„Politik ist das perfide Gesinnungsverhalten, die Menschen so zu hintergehen, daß sie glauben, sie hätten sich das schon immer gewünscht.“ – unbekannter Autor
Olympia ist verkommen zur Bühne von Selbstdarstellern, einerseits hüpfenden á la Noah Lyles und Lifestyle – als gelingende Lebensweise – verbreitenden Dienstleistungs- und Marketing-Söldnern, der Verbände-Vorständen und Funktionären und andererseits der Gewinnmaximierungsmachern von Unternehmen in der Sport-Equipment-Herstellung zu Lasten der Allgemeinheit. Das Motto „Gewinne privatisieren – Verluste und Kosten sozialisieren“ funktioniert nirgends so perfekt, wie im Sportbereich und Umfeld der Veranstaltungen von Olympia, Welt- und Kontinentalmeisterschaften (EM, Afrika-Cup, Latein-Amerika, Asien etc.).
Basis und Realisierungsplattform dafür sind die Strukturen der autoritären Sport-Verbände und korruptionsaffinen Funktionären á la Säbel-Fecht-Verbandsvorsitzenden einerseits, TV-und Pressemedien andererseits und den Emotionen als allumfassende Hülle als einzige Wahrnehmungs- und Kommunikationsform.
Die überbordende Betonung der Empfindungen, Emotionen und Stimmungen als Grundlage der Entscheidungen im Alltagsleben des Privaten (Bauchgefühl oder Affekt-Reaktionen) anstelle der Vernunft, der Fakten und der Wissensberücksichtigung aufgrund analytischer Abwägungen (Konflikte lösen, in dem das Drama-Dreieck von „Täter-Opfer-Helfer-Rollen“ durchbrochen werden kann!), ist nicht zuletzt der völligen Durchdringung und Beeinflussung der Kommunikationsform durch die einseitigen privaten TV-Formate (und immer stärker auch der im Öffentlichen TV ) á la „Zwischen Tüll und Tränen“ und „Traumschiff“ oder Rosamunde Pilcher und Silvia-Roman-Erzählungen zu verdanken. Die Fan-Kultur und Marketing-Projekte der Sport-Bereiche tun ihr Übriges dazu, um auch die gesellschaftlichen Bereiche des Freizeit- und Berufslebens vom Vereinsleben bis zum Firmenausflug dem Empfindungs-, Emotions- und Stimmungsformen zu überlassen.
Die Fähigkeiten zur Differenzierung, Distanzierung und verantwortungsethisch gestalteten Entscheidung geht immer mehr verloren. Meinungsverschiedenheiten werden so den negativen Emotionen überlassen, Hass und Rache mittels Gewalt in eskalierender Gestalt (von der Körperverletzung bis zum Kriegsverbrechen) äußern sich als gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (rassistisch, anti-semitisch, religiös-fanatisch, ideologisch-manipulativ oder politisch-machtgierig) mit dem Ziel, den Wettbewerber, den Gegner und zum Feind erklärten anderen Mitmenschen auszulöschen.
„Der Kampf der Parteien ist eine Übungsschule aller geistigen Lebenskräfte. Er fördert das Ganze, indem er durch offenen Gegensatz der Meinungen Vorurteile beseitigt, sowie vor Einseitigkeiten und Irrwegen bewahrt; er fördert den Einzelnen, indem er ihn nötigt, in Wort und Tat eine wohlgeprüfte Meinung mutig zu vertreten.“ – Ernst Curtius
Grenzüberschreitend agieren jedoch auch Mitglieder der Regierung und Opposition, indem Debatten in den Parlamenten zu straffälligen Vorgängen mutieren. Oder Ministerien, die innerhalb einer Koalition die vertraglichen Vereinbarungen blockiert, und die Rettung der eigenen Partei, die droht abgewählt zu werden, über das Wohl der Bürger stellt. Exemplarisch steht für diese Grenzüberschreitung und Pflichtverletzung im Amt die Lindner-FDP. (Kürzungen nur im Sozialbereich! Verschonung der Reichen!)
