Johannes von Heinsberg – Bildsprache – Wortsprache

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

17. Juli 2024
von JvHS
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Risse in der Demokratie – Gefährdung durch Egomanen und Feinde der demokratischen Gesellschaften

„Niemals bleibt eine ungerechte Herrschaft dauerhaft erhalten.“ – Seneca

„Ein Tyrann aber ist jeder, der Herrschaft allein in seinem eigenen Interesse ausübt, unter welchem Titel man ihn auch malt oder meißelt.“ – Erasmus von Rotterdam 

Der Geburtstag einer Ex-Kanzlerin – oder die Verantwortung jeden Bürgers für den Erhalt der Demokratie

Wer am gleichen Tag wie Angela Merkel geboren ist, muss weder davon Kenntnis haben, noch Stolz oder Glücksgefühle deswegen hegen, kann andererseits ihr Fan sein oder sogar Freundschaft pflegen, respektive könnte statt dessen sie sogar politisch ablehnen.

Nichts von alledem wäre ein Argument dafür, nicht in den Diskurs mit ihr oder jeden anderen Mitmenschen in Deutschland einzutreten. Denn gerade in einer Demokratie gehört das Gespräch zum Wesenskern des Gesellschaftsvertrages „parlamentarische und menschenrechtspraktizierende Demokratie“! Stattdessen wird Demokratie durch Schweigen verhindert und die Parteien-Demokratie ausgebaut, in dem die Parteiführungen ihre Macht zementieren. Die Entwicklung hin zu diesem Zustand wird in Wolfgang J. Koschnicks Buch „Eine Demokratie haben wir schon lange nicht mehr“ beschrieben. Die Machtlosigkeit der Bürger und ihre politische Resignation aber macht es den Feinden der Demokratie (á la AfD)  leicht, die Schwächung und Zerstörung der Demokratie durch Ausnutzung der Strukturen und durch Propaganda und Manipulation zu bewerkstelligen.

„So stirbt der Tyrann, und seine Herrschaft ist vorbei; so stirbt der Märtyrer, und seine Herrschaft beginnt.“ –  Søren Kierkegaard  – 

Die Beschreibung der amerikanischen Demokratie hat Alexis de Tocqueville in seinem Werk „Über die Demokratie in Amerika“ vorgenommen und formulierte dazu 1835 schon Erkenntnisse, die bis heute wirken:

» Es ist unser Gebrauch der Wörter ›Demokratie‹ und ›demokratische Regierung‹, der zu größter Verwirrung führt. Solange diese Wörter nicht einvernehmlich klar definiert sind, leben die Menschen in einem unbehebbaren Gedankenwirrwarr, sehr zum Vorteil von Demagogen und Despoten. «

Bis heute hin belegen Charaktere wie Donald Trump und Parteien wie die US-Republikaner, dass sie den Gedankenwirrwarr zu ihrem Vorteil nutzen wollen und die Folgen von Spaltung außeracht lassen und die „Bekämpfung des politischen Gegners“ mit allen Mitteln praktizieren. Der Kommunikationsstil Trumps und die Verbreitung von Lügen und Umdeutung von Ereignissen zwecks Manipulation der Gesinnung der Menschen sind Belege für die „Vergiftung des Denkens der Menschen“, die Tocqueville in seiner Warnung formulierte. Dass der Zustand der Spaltung der Gesellschaft zum Vorteil des Despoten Trump genutzt werden soll, äußern aktuell Teile der US-Gesellschaft.

So sprechen die Anhänger Trumps nicht mehr mit ihren Landsleuten, die Fähigkeit zum  Diskurs mit und die Akzeptanz der Menschenrechte für diejenigen Menschen, die anderer Meinung sind, zeigt sich im Alltag nur noch sporadisch! Gleichberechtigung und Solidarität, Mitbestimmung und Gerechtigkeit sowie Durchsetzung der Menschenrechte als Basis der Freiheit werden der Macht, Herrschaft und Gewalt geopfert. Alles wird als „Fight“ (Kampf) gewertet. (Nicht zuletzt war neben der erhobenen Faust Trumps bei dem Attentat auf Trump sein Aufruf an die fanatischen Fans „fight, fight, fight!“)

Kooperation, Zusammenhalt und konzertierte Zusammenarbeit als Lösung der Probleme in der Gesellschaft  sind nicht das Ziel Trumps und der Republikaner. Es geht nur noch um Sieg über die anders Denkenden, die politischen Gegner und um den langfristigen Machterhalt für den Egomanen Trump!

