Johannes von Heinsberg – Bildsprache – Wortsprache

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

8. Mai 2025
von JvHS
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8. Mai 1945 – Tag der Befreiung und der versäumten Nichtaufarbeitung mit den Folgen der „Unfähigkeit zu trauern“

Esther Bejarano – Überlebende des KZ Auschwitz-Birkenau –  im Jahr 2017 bei einer Lesung in der ev. Christus-Kirche in Heinsberg 

„Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.“ –  Bundespräsident Richard von Weizsäcker im Jahr 1985 

Allerdings bedeutet der 08. Mai 1945 auch, dass die Millionen Mitläufer und ihre heimliche oder offene Unterstützung  des Terrorsystems (und wo ist die Grenze zur Mittäterschaft?) ebenfalls Gelegenheit gegeben, sich ihrer Verantwortung  – durch Schweigen, Wegsehen, Verweigerung von Hilfe für die Verfolgten oder durch Verrat an die Machthaber des Terrorsystems als aktive Beihilfe und opportunistisches Agieren und Gelegenheiten nutzend zur eigenen Vorteilsnahme  – zu entziehen!

Bis weit in die Jetztzeit ist die von Alexander Mitscherlich und seiner Frau Margarete Mitscherlich im gemeinsamen Werk „Die Unfähigkeit zu trauern“ als Ausdruck der fehlenden Aufarbeitung des NS-Terrorsystems wirksam! Thema der Mitscherlichs war: sich mit dem Umgang der ehemaligen Anhänger Hitlers mit ihrer eigenen Verstrickung in Schuld und Untergang  des Nationalsozialismus zu befassen! 

Selbst bei den ehrenwerten Gedenkaktionen für die Opfer des Holocaust durch Ausstellungen als Aufklärungsarbeit von Geschichts- und Heimatvereinen überwiegen die Absichten, dass die Nachkommen der Mittäter in den Dörfern, Kommunen und Stadtteilen nicht zu sehr mit der „Aufklärungsarbeit und den Fakten über am NS-System beteiligten Familienmitgliedern“ konfrontiert werden!

Hier zeigt sich die Dialektik von „Aufklärung durch Fakten“ und dem „Schutz der Nachkommen der Mittäter“ einerseits, sowie dem Bemühen zur Versöhnung andererseits. Wenn letzteres ein Chapeau verdient, ist jedoch im Zuge der Zustimmung zu den Nachfolgern und dem Verharmlosen der NS-Zeit durch die AfD und ihre gesichert rechtsextremistische Einstufung die Frage notwendig, ob damit den Antidemokraten und Verfassungsfeinden nicht zu viel Rücksichtnahme entgegen gebracht wird

Das Motto: „Gauner muss man Gauner nennen“ – und „NS-Anhänger muss man Nazis und Faschisten nennen“ wird der Wirklichkeit nicht mehr gerecht, wenn dieser Klarheit nicht mehr zugestimmt wird und in Folge dann die „wehrhafte Demokratie“ von den Neo- Nazis und rechtsextremistischen AfD-Mitglieder und – Wähler geschwächt wird.

Denn die Generation der unter den  NS-Tätern betroffenen Überlebende des Holocaust (Juden, aber auch Sinti/Roma und Kriegsgefangene) stirbt und es sind immer wenigere, die den Menschen über diese Zeit aus eigener Erfahrung von ihrem Leid und den Kriegsverbrechen gegen die Menschlichkeit berichten können!

Esther Bejarano war eine Verfolgte und Überlebende des Holocaust und hat bis zu ihrem Lebensende Aufklärungsarbeit durch Fakten und Erzählungen in Schulen und Lesungen über ihren Lebenslauf geleistet. 

Befreiung KZ Auschwitz vor 80 Jahren

Zweifel an der Friedensfähigkeit der Menschen – zwischen Gleichgültigkeit und Verzweiflung

Friedensmotive: Friedenssicherung – im vorhinein und gleichwertige Verpflichtungen zur Beendigung von Kriegen

7. Mai 2025
von JvHS
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Dobrindt (CSU), neuer Innenminister, macht die Grenzen dichter! Indirekte Unterstützung der AfD-Agenda?