Studien zum Bereich Emotionen – Empfindungen und Stimmungen
“Denn es gibt keine Freiheit, wenn sie nicht vom Staat geschützt wird; und umgekehrt: nur ein Staat, der von freien Bürgern überwacht wird, kann diesen überhaupt ein vernünftiges Ausmaß an Sicherheit gewähren.” – Karl Raimund Popper
Der heutige Journalismus ist überwiegend von negativer Berichterstattung geprägt. Das, was uns täglich an Fehlverhalten, Misslungenem, Verbrecherischem und Menschenfeindlichkeit per Medien (TV, Presse, Internet) als Informationsflut überrollt und mitreißt, ist überwiegend zutiefst negativ gefärbt und vermittelt uns, dass der Mensch und die Leute von Grund auf schlecht seien!
Und wer genau hinschaut, sieht weltweit zuhauf das Versagen der Politiker, zu oft den Egoismus des Einzelnen (im Privaten wie im Beruf) und erkennt tagtäglich die Auswirkungen des Neoliberalismus und seine Folgen für die meisten Menschen. So lässt sich nicht verleugnen, dass die Gier Einzelner nach Geld und Macht ursächlich für die Ausbeutung und Abhängigkeit der Menschen ist, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer mehr auseinander geht und das Mitgefühl und die Solidarität gegen null tendieren.
Konzerne wie Nestlé reißen sich die Wasserrechte in Afrika unter den Nagel (allem Anschein nach durch Bestechung korrupter Politiker) und verkaufen das Gemeingut und ein Grundrecht teuer an die eigentlichen Besitzer und natürlichen Anspruchsberechtigten. Vermögensverwalter wie BlackRock Inc. nutzen die Börse, um mit dem eingesammelten Geld und verwalteten Vermögen (rund zehn Billionen Dollar) sich zum mitbestimmenden Faktor bei den größten börsennotierten Aktiengesellschaften weltweit zu etablieren. So wird über den CEO (zurzeit Larry Fink) das Geschäftsgebaren auch der DAX-Konzerne regelmäßig von den Interessen BlackRocks geleitet.
So resultiert die feststellbare Erkenntnis darin: „Das Sein (des Finanzkapitals) bestimmt das Bewusstsein“. Heute ebenso zutreffend, wie es zu Marx´ Zeiten schon eine Wahrheit war. Die banale Erkenntnis spiegelt sich auch in den bekannten Sprichwörter und Aphorismen wider und geht dennoch darüber hinaus. („Nach jemandes Pfeife tanzen…“/ „Sich mit fremden Federn schmücken…“/ „Vor Neid platzen“ etc.)
Die Sozialisation des Menschen bestimmt zudem das Selbstbewusstsein und das Verhalten des einzelnen Menschen und in der Summe auch das der Gesellschaft. Die Weltsicht und die Eigenart, das Augenmerk auf das Negative in der Welt zu richten, ist durchaus genetisch verankert. In der Frühzeit der Menschen war diese selektive Sicht ein Schutz für den Menschen. Denn rechtzeitig Gefahren zu erkennen, die Sinne zu schärfen für alles, was negativ für das Leben der Menschen sein konnte, zu erkennen und sich damit auseinander zu setzen, bestimmte das Überleben. „Das Sein bestimmt das Bewusstsein“. In diesem Umfeld war das Handeln der Vorfahren auf kurzfristige Entscheidung optimiert: Flüchten oder Kämpfen!
Wenn diese Entscheidungen heute auch mit anderen Mitteln und Methoden umgesetzt werden, bleibt die grundsätzliche Verhaltensweise auch heute noch zutreffend. Einen essenziellen Unterschied muss der Mensch heute zusätzlich bewältigen: die Menge der auf ihn einstürzenden negativen Reize ist um ein Vielfaches höher als in der Zeit der Jäger und Sammler. Mit dieser Reizüberflutung kommt die krankmachende Überforderung!