Demokratie aber braucht Freundschaft, Kooperation und Mitbestimmung der Staatsangehörigen in Form von Gewaltenteilung durch Mitwirkung des Staatsbürgers bei der Gesetzgebung (Bürgerräte mit echter Mitbestimmungsgewalt).  

„Fürsten hadern, Völker streiten, Jeder will die Macht erbeuten; Herrschaft ist das höchste Gut, Höchste Tugend ist der Mut.“ – Heinrich Heine

14. Juli 2024
von JvHS
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Attentat auf den EX-Präsidenten Donald Trump – Vorgang und Geste des Erschreckens

Bildzitat: (c) Tagesschau24

Die Berichterstattung zum Attentat auf Donald Trump füllt die Gazetten und Medien weltweit. Das ist Ergebnis und auch die Aufgabe der Nachrichtensendungen.

Fakten bezogen ist festzuhalten: Während eines Wahlkampfauftritts von Donald Trump wurde auf Trump geschossen. Er wurde am Ohr getroffen und von Secret Service-Leute sofort durch deren Körper gedeckt aus der Gefahrenzone gebracht. In den Augenblicken, in denen sein Leben gefährdet war, bleibt Trump nicht in Deckung, sondern blickt in die Menge und hebt die geballte Faust in die Luft.

Eine Geste und ein Bild, das einen erschreckend tiefen Blick in die Psyche eines Menschen namens Donald Trump ermöglicht. Was aber sagt dieses Verhalten über Donald Trump aus? Sich als unverwundbarer „Übermensch“ zu definieren? Trump, der dem Tod von der Schippe springt, während der Attentäter – ein 20jähriger, junger Mann – von den Polizeischarfschützen getötet wird? Als unbesiegbarer Gewinner, der sich um sein Leben keinen Deut kümmert, sondern sich seinen Anhängern mit der erhobenen Faust als Ikone präsentiert? Er, von den Secret Service–Menschen  mit ihren Körpern geschützt und sich so in diesen Momenten selber in Lebensgefahr damit bringend, aber von Trump dieser Umstand in keiner Weise gewürdigt wird, in dem er nicht in Deckung bleibt, sondern mit Kalkül ikonografische Signale produziert, die für seinen Wahlkampf unbezahlbar sein könnten?

Und um hier und an dieser Stelle zu betonen: es gibt vom Autor keine Zustimmung in irgendeiner Art und Weise zu diesem Attentat. Niemand hat das Recht, das Leben eines anderen Menschen zu gefährden und töten zu wollen, nicht einmal eines Menschen, der mit Worten und Taten zu Ereignissen wie des Sturms auf das Kapitol, sowie zur bisher unversöhnlichen Spaltung der US-Gesellschaft  und der Schwächung der US-Demokratie beigetragen hat.

Um einen so geprägten Menschen und seine Gesinnung verstehen zu können, sind weitere Fakten und Berichterstattungen erhellend.

Die nachstehenden Film-Beiträge ermöglichen die verheerende Stimmung der Unversöhnlichkeit in den USA (und in diesem Zusammenhang eventuell auch das Attentat auf Trump) besser und als schleichenden Prozess verstehen zu können. 

Exemplarisch an Trumps Verhalten wird nachvollziehbar, wie Egomanen die Welt zum Nachteil der Menschen verändern, in dem Gesellschaften gespalten werden, sich unversöhnlich gegenüber stehen, Gewaltbereitschaft demonstrieren, die Fähigkeit zu konstruktiven Gesprächen und Vereinbarungen verlieren und die eigene Verfassung nicht mehr respektieren und sich über das Gesetz stellend präsentieren und Straftaten begehen. 

Die negativen Vorbilder der Personen á la Trump sind weltweit auf dem Vormarsch, in dem die Demokratien von innen heraus geschwächt werden und der Entwicklung zu Autokratien und Diktaturen Vorschub geleistet wird. Anti-demokratische Ziele verfolgen insbesondere in Deutschland auch die AfD, in Frankreich Marine Le Pens Partei Rassemblement Nationale (RN), in Italien Giorgia Mel0nis Partei Fratelli d’Italia und in Ungarn Viktor Mihály Orbáns Partei Fidesz.

