Johannes von Heinsberg – Bildsprache – Wortsprache

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

2. August 2025
von JvHS
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Abendmahl – Symbol als Mahnmal zwischen Ästhetik und harter Realität

 

Menschheit

  • Menschheit vor Feuerschlünden aufgestellt,
  • Ein Trommelwirbel, dunkler Krieger Stirnen,
  • Schritte durch Blutnebel; schwarzes Eisen schellt,
  • Verzweiflung, Nacht in traurigen Gehirnen:
  • Hier Evas Schatten, Jagd und rotes Geld.
  •  
  • Gewölk, das Licht durchbricht, das Abendmahl.
  • Es wohnt in Brot und Wein ein sanftes Schweigen
  • Und jene sind versammelt zwölf an Zahl.
  • Nachts schrei´n im Schlaf sie unter Ölbaumzweigen;
  • Sankt Thomas taucht die Hand ins Wundenmal.

Georg Trakl

Alltags-Schnipsel der Medien-Welt

Die Aggressionen der Arroganz á la Trump, der Jargon der Doppelzüngigkeit á la Putin, die Unfähigkeit zur Empathie – wir erleben es täglich. Da mag das Geschwätz der Heimatideologen á la Reichsbürger und Gauländer belächelt werden, die Ruchlosigkeit weitet
sich aus und der Hass überschreitet jede rote Linie.

Die Kinderhymne Bertold Brechts sollte nochmals in Erinnerung gerufen werden:

Anmut sparet nicht noch Mühe
Leidenschaft nicht noch Verstand
Daß ein gutes Deutschland blühe
Wie ein andres gutes Land.

Daß die Völker nicht erbleichen
Wie vor einer Räuberin
Sondern ihre Hände reichen
Uns wie andern Völkern hin.

Und nicht über und nicht unter
Andern Völkern wolln wir sein
Von der See bis zu den Alpen
Von der Oder bis zum Rhein.

Und weil wir dies Land verbessern
Lieben und beschirmen wir’s
Und das Liebsten mag’s uns scheinen
So wie andern Völkern ihrs. 

Bertolt Brecht

Hört! Hört!
Die Obrigkeit, sie hört uns nicht,
nicht die Lauten, nicht die Leisen,
nicht die Dummen, nicht die Weisen…
Sie hört nur
ihre Resonanz,
hoffend auf
unsere Hörigkeit
und subalterne Toleranz.
aus: H.-Jochen Jung „
Auf der Durchreise“ – Gedichte

„Nur um der Hoffnungslosen willen ist uns die Hoffnung gegeben.“ Walter Benjamin


Donald Trump präsentiert sich als Prototyp der scheinbar „Erfolgreichen“. Alles wird auf Reichtum und Macht fixiert und fokussiert. Die Gier und die Rücksichtlosigkeit, mit denen dieser „Erfolg“ produziert wurde, prägen seinen Weg zur Umsetzung seiner eindimensionalen Ziele. Wer sich als Konkurrent – oder politisch – als Gegner in den Weg stellt, wird mit allen, auch unethischen, gewalttätigen und den Frieden gefährdenden Mitteln aus dem Weg geräumt.

Wenn solche „Vorbilder“ die Kumulation des Hasses, der Vorurteile, des Rassismus und der Gefühlskälte darstellen, dann ist es um eine Gesellschaft absolut nicht mehr positiv  bestellt.

Armut wird gebilligt, Gerechtigkeit wird ignoriert,  Bigotterie ist Bestandteil des Denkens und Fühlens – Vorteile werden privatisiert, sowie Nachteile sozialisiert und die Aushöhlung des Rechtsstaats voran getrieben. Das sind die Pflöcke seines vordergründigen „Erfolgs“. Es steht zu befürchten, dass jenes, was der Privatmann Trump praktizierte, der ungleich radikal-autokratischere Unmensch in der Rolle des Präsidenten noch folgenreicher umsetzt.

Die Identifizierung mit solchen Idolen wie den Oligarchen und Egomanen, Sexisten und Rassisten Trump, der sich ins mächtigste Amt der Welt log und betrog, wird von jenen betrieben, die selber zu den Verlierern gehören. Ihre Vernunft ist leider ausgeschaltet. Es wird jener unterstützt, der für die Bedingungen der weltweit steigenden Armut – in der die Mehrheit der Menschen leben müssen – sowie der steigenden Gefahr des Atomkrieges  wie sein „Bruder im Geiste Putin“ verantwortlich ist.

„Die treibende Sehnsucht, dass endlich das Leben anders wird“ (Adorno), kristallisiert sich in dieser Figur des Bösen, nur in der absolut unerwünschten Art und Weise.  

„Voldemort war nie so schlimm wie Donald Trump“, schrieb J.K. Rowlings  (Autorin der Harry-Potter-Romane) zu Trumps unsäglichen Sprüchen. 

  • „Reicher Mann und armer Mann
  • standen da und sah n sich an.
  • Da sagt der Arme bleich:
  • Wär ich nicht arm,
  • wärst du nicht reich.“

Bertolt Brecht

Version vom 02.08.2025 / 21:25 Uhr 

1. August 2025
von JvHS
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Mais – landwirtschaftlicher Anbaurenner in 2025?