Die psychisch-mentalen und die physisch-körperlichen Reaktionen von Burnout, Depression und neurotischpsychotischen Zuständen sind die Folgen. Ob die verhaltensbasierten Strategien und Therapien in Form „Das Bewusstsein bestimmt das Sein“ wirksam sein können, ist zumindest zu bezweifeln. Die Absicht dahinter ist, den Einzelnen zu verändern anstatt die Welt des Neoliberalismus und deren Benachteiligungen zu beseitigen! Denn so und aus diesem Weltbild gedacht, läge die Ursache für ein Scheitern und Versagen beim Einzelnen, anstatt das Versagen des neoliberalen Systems als Ursache für die Spaltung der Gesellschaft mit wachsender Armut einerseits und Konzentration von Superreichtum auf wenige Bürger, die Ausbeutung der Ökonomie und die Ausbreitung von Kriegen zu benennen.
Es ist der alte Diskurs darüber, ob die Veränderung des Verhaltens auch ein verändertes Bewusstsein bewirkt und darüber das Sein (wachsende Ausdehnung der Armut – Konzentration immer größeren Reichtums auf immer weniger Privilegierte ) zwar nicht verändert wird, sondern lediglich die Sicht auf Welt. So kann weiterhin staatliche Macht privatisiert werden und den Interessen von Leuten wie „Elon Musk“, „Donald Trump“ und Konsorten unterworfen werden. Und das Narrativ vom „Der einzelne ist seines Glückes Schmied“ bedient werden. Adepten des neoliberalen Weltbildes á la „Christian Lindner“ in den Positionen eines Finanzministers weiterhin mit seinen FDP-Ministern in den drei weiteren Ressorts „Justiz“, „Verkehr“ und „Bildung und Forschung“ die Blockade der sozialen Demokratie betreiben. Anstatt die Einnahmeseite zu stärken, soll der Sozialstaat gestutzt werden – Mütterrente gestrichen werden, Bürgergeld gekürzt werden, Bestrafung durch Willkür zur Zwangsarbeit und Privatisierung der Arbeitsvermittlung durch Zeitarbeitsfirmen, statt Umsetzung des Grundgesetz-Auftrages, dass „Eigentum verpflichtet!“
Neurowissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass mit der Überreizung der Wahrnehmung durch die Informationsflut und der dadurch bedingten Begrenzung der mentalen Verarbeitung immer mehr Menschen sich hilflos und überfordert fühlen.
Wer als Mensch kaum noch das Gefühl entwickeln kann, dass er Presseberichten und Aussagen von Regierungsverantwortlichen trauen kann, auch weil die Fähigkeiten fehlen, die Aussagen auf Objektivität und Wahrhaftigkeit zu prüfen, der gerät in eine Hilflosigkeit und Handlungsunfähigkeit. Diese führt dazu, sich den notwendigen Entscheidungen zu entziehen. Er hört auf, sich den Aufgaben zu stellen. Er flüchtet ins Nichtstun und überlässt gesellschaftliche Entscheidungen anderen. (Nicht zur Wahl zu gehen; sich der Meinung eines „Vordenkers“ anzuschließen und in einer Filterblase zu landen und damit manipulierbar zu werden).
Das Verhalten der Menschen im Biedermeier ist dafür typisch. Der Rückzug ins Private ist die Konsequenz. Das wird heutzutage sichtbar im Konsum von Formaten des Privatfernsehens mit der Folge, nicht mehr über die Politik und ihre Auswirkungen nachzudenken. Wer das Angebot der privaten TV-Unterhaltungsmedien und „Werbepresse“ sich anschaut, sieht, dass die Gartengestaltungsvorschläge in Hochglanzauflagen und die Kochrezept-Vorschläge schon inflationär bis in die Apothekenschau reichen.
Der Spruch: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ hat in dieser apodiktischen Form kaum noch Gültigkeit, wenn die Eigenverantwortung ins Spiel kommt. Neurologische Forschungen belegen jedoch, dass bis ins hohe Alter hinein das Hirn veränderbar bleibt und neue synaptische Verknüpfungen entstehen.
