Johannes von Heinsberg – Bildsprache – Wortsprache

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

11. April 2024
von JvHS
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„Wir waren in der AfD“ – Dokumentation zur AfD durch ausgetretene Funktionäre

Köpfe der AfD sind austauschbar – der mephistophelische Einflüsterer bleibt 

Heute wird das Verfahren AfD versus Verfassungsschutz in Münster fortgesetzt zur Entscheidung, ob die gesamte AfD als rechtsextremer Verdachtsfall durch das Bundesamt für Verfassungsschutz eingestuft werden kann. Den Rechtsstaat und die Demokratie – welche die Partei abschaffen will respektive nach der Vorstellung des rechten Flügels um Höcke und Konsorten umgestaltet werden sollen – benutzt sie nun, um das Verfahren und die notwendige Verortung und Überwachung durch den Verfassungsschutz zu verschleppen, um so noch die EU-Wahl und die folgenden Landtagswahlen für die geplanten Verfassungsgefährdungen nutzen zu können. Gewarnt wird vor dem schädigenden Einfluss der AfD auch durch Wirtschaftsführer und Ökonomen!

Einen Einblick in die Partei und wie sie anti-demokratisch und unrechtsstaatlich tickt, gibt eine Reportage „Wir waren in der AfD“ über ausgetretene AfD-Funktionäre und Mitglieder!  / Alternativer Aufruf beim Ende der Verfügbarkeit des Beitrages (youtube)!

Ergänzung

Dass die am extremistisch-rechten Rand agierenden Parteien eine Zustimmung erhalten, liegt auch darin begründet, dass gerade die etablierten Alt-Parteien (von der CDU/CSU, über SPD, Die Grünen und FDP), welche bisher durch die Mehrheit der Wähler in die Regierungsverantwortung gewählt wurden, für einen Vertrauensverlust in die Politik bei diesen Wählern mitverantwortlich sind.  Es gilt das Vertrauen wieder zu gewinnen. Das gelingt nur, wenn die erkennbaren Egoismen der Parteien und ihren Abgeordneten abgebaut werden und die realen Probleme (Wohnungsnot, Gewinnmaximierungen und Privatisierungen, Infrastrukturmängel, Sicherheit, gerechtere Steuerbelastungen, Alters-Daseinsfürsorge und Bildung) in konzertierten Aktionen parteiübergreifend gelöst werden. Solche Signale an die Menschen zu senden, dass die Regierungen und Abgeordneten  die Sorgen und Nöten der Menschen erst- und wahrnehmen, würde das Vertrauen wieder herstellen und die Antidemokraten und Demokratiefeinde á la AfD von der Macht fernhalten! 

Die Unsicherheit der Menschen, wen sie noch wählen können, würde damit reduziert werden. Denn es war historisch und ist auch aktuell ein Irrtum zu glauben, die Wahl der AfD oder anderer Parteien würde eine echte Alternative darstellen!

Der nachfolgende Text stammt vom 21.Januar 2024

AfD wählen ist wie – in der Hand sein von Verfassungsfeinden mit anti-demokratischen Absichten zur Destabilisierung der Demokratie mittels Demagogie und Unterdrückung der Gesellschaft durch rechtsextremistische, rassistische und faschistische Gesinnung. Niemand, der die AfD wählt und unterstützt, kann sich darauf berufen, nicht rechtsradikal zu denken, oder zu behaupten, nichts von den Skandalen und den menschenverachtenden und anti-demokratischen Aktionen der rechtsextremen Netzwerke in der AfD gewusst zu haben. Denn jeder kann sich in unserer Demokratie – (wie kritikwürdig die politischen Parlaments- und Regierungsmitglieder auf Landes- und Bundesebene auch sein mögen) – über die rassistischen, faschistischen, rechtsradikalen, antisemitischen und extremistischen Gesinnungen und strafbewehrten Handlungen der AfD informieren. Und das schließt ein, dass selbst im Falle der Behauptung des „nichts gewusst zu haben“, eine tatsächliche oder vorgetäuschte Unkenntnis nicht vor Schuld und Strafe schützen würde und die Menschen für ihre AfD-Unterstützung zur Verantwortung gezogen werden müssen.