Der Maisanbau in der deutschen Landwirtschaft spielt eine wichtige, wenn nicht sogar zentrale Rolle. Für welches Ziel ein Landwirt den Anbau plant, (für Milchviehbetriebe, für die Schweinehaltung oder für die Biogasproduktion ), das ist für den Laien nicht erkennbar. Welche Nutzungsart der Landwirt anpeilt, und welche Ansprüche an die Qualität und Eigenschaften des angebauten Maises der Landwirt stellt, das mag auch durch das Wetter beeinflusst sein.  

Während Milchviehbetriebe auf eine hohe Grundfutterqualität für die Gesundheit und Produktivität ihrer Tiere angewiesen sind, benötigen Schweinehalter energiereiche Maisanteile mit optimalem Futterwert für eine effiziente Fütterung. Für die Biogasproduktion hingegen sind Maissorten gefragt, die einen hohen Ertrag und mit gutem Energiegehalt liefern. 

Mit Mehrnutzung-Sorten wird die Grundlage gelegt, eine höhere Flexibilität zu erreichen. Körnermais erweitert die Alternativ-Verwendung: als Futter- oder als Energie-Rohstoff. Feststellbar ist für 2025, dass der Anteil der Flächen mit Maisanbau in diesem Jahr deutlich höher sein muss: soweit das Auge reicht, nur Maisfelder!

 

 

31. Juli 2025
von JvHS
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KI–Gigafactory Plan der Ministerin Bär (CSU) in Deutschland – ein weiteres Milliarden Euro-Grab?

Dieser Frage ging die Online-Informationsplattform „Netzpolitik.org“  in einem Bericht über die KI-Agenda der aktuellen Bundesregierung nach!

„Netzpolitik.org“ beschreibt die eigene Arbeit mit:

„Wir thematisieren die wichtigen Fragestellungen rund um Internet, Gesellschaft und Politik und zeigen Wege auf, wie man sich auch selbst mit Hilfe des Netzes für digitale Freiheiten und Offenheit engagieren kann. Mit netzpolitik.org beschreiben wir, wie die Politik das Internet durch Regulierung verändert und wie das Netz Politik, Öffentlichkeiten und alles andere verändert.“

Zum Projekt KI-Gigafactory in Deutschland lautet die Schlagzeile bei „Netzpolitik.org“ –

„Die Hype-Tech-Agenda der Bundesregierung“.

Zitat:

„Die Bundesregierung hat ihre Hightech-Agenda beschlossen. Ein zentrales Ziel: Künstliche Intelligenz soll die deutsche Forschung und Wirtschaft wieder an die Weltspitze „katapultieren“. Damit erliegt die Regierung einmal mehr dem KI-Hype, obwohl er anderswo schon wieder abebbt.“ (Quelle: Netzpolitik.org)

Zitatende

Dazu stellt der Netzpolitik-Autor Daniel Leisegang fest:

  • Während China schon negative Erfahrungen mit dem KI-Hype gemacht habe und geplant Investitionen zurückfahre, sei die Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) auf dem Weg, Milliarden in eine deutsche Gigafactory zu investieren.
  • Damit solle bis 2030, so die Ministerin Bär, 10 % der Wirtschaftsleistung mit KI erwirtschaftet werden. Eine „Glaubensfestigkeit“, die skeptisch macht, weil anderswo längst der KI-Hype hinterfragt werde und Kehrwendungen eingeleitet würden!
  • Die in einem 50-seitigen Papier vollmundig festgelegte Agenda verrate allerdings an keiner Stelle, nach welchen Kriterien diese Zusage erreicht werden könne!

Insgesamt stellt dieser Netzpolitik-Artikel fest, dass es genügend warnende Stimmen aus Wirtschaft und Wissenschaft gibt, die vor einem vorschnellen Bau der Giga-Factories warnen. Dass vor allem die europäischen (deutschen) Steuerzahler dabei wieder bis zu einem Anteil von 35 % der veranschlagten Kosten von 20 Milliarden zur Kasse gebeten werden könnten, dürfte möglicherweise ein weiteres Fiasko der an Regierungen beteiligten CSU-MinisterInnen im letzten Jahrzehnt darstellen.

Die Ministerien der jeweiligen neu gewählten Regierungen neigen schon seit jeher dazu, „fremdes Geld“ – sprich Steuern auch mal des Öfteren unsinnig zu versenken! Da scheint allem Anschein nach auch die Forschungsministerin Bär keine Ausnahme zu sein.