Ein Motto wie „Das Reden über Probleme schafft Probleme – ein Reden über Lösungen schafft Lösungen“ ist notwendigerweise zu hinterfragen. Wer bestimmt die Lösung und mit welcher Absicht soll diesem Motto gefolgt werden? Dass es wirkt, scheint die Hirnforschung zu belegen, insbesondere, dass neue Erfahrungen machen und ein lebenslanges Lernen Hand in Hand gehen. Denn alles, was der Mensch tut, was er aktiv macht oder nicht macht, verändert ihn und ist in seinen Hirnveränderungen nachvollziehbar.
Um in der heutigen Zeit der Reiz- und Informationsüberflutung bestehen zu können, bedeutet, die Aufmerksamkeit zu erhalten, die der Mensch zu bekommen wünscht. Aufmerksamkeit ist eine der wichtigsten Ressourcen in der heutigen Zeit. Das wissen sowohl die Werbe- und Marketing-Söldner, wie auch der karrieregeile Politiker, ebenso wie der machtgierige Kollege und Vorgesetzte.
Beim Versagen oder bei Fehlentscheidungen wird alles getan, die Schuld zu vertuschen! (Andreas Scheuer; Jens Spahn u.a. in Untersuchungsausschüssen) Neben der „Schuldzuweisung“ wird auch das „Sündenbockprinzip“ genutzt. (Die Ausländer! Der
Kanake! Der Jude! Die Grün-Links-Versifften! Wie zu oft in derlei Aussagen die rassistischen Vorurteile und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in den sozialen Medien zu lesen sind, kennt fast jeder Mensch!)
Komplexere Fragen und Probleme verlangen bessere Recherchen und das Bewusstsein, dass es keine Schwarz-Weiß-Wirklichkeit gibt, noch in der Regel die Entweder/Oder-Lösungen der richtige Weg sind.
In einer offenen Gesellschaft wie der Demokratie ist nicht nur nach dem Wer, Wo, Was und Warum zu fragen, sondern auch nach dem Wie geht es jetzt weiter nach der Pandemie, nach Rezession, nach Kriegsgefahr und dem Abbau sozialer Aufgaben des Staates und der Vernachlässigung der Gemeinwohlaufgaben des Staates?
Gemeinsam Aufgaben bewältigen
Die wichtigste Eigenschaft ist deshalb, sich nachdenkend einzubringen. Das gelingt am besten, wenn der Mensch:
auch über den Tellerrand des eigenen Weltbildes hinausschauen kann,
nachsichtig mit sich und den anderen Menschen ist und zulässt,
dass Menschen Fehler machen können und daraus lernen,
eine andere Diskurskultur praktiziert und konstruktive Lösungen konzertiert und am Gemeinwohl ausgerichtet werden,
Demokratiesicherung aktiv betrieben und Feinde der Gesellschaft nicht gewählt werden,
neue Lern- und Arbeits-Umgebungen geschaffen werden müssen in der Gesellschaft,
in dem Raum zur Neugier, Forschung und Weiterentwicklung ermöglicht werden (neue Schulwirklichkeit durch Personal- und Sachressourcen-Sicherung, andere Arbeitswirklichkeit, Abschaffung der Hartz-IV/Bürgergeld-Gängelung und Verbot der Zeit- und Leiharbeit realisiert werden)
Und diese Forderungen auch an die Politik und Regierungsverantwortlichen gestellt werden, wenn sie wieder gewählt werden wollen! Jedoch nicht aus Protest Parteien wie die AfD wählen, die keinerlei konstruktive Programme einbringen werden, stattdessen nur die Demokratie vernichten wollen!