Der neue Innenminister Dobrindt (CSU) „beschließt Zurückweisung von Asylsuchende“ (an den deutschen Grenzen), lautet eine Eilmeldung der „Welt“-online. Zuvor schon berichtete die gleiche Plattform, dass Dobrindt die  Polizeipräsenz an Grenzen  verstärke und die Polizeigewerkschaft Rechtsklarheit fordere!  Zudem passt in das Umfeld

Allem Anschein nach agiert hier mit Alexander Dobrindt eine Person, die in diesem Bereich das alte Franz-Josef Strauß Weltbild: „Rechts von der CSU ist kein Platz mehr für Rechtsextremisten“ praktiziert. Da dürfte das Grinsen bei der AfD noch einmal Energie erhalten haben, obwohl die AfD gerade erst vom Bundesamt für Verfassungsschutz als gesamt „rechtsextremistisch und verfassungsfeindlich“ eingestuft wurde! Über erste Auszüge aus dem Gutachten des Verfassungsschutzes zur AfD berichtet die „Welt“ ebenfalls.

Gesamte AfD vom Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) als gesichert rechtsextrem eingestuft!

Auf diesem Blog wurde über die Einstufung der AfD vom Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextrem eingestuft“ schon berichtet.

Nun stellt die Plattform “fragdenstaat.de“ Quellenmaterial als Beleg für rechtsextremistisches Denken und Handel der AfD zum Download zur Verfügung!

Zitat „Völkisch-nationalistisch, rassistisch, antidemokratisch – auch nach Ansicht des Geheimdienstes ist die AfD gesichert rechtsextrem. Wir veröffentlichen einen ersten Ausschnitt aus dem 1100 Seiten langen Gutachten.“ (Quelle: fragdenstaat.de)

Eine strukturierte Auflistung der Verfassungsfeindlichkeit fasst „fragdenstaat.de“ unter folgenden Begriffen zusammen:

  1. Ethnisch-abstammungsmäßige Aussagen und Positionen 
  2. Fremdenfeindlichkeit
  3. Islamfeindlichkeit
  4. Reaktiv: Demokratieprinzip ablehnen

Eine weitere Informationsplattform der Gesellschaft für Freiheitsrechte  widmet sich den Themen:

„Im politischen Prozess besteht noch immer Unsicherheit, ob die AfD verboten werden kann. Wir wollen das jetzt in einem umfassenden Gutachten klären.“ (Quelle: GFF

Nun wird sich zeigen, ob der Innenminister Dobrindt auch auf der juristischen Ebene die Demokratie verteidigen wird, in dem er sie als wehrhafte Demokratie praktiziert und ernsthaft prüfen lässt, ob die AfD verboten werden kann! 

 

  

7. Mai 2025
von JvHS
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Das neue Kabinett – die Schaltzentrale der Regierung mit den Zuständigkeiten der Ministerien

Das Kabinett – die Schaltzentrale der Regierung mit den Zuständigkeiten der Ministerien und die Regelung der Reihenfolge und Bedeutung war Gegenstand der ersten Sitzung nach am Abend des kleinen Tsunamis um die Ereignisse der Kanzlerwahl. Zwar steckt das Wörtchen „nett“ im Begriff „Kabinett“, jedoch ist kaum zu erwarten, dass die Ministerien nur „nett“ miteinander umgehen werden.

Die Festlegung der Reihenfolge der Ministerien unter der Kanzlerschaft Merz lautet demnach für die wichtigsten Ministerien wie  folgt:

  • Kanzler und Kanzleramtsminister Friedrich Merz und Thorsten Frei (CDU)
  • Bundesfinanzamt unter Lars Klingbeil; auch Vizekanzler (SPD) – (Dann kann es nicht lange dauern, bis aus Klingbeil dann Klingbeutel wird – oder?)
  • Bundesinnenministerium unter Alexander Dobrindt (CSU)
  • Außenministerium oder Auswärtiges Amt unter Johann Wadephul (CDU)
  • Bundesamt für Verteidigung unter Boris Pistorius (SPD)

Weitere Minister und Ministerinnen und ihre Auflistung und Zuordnung in den nachstehenden Texten!

NTV

FAZ

 

6. Mai 2025
von JvHS
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Friedrich Merz: Teil 2 der Kanzlerwahl und der „Doch noch – Kanzler“ – Ende gut, alles gut?

Friedrich Merz Teil 2 der Kanzlerwahl – Ende gut, alles gut? Deutschland wird Geduld haben müssen!

Friedrich Merz und die Kanzlerwahl Teil 2 – Das Lächeln ist zurück. Die Wahl ist angenommen, nach dem zweiten Durchgang! Die Ernennungsurkunde vom Bundespräsidenten überreicht und das Kabinett ist ebenfalls vom Bundespräsidenten Steinmeier beurkundet worden!

Am Tag des „politischen Erdstoßes“ und der Nachbesserung ist die Installation der neuen Regierung vollbracht. Ende gut, alles gut? Das wird sich in naher Zukunft zeigen! Vor allem, ob diese Koalition den Souverän im Blick hat, besonnen und mit Augenmaß die Gesellschaft miteinander versöhnen kann. Brückenbau ist notwendig, um die vorhandene Spaltung zwischen Arm und Reich, zwischen Jung und Alt, zwischen Ökonomie und Ökologie zu überwinden! Und nicht zuletzt die Feinde der offenen und freien Gesellschaft von außen wie von innen im Griff hat. 