29. Juli 2025
von JvHS
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Wo Herz und Verstand erkalten, können weder Freiheit noch Frieden heimisch sein! Erich Kästners 51. Todestag

Am 29.07.1974 starb Erich Kästner. Der Autor dieses Beitrags befand sich zur gleichen Zeit mit zwei jungen Frauen (Schwester und spätere Lebenspartnerin) auf einer Fahrradtour durch die Eifel und entlang des Ahrtals und des Mittelrheintals. In der Freude an einer unbelasteten Tour durch Landschaften, die gemeinhin als romantisch verortet wurden, galt auch auf der Fahrt jene Lebenssicht, die  von vielen heute wieder als Flucht vor der Realität dient! Und die der Schauspieler Anthony Hopkins so beschreibt:

„Keiner von uns kommt lebend hier raus. Also hört auf, Euch wie ein Andenken zu behandeln. Esst leckeres Essen. Spaziert in der Sonne. Spring ins Meer. Sagt die Wahrheit und trag euer Herz auf der Zunge. Seid albern. Seid freundlich. Seid komisch. Für nichts anderes ist Zeit!“

Diese Sicht auf die Welt ist die Flucht ins private und in biedermeierliche Idylle. Ein Bedürfnis, sich nicht erdrücken zu lassen, wenn die Orientierung droht verloren zu gehen aufgrund der ungelösten Probleme der Menschheit. Verständlich – doch vielleicht auch schwierig für die Realisierung einer wehrhaften Demokratie.

Zurück zu Erich Kästner. Er hat den Repressionen der Anti-Demokraten in der Nazi-Zeit zu trotzen versucht, und ist trotz der Gefährdung seines Lebens dennoch in diesem Unrechtsstaat geblieben. In seinem Fünfzeiler hat Kästner die Doppelmoral und die Destruktion des politischen Mottos: „Die Mittel heiligen den Zweck“ transparent gemacht. Ein Motto, dass auch bis heute politisches Verhalten kennzeichnet, wie die letzten politischen Ereignisse zeigen.

Wehrhafte Demokratie in Deutschland und der EU? – Niedlichkeit als Abschreckungspotenzial? Das Versagen der EU-Kommission!

Und von Kästner entlarvt wurde das destruktive Motto, das Versagen und Unrecht entschuldigen soll:

  • Der Zweck sagt ihr, heiligt die Mittel?
  • Das Dogma heiligt den Büttel?
  • Den Galgen?  Den Kerkerkittel?
  • Fest steht trotz Schrecken und Schreck:
  • Die Mittel entheiligen den Zweck!“

Kästner blieb in seinem Leben nicht verschont von dem, was viele Menschen ebenfalls erleben: das Scheitern der Beziehung. Kästner verarbeitete dieses Trauma in seinem Gedicht „Sachliche Romanze“! Ein Beispiel für den Umgang in Zeiten des „nicht gelingenden Lebens“  temporärer Ereignisse:

Sachliche Romanze

Als sie einander acht Jahre kannten
(und man darf sagen: sie kannten sich gut),
kam ihre Liebe plötzlich abhanden.
Wie andern Leuten ein Stock oder Hut.

Sie waren traurig, betrugen sich heiter,
versuchten Küsse, als ob nichts sei,
und sahen sich an und wußten nicht weiter.
Da weinte sie schließlich. Und er stand dabei.

Vom Fenster aus konnte man Schiffen winken.
Er sagte, es wäre schon Viertel nach Vier
und Zeit, irgendwo Kaffee zu trinken.
Nebenan übte ein Mensch Klavier.

Sie gingen ins kleinste Cafe am Ort
und rührten in ihren Tassen.
Am Abend saßen sie immer noch dort.
Sie saßen allein, und sie sprachen kein Wort
und konnten es einfach nicht fassen.

(Quelle) 

Version vom 29.07.2025 / 21:25 Uhr

29. Juli 2025
von JvHS
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Wehrhafte Demokratie in Deutschland und der EU? – Niedlichkeit als Abschreckungspotenzial? Das Versagen der EU-Kommission!

Abschreckungspotenzial oder Wachpersonal?

Bei der Betrachtung dieses Bildes hätte Karl Kraus wohl formuliert: „Dieses Wachpersonal dient zur Abschreckung derer, die keine Sünden begehen wollen.“ 

Das Potenzial dieser Abschreckung spiegelt wohl eher die Angst vor der Machtlosigkeit wider! Niedlichkeit als Mittel der Hoffnung. Harmlosigkeit als Androhung ohne Substanz – wie sonst lässt sich erklären, dass Trump seinen Erpressungszug durch die Weltgemeinde fortsetzen kann und die EU dermaßen durch die Kommission versagt, und wie Martin Sonneborn formulierte:

Zitat: „Nichts an diesem „Deal“ ist auch nur akzeptabel – er wird die EU ökonomisch niederwerfen, geopolitisch vernichten und innerlich zerreißen.“ (Quelle: Sonneborn auf Twitter/X

Freiheit, Gleichheit, Solidarität – diese Werte des demokratischen Europas wurden an den GröDaZ Trump verraten und verkauft

Da hilft auch kein „Glattbügeln“ durch Weichmacher-Erklärungen. Der durch diesen „Deal“ erzeugte Belastungsanteil für Deutschland wird in die zig-Milliarden zusätzlichen Finanzbedarfs gehen! Die Leidtragenden werden wieder bei der Mehrheit der Bevölkerung mit Lohneinkommen zu finden sein. 

Version vom 29.07.2025 / 18:56 Uhr 

 

 

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