1. August 2024
von JvHS Kommentare deaktiviert für Alltagsschnipsel III – Drama-Dreieck der Unfähigkeit, die Rollenpositionen von Täter-Opfer-Helfer zu verlassen
Welche Faktoren bringen Menschen dazu, sich Gruppen anzuschließen, die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit praktizieren? Welchem Einfluss unterliegen Menschen, dass sie anderen Menschen Gewalt antun, Kriegsverbrechen verüben, vorurteilshaft alle Merkmale von Menschlichkeit beim Konkurrenten ignorieren, und die ethnische oder religiöse Identität des Anderen leugnen? Wieviel „Anschub“ braucht es, hasserfüllt zu denken und zu handeln? Welche Methoden nutzen Ideologen, um Menschen zu Terroristen zu machen, die durch Selbstmord-Attentate andere Menschen töten wollen? Warum folgen große Teile der Bürger einer Nation, Mitglieder einer (Pseudo)-Religion wie den Kalifaten den Diktatoren und Tyrannen (wie Hitler, Stalin, Putin und Konsorten) und befolgen bedingungslos den destruktiven Anweisungen um Zerstörung, Tod und Leid unter die Menschen zu bringen? Was treibt Menschen an, wissentlich Personen und Parteien (wie Trump, Orban, Putin, Höcke und Parteien wie die Republikaner, Fidez, AfD, Faschisten und Neo-Nazis) durch ihre Wahl zur Macht zu verhelfen?
Merkmale, die kennzeichnend sind für die SS in Nazideutschland (und nachahmende aktuelle rechtsextremistische Gruppen in Deutschland) wie auch für den IS, oder für rechtsextreme oder religiöse Fanatiker wie faschistische („graue Wölfe“ in der Türkei) oder rassistische – (wie der Ku- Klux-Clan) – und antisemitische Gruppen – wie die Hamas und Hisbollah – und für alle diese Gruppen gelten :
Das ausgeprägte und indoktrinierte Gruppengefühl und das Aufgehen des „Ichs“ in der „Gruppen-Identität“
Darüber hinaus wird die Fähigkeit zur Empathie missbraucht, sie einzig und allein der dominanten und alles bestimmende Gruppen-Identität (einer SS, dem IS oder der Hamas/Hisbollah) zu richten. Die Umdeutung der Empathiefähigkeit durch die Manipulation beginnt schon durch das Tragen gleicher Kleidung und Trikots, durch den unterstützten Gruppennamen und oder eine Fahne, wenn Regeln demokratischer Entscheidungen ausgeschlossen werden und durch Befehl und Gehorsam, Unterdrückung und Gewalt ersetzt werden.
Der soziale (Gruppen-Druck) als Ersatz für gemeinsame, konstruktive Regeln erfolgt dabei auf vielen Ebenen: im Kindergarten, in der Schule, am Arbeitsplatz, im Verein, in der Partei! Sich dem Druck zu beugen findet somit hohe Akzeptanz, weil es zum Alltag der meisten Menschen gehört.
Fatal wird diese Unterwerfung dann, wenn die ethischen und moralischen Grenzen der Mitmenschlichkeit und Menschenrechte überschritten werden, sowie die Ablehnung von Gewaltanwendung aufgrund der Durchsetzung des Willens einzelner „Führer“ und die sektenartige Auslöschung des Selbstbewusstsein nicht als Stopp-Signal mehr funktioniert und ein klares „Nein“ zu solchen Entwicklungen erfolgen kann!
Dehumanisierung wird gefördert und die Fähigkeit zur Empathie missbraucht. (Wer nicht für uns ist, ist gegen uns!)
Professor Jay van Bavel (Universität New York) belegte in seinen Studien, wie dieser Ansatz der Empathie-Manipulation schon bei geringem Einfluss erfolgreich sein kann. Rivalität zu fördern, hatte messbare Auswirkungen, um den „Gegner“ unsympathischer zu finden, weniger intelligentes Bewusstsein zu unterstellen und Empathie den als Feind gekennzeichnete Menschen zu verweigern.
Freundschaften– falsch verstanden und die Inhalte und Ziele der Freundesgruppe nicht hinterfragend hinsichtlich der Menschenrechte – sind der Nährboden für gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, für Verbrechen gegen die Menschlichkeit und für Gewalt gegen das eigene und fremde Leben.
Nafees Hamid – Sozialwissenschaftler UCL – London – untersuchte die Strukturen von Netzwerk-Terrorzellen und ihren Einfluss auf potenzielle Terroristen und ihre Beziehungen untereinander.