Dass die reale demokratische Gesellschaft mittlerweile zu Hunderttausenden gegen Rechtsextremisten á la AfD auf die Straße gehen und ihren Protest und Widerstand ankündigen, ist Beleg genug und sollte alle potenziellen AfD-Wähler zum Nachdenken bewegen. Und mit Karl Kraus zu schreiben: „Schwarz auf weiß – so hat man jetzt den Nachweis und die Fakten zur AfD und ihren Lügen!“

Von den 18 Gründungsmitgliedern der AfD sind nur noch drei (3) aktuell in der AfD. Zwei (2) sind verstorben. Dreizehn (13) sind ausgetreten.

„Bedenkt, dass Fanatiker gefährlicher sind als Schurken. Einen Besessenen kann man niemals zur Vernunft bringen, einen Schurken wohl.“ – Voltaire


Aktuell sind Alice Weidel und Tino Chrupalla die beiden Vorsitzenden. Auch der Ehrenvorsitzende Alexander Gauland, ein Gründungsmitglied, lässt die Antidemokraten ungehindert agieren. Sowohl Gauland („Wir holen uns unser Land zurück!“) wie auch Weidel („Kopftuchmädchen und alimentierte Messer-Männer“) benutzen die Sprache brandstiftender Demagogen. Und Chrupalla ist sich nicht zu schade, komödienhaft einen „Giftanschlag“ auf sich zu behaupten! Beide sind dem  rechtextremistischen und antidemokratischen Flügel“ zuzurechnen und dessen Demagogen Björn Höcke – den gerichtlich bestätigten und vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuften und überwachten Anti-Demokraten. Mehr als zwei Drittel der AfD-Partei-Mitglieder sind rechtsextremistisch orientiert und fundamentalistisch infiziert. Die Ablehnung des Grundgesetzes und die Entmachtung jeglicher Opposition ist das Ziel dieser Partei. Götz Kubitschek ist der „ rechtsextremistische Mephisto“ und Einflüsterer der AfD-Parteiführung und berät alle wichtigen Parteifunktionäre. (Holocaustverleugnung ist keine Meinungsfreiheit, sondern ein strafbewehrtes Vergehen)

Wir waren in der AfD – Fünf ehemalige AfD-Funktionäre einschließlich des Ex-Vorsitzenden Jörg Meuthen erzählen aus der Innensicht der Partei und warum sie ausgetreten sind!

„Wir waren in der AfD“  (*)ist eine ARD – Reportage und Dokumentation über das Denken und Handeln aus der Innensicht einer Partei, die sich in den vergangenen Jahren immer weiter radikalisiert hat. Der 1 Stunde und 30 Minuten dauernde Beitrag ist zugleich ein Film über die Mechanismen politischer und anti-demokratischer Radikalisierung. In der Dokumentation kommen ausschließlich diejenigen zu Wort, die der Partei in den Anfangsjahren begeistert beitraten. Sie beschreiben, was sie in der Partei gesucht und gefunden haben, aber auch, wie und warum sie mittlerweile ernüchtert und erschrocken über die Entwicklung der AfD ausgetreten sind.

  • Wie haben sie den Radikalisierungsprozess der Partei erlebt?
  • Wie haben Freunde und Familie reagiert?
    Wann und warum haben sie entschieden, der Partei wieder den Rücken zu kehren?
  • Wie schwierig war der Prozess des Ausstiegs?

Es sind Nachinszenierungen, die dem Film sein optisches Gesicht geben und den Zuschauerinnen und Zuschauern einen einzigartigen Blick in die Gedankenwelt der AfD ermöglichen. „Wir waren in der AfD“  (*)ist nicht in erster Linie eine Chronik der Parteigeschichte, sondern eine aufklärende, intime Innensicht auf eine Partei, die seit über zehn Jahren die etablierten Parteien und das politische Establishment vor sich hertreiben will, auch weil ihnen ein Großteil der Unterstützer und Wähler auf den lügendurchsetzten Leim gegangen sind, denn konstruktive und das Land voranbringende Ideen und Programme sind noch nie sichtbar gewesen. Den Anhängern der AfD reichen die demagogischen Sprüche der AfD-Idole,
um ihre eigenen rassistischen, anti-semitischen und anti-demokratischen Vorurteile
bestätigt zu bekommen!

