichts – äußert sich im Interview mit der Zeitung „Tagesspiegel – Berlin“ zur Gefährdung der Demokratien in Europa, den USA und in Deutschland (hinsichtlich der Wahl der AfD!).
Version vom 27.12,2025 / 10:50 Uhr (Ergänzungen und Korrekturen/ Interview des ehemaligen Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts Andreas Voßkuhle)
Der 28-Punkte-Pseudo- Friedensplan als Monopoly-Traum der Trump-USA
Ecce homo und Kants „Zum ewigen Frieden“ – oder Golgatha kann jederzeit überall sein
Appell an die Herren Diktatoren, Angriffskriegsführer und Menschenvernichter! Terror bleibt Terror!
Ein Angriffskrieg kann niemals legitimiert werden – UN-Charta und Kants Schrift „Zum ewigen Frieden“