Die Einzelgänger und ihre Entwicklung zum Einzeltäter
Dr. Sophia Moskalenko – Uni Maryland, USA und Sozialpsychologin – untersuchte die Entwicklung zur Radikalisierung von Einzelgängern zum terroristischen Einzeltäter. Ein Weltbild, das von hoher Gefühlsausrichtung bestimmt wird, in dem „Ungerechtigkeit“ und damit verbundene Entscheidungen für ein Handeln nicht selten zum Terroranschlag mutieren.
Dr. Ari Kruglanski – Psychologe – verweist auf Texte mit bestimmten Wirkweisen („Ich“ und das Wort „mein“ anstelle von „wir“ und „unser“), die ebenso Einfluss auf das Weltbild haben, wie die einseitige Informationsbeschaffung durch „a-soziale“ Medien á la TikTok, Twitter (X) und Co. Die Untersuchung zeigt, dass Gruppendruck und Gruppen-Ideologie enormen Einfluss auf Denken und Handeln haben, und die Bereitschaft steigern, das eigene Leben für eine Idee und Ideologie zu opfern. Diesen psychischen Mechanismus machen sich Sekten, Fangruppen (Fussball), politische Jugendverbände ebenso zum Nutzen, wie Terrorgruppen.
Gesinnung – schafft eingefrorene Meinung und verhindert Konfliktlösungen
Paradoxes Denken – die Argumente der Gegenseite gegen sie selbst anzuwenden – könnte eventuell die notwendige Irritation der verbohrten Positionen in den Handlungsmustern zwischen Hamas/Hisbollah und Israel, zwischen Putins-Angriffskrieg und die Verteidigung der Ukraine herbeiführen. Ob allerdings die Hamas-Mörder der feiernden Israelis eine „Bestätigung“ durch Israel, dass die Ermordung, Vergewaltigung und Verschleppung ihrer Bürger richtig gewesen sei, zum Überdenken ihrer Gesinnung bewegen würde, muss bezweifelt werden. Dieser Ansatz mag vielleicht im Umfeld der Rivalität zwischen Sportvereins-Fans erfolgreich sein. Putins Angriffskrieg und Kriegsverbrechen würde sie nicht verhindern oder zum Aufgeben und zur Beendigung des Krieges führen.
Was im TV-Beitrag von 2018 noch ein allem Anschein nach eine richtige und erfolgversprechende Strategie war, wurde 2022 von Putins Angriffskrieg und den Kriegsverbrechen der Russen sowie 2023 durch das Morden der Hamas-Gesinnungsgruppen ad absurdum geführt.
Lösungsmöglichkeiten, aus dem Drama-Dreieck von Täter-Opfer-Helfer Positionen heraus zu treten, sind notwendig und verantwortungsorientiert. Erst sie ermöglichen konzertierte Aktionen, um Frieden, Freiheit, Sicherheit und Gerechtigkeit zu realisieren.
Gesinnungsorientierte Brandstiftung praktiziert dagegen CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann, die rechte Hand von Friedrich Merz, in Sachen Aussagen zum Bürgergeld.
„Wenn jemand grundsätzlich nicht bereit ist, Arbeit anzunehmen, muss der Staat davon ausgehen, dass derjenige nicht bedürftig ist. Leistungskürzungen um zehn, 20 oder 30 Prozent reichen da nicht. Dann muss die Grundsicherung komplett gestrichen werden.“ Carsten Linnemann, CDU (Zitat – Telepolis)
Das kann als eine Menschenfeindlichkeit der perfiden Art interpretiert werden, mit dem Ziel, Propaganda als Lobbyist der Vermögenden unter Volk zu bringen und absichtsvoll die Spaltung in der Gesellschaft in Kauf zu nehmen. Zugleich zeugt diese Form der Botschaftsvermittlung von ökonomischer Unkenntnis hinsichtlich der notwendigen Gegensteuerung zum Niedergang Deutschlands als Industriestandort.
Die Versäumnisse der politischen Führung unter CDU-Regierungsverantwortung werden hier versucht zu kaschieren, in dem Vorurteile und Armuts-Diskreditierung auf die Spitze getrieben werden, um die AfD in ihren Themen und Zuweisungen nach dem Prinzip des Sündenbocks zu übertrumpfen.