„Es ist nur noch ein Ungeheuer, welches gräßlicher ist als Tyrannenunvernunft: Die Volkswut; und nur die Furcht vor der letzten macht die erste erträglich.“ – Johann Gottfried Seume

Die um Aufklärung über eine gefährliche Partei bemühten Protagonisten im Video-Beitrag sind:

  • Franziska Schreiber (Junge Alternative – Vorsitzende in Sachsen) 2013- 2017; Anhängerin von Frauke Petry! Krebs gewünscht – Mordandrohungen, Vergewaltigung einschließlich der Familienmitglieder, Terror im Netz, Mobbing mittels sozialer Medien, Freundeskreis nur in der Partei, alte Freunde verloren, sich alleine gefühlt, Kritik wird unterdrückt.
  • Alexander Leschik – seit der Gymnasiastenzeit in der AfD und regional Funktionär der
    AfD (Familie als deutsch-polnische Auswanderer)
  • Marco Schild deutsch – italienischer Hintergrund
  • André Yokulmaz (Lucke Anhänger) und deutsch-iranischer Migrationshintergrund
    sowie der ehemalige Vorsitzende der AfD –
  • Jörg Meuthen, der von sich sagt, er würde niemals lügen.

„Der Fanatismus ist sehr rasch bei der Hand, immer, wenn er sich ein bißchen gekratzt fühlt. Dieses Scheusal hat Angst vor der Vernunft, wie die Schlangen vor den Störchen. – Voltaire“

Zu (*) : Alternative zum TV-Beitrag (seit 18.01.2025 nicht mehr auf ARD abspielbar!) auf youtube.com!

Teil 1 

Teil 2 


Nach dem Austritt aus der AfD erfolgten seitens der AfD und der rechtsradikalen Helferlein aus dem Mitgliederkreis und dem AfD-Umfeld-Netzwerk sowie der Jugendorganisation der AfD „Junge Alternative“ Reaktionen in Form von: Drohmails mit Mordandrohungen und Vergewaltigungsankündigung, Gewaltandrohungen auch gegen Familienmitglieder, Mobbing, Verfolgung real und im Netz. Das übliche Besteck despotischer Gruppen, um jegliche Kritik und Aufklärung zu verhindern! (Zusammenfassung der Leipziger Autoritarismus-Studie hier!)

Weitere Beiträge auf diesem Blog zur AfD und der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit ihrer Parteifunktionäre und Netzwerke sind hier zu finden! 

Grundlegend auch Umberto Ecos “ Merkmale des Ur-Faschismus“ 

Der ewige Faschismus und Rechtsextremismus + Merkmale des Ur-Faschismus – in Memoriam Umberto Eco

9. April 2024
von JvHS
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Von Kant und Kafka – Philosophie und Literatur als Bereicherung und Abenteuer

Verwandlung 

Neben Kant (am 22. April 2024 ist der 300. Geburtstag) wird Franz Kafka mit seinem 100sten Todestag (am 03. Juni 1924) in diesem Jahr in den Fokus der Kulturinteressierten genommen werden. Kafka und seine Werke wahrzunehmen ist sowohl berechtigt aufgrund seiner Stellung im Kanon der wichtigen Autoren, wie auch besonders aktuell zutreffend hinsichtlich des Zeitgeistes, der in vielen Aspekten vergleichbar ist mit der heutigen Situation der Menschen. (Pandemie, Spaltung der Gesellschaft, Vereinsamung)

Kafka erlebt den Jahrhundertwechsel vom 19. Jahrhundert ins 20. Jahrhundert. Damit prägen ihn die politischen wie gesellschaftlichen Entwicklungen in seinen Schul-, Studien- und Berufszeiten, von der Gründerzeit als Melange aus rasanter Industrialisierung und monarchischer Überheblichkeit bis zum Beginn der ersten Demokratie nach dem ersten fürchterlichen Weltkrieg und den folgenden chaotischen Zuständen und dem Verlust der bis dahin wirkenden Weltanschauung. Begleitet wird dieser gesellschaftliche Umbruch von Pandemien wie der weltweit wütenden „spanischen Grippe“ mit weiteren Millionen Toten nach den Kriegstoten.

In Kafkas Werke ist die Einsamkeit der Menschen ebenso Gegenstand, wie das Erleben der Bedrohungen durch Terror, Armut, Technologien und Technik und der Unfähigkeit der Regierungen, die zeitgeschichtlichen Probleme (Reparationszahlungen, Inflation, Wohnungselend in Städten und auf dem Land lösen zu können. Gleichzeitig erfolgt die Radikalisierung der politischen Parteien an den Rändern der Gesellschaft. Gewalt und Umsturzversuche (Hitlerputsch) der Faschisten und wie Kommunisten schwächen und spalten die Gesellschaft. 