Das geht nur in konzertierter und kooperativer Gemeinschaft und nicht im üblichen Politikalltag des gegenseitigen in die Pfanne hauen!

Wir werden als Gesellschaft sehen, wohin der Weg führt nach dem holprigen Start! 

Die Kommentare der Presselandschaft zeigen die Bandbreite der Einschätzungen:

NTV 

ARD-Tagesschau

TAZ

LTO 

Ergänzung vom 07.05.2025

Das neue Kabinett – die Schaltzentrale der Regierung mit den Zuständigkeiten der Ministerien

6. Mai 2025
von JvHS
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Friedrich Merz im ersten Wahlgang zum Bundeskanzler nicht gewählt – die Eilmeldungen überschlagen sich!

Friedrich Merz geschockt nach dem ersten Wahlgang:  Er wurde nicht zum Bundeskanzler gewählt!

Friedrich Merz konnte seiner neoliberalen und Vermögensverwaltung-Weltsicht nicht entkommen.

Im ersten Wahlgang zum Kanzler wurde Friedrich Merz nicht gewählt – und das ist ein Novum in der Kanzlerschaftsgeschichte seit 1949! 

Damit ist Merz schon vor seiner Wahl – und falls doch noch in den weiteren Wahlgängen zum Kanzler gewählt – beschädigt! Beschädigt, weil die erzkonservativen Interessen in der CDU/CSU mit dem Blickwinkel auf die unausgewogene Stärkung der Wirtschaft nicht nur im Personaltableau der Ministerriege der Unionsparteien, sondern auch in der Wahl von Jens Spahn als Fraktionsvorsitzender und in dem Koalitionspapier sichtbar geworden sind.

Es fehlt an einer gerechten und notwendigen Stärkung der Interessen der Mehrheit der Bevölkerung, vor allem in den Bereichen der Gemeinwohl-Verpflichtungen und der Daseinsverantwortung durch die neue Regierung! So wird weder in Sachen Wohnungsnot ein deutlicher Aufbruch und Schwerpunkt zugesagt, noch wird den immer noch steigenden Mietkosten ein Riegel vorgeschoben. Zudem wird unter der Unionsführung und einer Kanzlerschaft von Friedrich Merz die Einnahmeseite nicht gestärkt, um die sozialen Aufgaben und den dortigen Investitionsstau ein Ende zu bereiten! Weder wird die Vermögenssteuer wieder eingeführt, noch wird über die Transaktionssteuern an der Börse oder über reformierte Erbschaftssteuergesetze Kapital auf der Einnahmeseite generiert!

So legt Prof. Dr. Christoph Butterwegge in seinem Beitrag „Managerkabinett statt Volksvertretung“ zu Recht seinen Finger in die Wunde der unausgeglichenen Interessenvertretung.

Zitat: „Gerade angesichts der Exportlastigkeit von Deutschlands Industrie wäre es sinnvoller, die unberechenbare Außenwirtschaftspolitik des US-Präsidenten Donald Trump (Verhängung und Rücknahme von Schutzzöllen) mit einer Stärkung der Binnenkaufkraft zu beantworten.

Das verteilungspolitische Kardinalproblem unseres Landes, die zur Mitte vordringende Armut und die gleichzeitig fortschreitende Konzentration des Reichtums bei wenigen (Unternehmer-)Familien, findet im Koalitionsvertrag so gut wie keine Beachtung. Während der Leistungsbegriff 113 Mal verwendet wird, kommt das Wort „Armut“ nur siebenmal vor…

Während die Liste mit finanziellen Vorteilen und Erleichterungen für die Wirtschaft (Schaffung eines „Deutschlandfonds“, Senkung der Mehrwertsteuer für die Gastronomie, Abschaffung der Bonpflicht, Anhebung der Bruttopreisgrenze bei der steuerlichen Förderung von elektrisch betriebenen Dienstwagen auf 100.000 Euro u.a.m.) im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD ellenlang ist, sucht man vergebens nach entsprechenden Aufstiegssignalen für sozial Benachteiligte, Erwerbslose und Arme.“

Nicht undenkbar, dass 18 Koalitionsmitglieder ihm und seinem Kabinett aufgrund der fehlenden Schwerpunktsetzung im sozialen Bereich der Daseinsfürsorge und Gemeinwohlverpflichtungen einen Denkzettel verpasst haben!

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