So ist die Verhinderung der Wahl von gesinnungsorientierten Egomanen ein erster Schritt zur Überwindung des Drama-Dreiecks und das Durchbrechen des ständigen Wechsels zwischen Täter-Opfer-Helfer-Rollen ein weiterer Schritt, da ansonsten nur die Spirale von Gewalt und Kriegen fortgesetzt wird.
31. Juli 2024
von JvHS Kommentare deaktiviert für Alltagsschnipsel – Diskurs der Daseinsbedingungen II (Schuldenbremse und staatliche Konjunkturprogramme)
orange-gelblich rosa-rote Weltsicht der Neoliberalen
Reichtumsbegrenzung ist eine Forderung, um die Finanzierung staatlicher Gemeinwohl- und Daseinsvorsorge-Aufgaben erfüllen zu können. Die politischen Entscheidungen für Reichtumsbegrenzung (dabei ist gemeint, dass die Einnahmeseite gefestigt werden kann durch Besteuerung der Vermögen, der Börsen-Transaktionen und des Erbe etc.) sind nicht nur in konjunkturell positiven Zeiten notwendig, jedoch besonders bei einer wirtschaftlichen Talfahrt unabdingbar sind, damit durch staatliche Konjunkturprogramme ein Schub entstehen kann, der zur wirtschaftlichen Wende führen soll.
Staatliche Konjunkturprogramme sind existenziell notwendig in Deutschland, besonders auch weil in mehr als 1,5 Jahrzehnten die konservative CDU/CSU – Mehrheit für den Investitionsstau (Straßenbau und Verkehrsinfrastruktur / sozialer Wohnungsbau / Sicherung des Industriestandortes Deutschland u.a.) die Verantwortung hatte, infolge dessen vor allem für die heutige Fehlentwicklung! Ideologische Sturheit und blindes Festhalten am Neoliberalismus schafften Bedingungen, die sich in Zeiten der aktuellen Rezession bemerkbar machen in Form von fehlendem Auftragseingang beim Verarbeitenden Gewerbe, Insolvenzen, steigende Arbeitslosenzahlen, Rückgang offener Stellen, Einkommensverlust und damit sinkender Nachfragen.
Die ökonomische Realität Deutschlands ist von dem Ziel des magischen Vielecks von Ökologie und Ökonomie weit entfernt.
In der aktuellen Koalition der Ampel findet sich keine gemeinsame Strategie zur Rezessionsbewältigung. „Folglich reden die einen über „Deindustrialisierung“, die anderen über „Fachkräftemangel“ und die Dritten – wieder einmal – über die mangelnde Bereitschaft der Empfänger staatlicher Hilfen, eine Arbeit aufzunehmen.“
Wie ideologische Scheuklappen zur Blockade notwendiger staatlicher Konjunktur-Maßnahmen führt, dafür steht insbesondere das FDP-Lindner geführte Finanzministerium mit der bekannten neoliberalen Verbissenheit.
„Einer der größten Irrtümer dieser Zeit ist vermutlich der Glaube, konjunkturelle Schwankungen weitgehend ignorieren zu können, weil es früher oder später ja doch wieder aufwärts geht. Eine lange konjunkturelle Flaute bringt aber dauerhafte Einkommensverluste mit sich und verringert die Fähigkeit einer Volkswirtschaft, zu investieren und hochproduktive Arbeitsplätze anzubieten.
Strukturelle Probleme und Investitionsschwäche sind zumeist das Resultat mangelnder Dynamik der Gesamtwirtschaft, die im Versagen der Politik in konjunkturellen Schwächephasen ihren Ursprung hat. Wer eine Schuldenbremse im Grundgesetz stehen und eine dysfunktionale europäische Schuldenregel zu beachten hat, befindet von vorneherein auf extrem schwankendem Boden.„, schlussfolgert Flassbeck nur allzu berechtigt!