Kafka – Die Verwandlung und der Angriff auf Wehrlose

Mit „Die Verwandlung“ gelingt Kafka ein besonders ergreifendes Gleichnis für die soziale Isolierung, der sich viele Menschen damals wie heute ausgeliefert sehen. Der Protagonist Georg Samsa findet ein seinem Beruf (Reisender, Vertriebler) keine Erfüllung. Pflichtgemäß erfüllt er aber seine Verpflichtungen, auch weil er seine Familie wirtschaftlich unterstützen muss. Seine Verwandlung in ein Insekt, das eines Morgens auf dem Rücken liegend aufwacht, sich nicht aus dieser Lage befreien kann, macht ihn als Ernährer seiner Familie (Eltern, Schwester) untauglich. Statt Empathie und Mitleid erfährt er Ablehnung und Aggression. Vom Vater wird er tödlich verletzt.

Auch seinen anderen Hauptfiguren in „Das Schloss“ und „Der Prozess“  scheitern an ihren Aufgaben, als sie versuchen, sich der gesellschaftlichen Realität zu stellen. Nach Kafkas Sicht sind die Gründe für das Scheitern in der Komplexität und Intransparenz der Wirklichkeit wie in den Verhalten der Mitmenschen mit ihren Egoismen, Gleichgültigkeiten, Gewaltbereitschaft und Selbst- wie Fremdtäuschungen zu sehen.

Alle gesellschaftlich-politischen wie menschlichen Schwächen, die Kafka beschreibt (und selbst empfindet) sind auch heute für die Menschen erlebbar und haben ihre negativen Auswirkungen auf das Leben großer Teile der Gesellschaft. Die Strukturen haben sich nicht geändert, die technologischen Mittel (Smartphone, IT, KI) sind zwar nicht mehr vergleichbar, die dadurch ausgelösten negativen Verhaltensveränderungen sind jedoch potenziert und in zeitlicher Komprimierung respektive Geschwindigkeit noch unlösbarer für den Einzelnen geworden.

Kafka macht mit seinen Romanfiguren sichtbar, wie die Vereinsamung und das Verloren sein entstehen kann, Lösungen für heute bleiben die Aufgabe für die Gesellschaft. Die aber braucht andere Verhalten und Lebensentwürfe, als sie heute sichtbar sind.   

Wer Literatur wie Philosophie als Kulturbausteine der Lebenswirklichkeit und Gestaltung der Lebensentwürfe akzeptiert, darf die Beschäftigung mit Kafka und Kant als Bereicherung und Abenteurer erleben. 

8. April 2024
von JvHS
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Landschaften – begrenzt und offen zugleich irgendwo im Nirgendwo!

 

 

„Eine Landkarte ist nicht die Landschaft und populistische Propaganda  beschreibt nicht die Wirklichkeit!“ – JWB

“Landschaft – begrenzt und offen zugleich – bearbeitet von  dem, was Menschen fühlen und wollen” –  JWB

„Die Wurzel der Geschichte aber ist der arbeitende, schaffende, die Gegebenheiten umbildende und überholende Mensch. Hat er sich erfasst und das Seine ohne Entäußerung und Entfremdung in realer Demokratie begründet, so entsteht in der Welt etwas, das allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war: Heimat.“ ( Ernst Bloch – Prinzip Hoffnung)

7. April 2024
von JvHS
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Aufarbeitung der Pandemie – Forderungen, die diametral entgegengesetzten Motiven folgen: Schuld ist immer zweifellos

Geldbrunnen Aachen

“Der Mensch ist ein geldgieriges Tier, und diese Eigenschaft kommt allzu oft seiner Güte in die Quere.” – Herman Melville, Moby Dick 

“Gierig ist, wer nicht genießen kann.” – Andreas Tenzer

Die Forderungen aus Wissenschaft und Teilen der Politik nach Aufarbeitung der Corona-Pandemie-Entscheidungen sind aus den verschiedensten Motivationen immer deutlicher vernehmbar. Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates – Alena Buyx (Ärztin und Medizinethikerin) –  hat sich im Deutschlandfunk zum Thema Aufarbeitung geäußert und die von der damaligen letzten Merkel-Regierung (CDU/CSU + SPD) erlassenen Regelungen (Gesundheitsminister Jens Spahn- CDU) unter Teilnahme von Markus Söder (CSU-Ministerpräsident) bewertet. 

Die Aufarbeitung sollte aber nicht Parteien wie der AfD und ihrer Propaganda überlassen sein, die nicht im Sinne eines Lernvorgangs zur Vermeidung der Wiederholung der gemachten Fehlentscheidungen eine „Aufarbeitung“ verlangen, sondern im Gegenteil gesinnungsmäßige Stimmung auf der Grundlage der Verschwörungsankurbelung mit dem Ziel der Schwächung der Demokratie betreiben will.  

Dass gerade in der CDU/CSU Fraktion Stimmen laut werden, die eine  Enquete-Kommission des Bundestages fordern (Laschet, der als CDU-Kanzlerkandidat und CDU-Bundesvorsitzender die Fehlentscheidungen des Jens Spahn mitgetragen hat), ist die typische Verhaltensweise der Politiker, die den Blick auf die heutige Regierungskoalition (ab-)lenken, um sich aus der Verantwortung zu stehlen. Jens Spahn und Andreas Scheuer sind exemplarische Beispiel für das Versagen. Und das niemand bisher für den angerichteten Schaden haftbar gemacht wurde.  

„Schuld ist immer zweifellos!“ – Franz Kafka

Von Wachstum, Todsünden und dem Versagen der politischen Führungen“ lautete der Titel eines Beitrages hier auf dem vorhergehenden Blog vom 17. März 2021, der die systemische Schwäche der Parteiendemokratie über die Fehlentscheidungen zur Pandemiebewältigung in den Blick nahm. (siehe: *) Die Grundhaltung der politischen Parteien, nur die eigene Klientel zu bedienen und dem Egomanentum zu frönen, anstatt  in der repräsentativen Demokratie die Interessen der Bevölkerung zu vertreten und gemeinsam über die Parteigrenzen hinweg an den Problemlösungen zu arbeiten, diese Grundhaltung hat sich bis heute nicht geändert! (So wie es unverständlich ist, dass gerade in den neuen Bundesländern, die sich 1989/1990 von einem Unrechtsstaat in friedlicher, unblutiger Weise befreiten, nun aber einer völkischen und in Teilen rechtsextremistischen AfD – die antidemokratische Ziele mittels eines neuen Unrechtssystems verfolgen – die Gunst erweisen und Macht übertragen wollen, so unverständlich sind auch die hohen Zustimmungszahlen zu einer  national-konservativ und neoliberalen CDU/CSU unter dem „Möchte-gern-Kanzler“ Friedrich Merz, die in den insgesamt 32 Jahren Kanzlerschaft (Kohl: 1982-1998) und (Merkel: 2005-2021) die Verantwortung für die bis heute aufgehäuften Probleme hat!)

(*) Nicht nur dass die CDU/CSU in vielen politischen Verantwortungsbereichen versagt und die verantwortlichen Minister (Seehofer, Spahn, Laschet, Scheuer) bis hin zur Kanzlerin Merkel sich als Lobbyisten für Vermögende, Finanzkapital und Wirtschaftskonzerne herausstellen, das systemische Versagen der CDU/CSU geht bis tief in die Fraktion und Partei hinein. Kein Wunder, dass bei dieser Einseitigkeit der Interessensvertretung für ihre Klientel, jeder Versuch zur Transparenz (wirksames Lobbyregister, anstatt nur Pseudoaufklärung) abgeblockt wird, weil sonst die Tradition der „Politischen Landschaftspflege“ ins Stocken geraten würde. 

Ein kabarettistisch betontes Aufklärungsstück in der gestrigen (16.03.2021) Ausgabe „Die Anstalt (ZDF)“ lässt tief blicken, warum das Netzwerk der CDU/CSU mit den Pharmakonzernen (und Banken wie Finanzunternehmen) mitverursachend für das politische Versagen in Sachen Corona-Impfstoffe oder Freihandelsverträge ist. Die Ausrichtung ihrer Ideologie zum „Wohle der Wirtschaft“ mit den Folgen der weltbedrohenden Agenda „Wachstum über alles zu ermöglichen“ (Gutachten auch als PDF-File!) ist ein Beleg für das Bütteltum der CDU/CSU und anderer Parteien (wie FDP), die eine ähnliche Agenda vertreten.