Wenn zudem der aktuelle Finanzminister Lindner (FDP) mangelnde Fachkenntnisse vorweist, und des Weiteren der aktuelle Wirtschaftsminister Habeck (Die Grünen) aus Gründen des Koalitionsfriedens sich nur an wenig wirksame Maßnahmen wirtschaftlicher Stellschrauben herantraut, umgeht den existenziellen politisch-wirtschaftlichen Diskurs zur Schuldenbremse! Das aber bedeutet nach Flassbeck, „… die Unterstützung der Position derer, die, wie Christian Lindner, den gesamtwirtschaftlichen Zusammenhang von Sparen und Schulden nicht kennen und auch nicht kennen wollen, weil er nicht in ihre ideologische Weltsicht passt.“
Das Festhalten an der rosa-gelblichen Weltsicht der Neoliberalen verkennt, dass längst die schwarz-graue Realität Einzug in den Wirtschaftsraum Deutschlands gehalten hat.
30. Juli 2024
von JvHS Kommentare deaktiviert für Alltagsschnipsel – Diskurs der Daseinsbedingungen
Dass jedermann reich werden kann, wer sich anstrengt, ist ein Narrativ, dass die Rechtfertigung für extreme Ungerechtigkeit und Ungleichheit darstellt und den Diskurs über Reichtumsbegrenzung verhindern soll. Eine weitere Facette der Ideologie des Reichwerdens durch eigene Leistung stellt die Selbstausbeutung der Arbeitskraft als Arbeitnehmer und bei der Pseudo-Selbstständigkeit dar. Der Wunsch nach Selbstbestimmung statt einer Abhängigkeitsposition ist zudem eine millionenhaft verhängnisvolle Motivlage, die in vernichtenden Irrtum führt. Die Verherrlichung des Wettbewerbs produziert zugleich die psychologische Grundlage, die Alternative von Teamarbeit und Kooperation zu verdrängen.
Reichtumsbegrenzung (absolut sowie relativierend durch Besteuerung von Vermögen, Erbe und Finanz-Kapitalanlagen) ist zugleich ein zutiefst demokratisches Entscheidungs-Verfahren, das Autokratie, Diktatur und Tyrannei ebenso verhindern hilft, wie die Machtergreifung durch Egomanen á la Elon Musk, Donald Trump und Wladimir Putin.
Der Lifestyle des Reichtums ist Ausdruck einer destruktiven Weltsicht, die im Kern ein Lebens-Sinn-Ersatz aufgrund von toxischem Reichtum darstellt, der leistungslos sich vermehrt und Grundlage für Machtausübung und Machterweiterung ohne Kontrolle ist.
Reichtums-Ideologien vernebeln, wie die Sicherung der privaten Finanzmacht gesellschaftlich und politisch erfolgt. Lobbyismus schafft ebenso die Beeinflussung der politischen Akteure (Legislative wie Exekutive), wie Spenden für die Parteien. Gesetzliche Rahmenbedingungen besteuern Arbeit höher als Kapitalbesitz. Eigentum wird besser geschützt, als Lebensbedingungen und verfassungsformulierter Schutz staatlicher Fürsorgeverpflichtungen der Daseinsbedingungen. Die Mittel für die Reichtums-Ideologie sind:
Privatisierung der gesellschaftlichen Bereiche der Gemeinwohlinhalte und Infrastrukturen wie Wohnen, Gesundheit, Verkehr und Telekommunikation.
Meinungsmonopol und Medienmacht durch Besitz (TV, Presse, soziale Medien-Kanäle) zur Verbreitung der Reichtums- und Machtideologien
Freiheit und Selbstbestimmung
Fazit: Die Freiheit des Kapitals wird höher bewertet als die Menschenrechte. Oder „Geld regiert die Welt!“ ist keine Selbstverständlichkeit, die Anspruch auf Erfüllung hat.
Aufklärung und Erkenntnis, dass die „Selbstverständlichkeiten der Reichtums- und Macht-Ideologien“ das Denken behindern, ist Grundlage einer notwendigen Veränderung. Freiheit ist nicht ohne die Freiheit der Anderen mitzudenken und bliebe so unvollständig.