Das Augenmerk auf „Immer mehr“ als Ziel und als Rahmenbedingung für Handel und Wirtschaft zu legen, das ist historisch nicht erst seit der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert zu erkennen. In der Geschichte der Menschheit ist seit jeher dieses Verhalten Teil der Negativentwicklung der Menschheit. Für Aristoteles im antiken Griechenland waren Laster das Ergebnis negativer Gewohnheiten. Thomas von Aquin bezeichnete im Mittelalter üble Gewohnheiten (Verbrechen) als Verstoß gegen Gottes Willen. Gerade die Parteien mit dem „C“ in ihrem Namen ignorier(t)en das Gebot, nicht sündigen zu sollen. Das in der Institution Kirche besonders verwerfliche Verhalten und charakterliche Versagen wurde als „Todsünde“ bezeichnet! Dass die Kirchen selbst bis in die Reihen ihrer höchsten Amtsträger im Vatikan tagtäglich dieses charakterliche Versagen demonstrierten, ist von besonderer Perfidie! Fehlender Aufklärungswille ist da nur eine der erwartbaren Folgen für das kirchliche Versagen in Sachen sexueller Vergehen, das bis heute betroffene Opfer belastet.

Die sieben Todsünden und Ursprung des Bösen sind:

1.Hochmut – Superbia (Stolz, Eitelkeit, Übermut)
2. Gier – Avaritia  (Habgier, Habsucht, Geiz)
3. Wollust – Luxuria (Ausschweifung, Genusssucht, Begehren,
Unkeuschheit)
4. Zorn – Ira  (Jähzorn, Wut, Rachsucht)
5. Völlerei – Gula (Gefräßigkeit, Maßlosigkeit,
Unmäßigkeit, Selbstsucht)
6. Neid – Invidia (Eifersucht, Missgunst)
7. Trägheit – Acedia  (Feigheit, Ignoranz, Überdruss /Faulheit)

Seit der Renaissance hat sich bildende Kunst bis heute mit dem Thema „Die sieben Todsünden“ beschäftigt. Von Hieronymus Bosch über Pieter Bruegel dem Älteren bis Marc Chagall und Otto Dix im 20. Jahrhundert sind dazu überragende Kunstwerke entstanden.

Auf der Seite des Philosophie-Magazins „Hohe Luft“ setzt eine Autorin die Todsünden in Bezug zu „Wachstum“ als Kern des globalen, wirtschaftlichen Handelns unter dem Motto „Mehr, noch mehr, alles!“ – bis zum Untergang! 

Durchaus ein Denkansatz, der so manches Leid (durch Kriege) oder ideologische Verführung der Gutgläubigen durch Fundamentalisten (religiöser wie rechtsradikaler) als Ursache für die Spaltung der Gesellschaft erklärbar macht. Das Potenzial der Zerstörung von Gesellschaften und/oder Systeme wie der Demokratie und letztlich der einen Erde, die wir nur geliehen haben von den zukünftigen Generationen, zeigt sich in den Folgen, die Figuren wie Trump, Erdogan, Orban (in kleinerem Format auch bei Typen wie Scheuer und Konsorten) und vielen anderen Tyrannen und Oligarchen (CEOs der Vermögensverwalter) zu verantworten haben.

6. April 2024
von JvHS
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Gefahr des Extremismus für eine tolerante und friedliche Gesellschaft – Strukturen und Bausteine

„Denn von den Extremen ist das eine mehr, das andere weniger fehlerhaft.“ – Aristoteles, Nikomachische Ethik 

Ahmad Mansour, ein deutscher Psychologe, der als arabischer Jude aus dem gewalttätigen Konflikt zwischen Palästina und Israel kommend und in Deutschland zu Ende studierte, engagiert sich gegen Extremismus und Gewalt. In seinem Vortrag bei der Tele-Akademie vom 22. Mai 2022 thematisierte er die Notwendigkeit, wie es gelingen kann, Solidarität und Empathiefähigkeit in der Gesellschaft wieder stärker zu verankern – auch als Gegenkraft zur Ausbreitung des Extremismus in den meisten Gesellschaften auf der Welt.

Zur Beschreibung der Strukturen des Extremismus, der sich rechts wie links an der Rändern der Gesellschaft deckungsgleich verhält, gehören Bausteine, die religiös oder ideologisch verpackt, Wirkungen bei vielen Menschen zeigen, weil deren sozio-ökonomisches Umfeld ein gelingendes Leben erschwert.

Zur Entwicklung des Extremismus gehört (und baut darauf auf), dass Vorurteile gebildet und verfestigt werden. Extremismus nutzt Unmündigkeit und verhindert Empathiefähigkeit.  Empathieunfähigkeit verhindert Solidarität mit den Bedürftigen, zeigt sich als gefühlskalt gegenüber den Benachteiligten. Extremismus lebt von der Vereinfachung und Einteilung in richtig – falsch, gut – schlecht, lebenswert – lebensunwert.

In der Soziologie wurde bereits Ende der 1950er Jahre der nicht unumstrittene Begriff eines Extremismus der Mitte eingeführt. Demzufolge neigen nicht nur die rechten und linken „Ränder“ eines Parteiensystems zur Diktatur, sondern auch die Parteien der Mitte. Seit Anfang der 1990er Jahre wird der Begriff verstärkt dazu benutzt, um auf intolerante Tendenzen innerhalb der politischen Mitte aufmerksam zu machen, die einen „Resonanzboden“ für die Ausbreitung extremistischer Weltanschauungen bilden könnten.

„Was ist der Unterschied zwischen „rechts“, „rechtspopulistisch“, „rechtsradikal“, „rechtsextrem“, „neurechts“ und all den anderen Begriffen? (Studie 2019: Mitte-Studien des FES)

Die Konzepte sind im ständigen Wandel und deren Grenzen fließend. Es gibt sehr unterschiedliche wissenschaftliche Definitionen und darüber hinaus noch die vom Verfassungsschutz und die umgangssprachlichen. In den Mitte-Studien sprechen wir von „Rechtsaußen“ als Sammelbegriff, differenzieren darunter dann „rechtspopulistisch“ (antipluralistisch und rechtsradikal), „rechtsextrem“ (gewaltförmig, verfassungsfeindlich und antidemokratisch) und „neurechts“ (sich vom Nationalsozialismus/ Faschismus abgrenzend) als Beschreibungen von Einstellungsmustern und einzelnen Ausprägungen. In Abgrenzung dazu ist die „rechtsradikal“ zwar tendenziell nationalistisch, gewaltaffin und autoritär, aber nicht notwendigerweise antidemokratisch im Sinne des Ziels, die Demokratie abschaffen zu wollen. Wie sehr all diese Konzepte miteinander verschwimmen, kann man an den Korrelationen in der Studie sehen.

Ergänzung
Die realen Bedingungen der Lebenswelt der meisten Menschen verschlimmern sich durch Kriege, Leid, Zerstörung und Vernichtung von Lebensumfelder. Die Verteilung der finanziellen Mittel für Gesundheit, Wohnen, Bildung und den Abbau von Armut wird schon durch die Ungerechtigkeit der Vermögensvermehrung und Vermögensübertragung (Erbschaften) im Neoliberalismus erschwert und durch die geopolitischen Kriege vertieft.

Umso mehr ist eine Politik notwendig, die in diesen Bereichen eine deutliche Korrektur vornehmen muss. Anstatt die politische Arbeit darauf zu konzentrieren, dass endlich Erbschaftssteuern und Vermögen und ihre leistungslosen Zuwächse besteuert werden (Vermögenssteuern, Erbschaftssteuern, Transaktionssteuern auf Börsengeschäfte), um die Kosten zu stemmen, wird dieser Diskurs an keiner Stelle geführt, weder in der Gesellschaft, noch im Parlament. Dieser Zustand der Tabuisierung dieser Thematik ist Ursache dafür, dass sowohl die Gruppe der Nichtwähler immer größer wird, sowie der Zulauf zu rechtskonservativen und rechtsnationalistischen Parteien sich erhöht.

Rechts-Extremismus ist die Folge der Unsolidarität der Reichen und ihrer politischen Helferlein in den neoliberalen Parteien von der FDP, über die Merz’sche CDU/CSU bis zur AfD.

„Wer über die Korrektur der Ökonomie und des Neoliberalismus nicht reden will, der sollte auch nicht über den Extremismus lamentieren! Ein Tabu der Erbschafts- und Vermögenssteuer zementiert die Spaltung der Gesellschaft und vertieft die soziale Ungerechtigkeit!“

obenstehender Text von 23. Mai 2022

Aktueller Text vom 06. April 2024

Friedrich-Ebert-Stiftung zum Thema „Gegen Rechtsextremismus“

Ergänzungen der Mittestudien 

Aktuelle von 2023 (Die distanzierte Mitte!) 

Mittestudie von 2021 (Die geforderte Mitte!)

Mittestudie von 2018 (Die verlorene Mitte!)

 

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