WTF, USA?! Trump gegen Biden

Der einleitende Text zum Filmbeitrag lautet:

„I`m still a Trump girl“ steht in großen Lettern auf dem roten Shirt von Sharon Anderson. Die 67-Jährige fährt kreuz und quer durch die USA, um ihr Idol Donald Trump zu unterstützen. Zur Finanzierung der Reisen verkauft sie selbstgemachten Holunder-Sirup. Mit Trump als Präsidenten habe sie sich „sicherer“ und mehr „respektiert“ in der Welt gefühlt.“

Eine der im Film vorgestellten Protagonisten:innen ist von der Behauptung Trumps, ihm sei die Wahl 2020 gestohlen worden, voll überzeugt. Selbst den Argumenten, dass die Überprüfungen ergeben hätten, dass die Wahlergebnisse für Bidens Sieg zutreffend waren, verweigert dieser Mensch sich. Zuhören und das eigene Denken zu hinterfragen, dafür gibt es keine Bereitschaft. Und das scheint exemplarisch für die Anhänger Trumps zu sein!

Die gespaltenen Staaten von Amerika

Der Sturm aufs Kapitol am 6. Januar 2021 hat die USA in ihren Grundfesten erschüttert und das mächtigste Land der Welt ins Wanken gebracht. Wie konnte es so weit kommen? Und welchen Anteil an diesem Prozess hat Donald Trump?

Schuldig in allen 34 Anklage-Punkten

Berichterstattung des ZDF zur Verurteilung von Donald Trump!

Alltagsschnipsel –Medien machen Meinungen, vom Winde verweht und von der Info-Flut weggeschwemmt

Ergänzungen

Mutmaßungen oder Fakten? … erste Informationen zum Täter

12. Juli 2024
von JvHS
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Alltagsschnipsel –Medien machen Meinungen, vom Winde verweht und von der Info-Flut weggeschwemmt

 

 

gemeinfrei

„Schopenhauers große Stellung — dass die Zerstörung einer Illusion noch keine Wahrheit ergibt, sondern nur ein Stück Unwissenheit mehr, eine Erweiterung unseres >leeren Raums<, einen Zuwachs unserer inneren > Öde<.“  – Friedrich Nietzsche  – “ Nachgelassene Fragmente. „

  1. Uncle Sam – crazy (Trump), confused or disoriented (Biden)

Welche Strategie ist richtig? Zurücktreten und Platz machen für „Vizepräsidentin Trump“ alias Harris? Standhaft oder Altersstarrsinn – und mit fliegenden Fahnen untergehen und der Demokratiezerstörung Tür und Tor öffnen? Was ist von Joe Biden zu halten?

Potpourri der Berichterstatter

Joe Biden – aktueller Präsident der USA und die öffentliche Wahrnehmung lassen Zweifel und Befürchtungen aufkommen in der westlichen Welt! 

Noam Chomsky – Kritiker der neoliberalen Ökonomie + Analyst der ungelösten Krisen: Kriege, Klima + Demokratie

Trumpismus als Methode der Zerstörung der Demokratie und das Spiel mit den Symbolen der Täuschung durch Donald – der Verurteilte – Trump! 

Hass im Zeitalter der Identitätssuche

2. Ausschaltung der Fakten durch Propaganda-Lügen – Selbst- und Fremdtäuschung des Kreml

Macht der Medien und Meinungsmacht – Propagandamodell Chomskys und soziale Medien als Gesinnungsverbreitung

3. Gruß aus der Faschisten-Küche – Le Pen mit „Appetizers for destruction“ 

Rechtsruck durch Rechtspopulisten und Rechtsextremisten in der EU – oder die moralische Integrität in der Politik

Aufrufe zu Hass und Gewalt führen zu gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, Rassismus und Anti-Semitismus

4. Vom Großkopferten-Selbstverständnis zum Großkotz-Verhalten – Steuergeldverschwendung für die Selbstdarstellung

Ein Merz im Herbst oder Frühjahr– zwischen kleingeistiger Überheblichkeit und polterndem Hochmut

5. Die „Standhaftigkeit“ als bröckelndes Fundament der „CDU-Brandmauer“ – oder das Hemd des Bürgermeisteramtes ist dem CDU-Mann die AfD-Nähe wert!

„Bröckelnde Brandmauer? Im Saarland wurde ein CDU-Mann offenbar mit Unterstützung der AfD Bezirksbürgermeister. Sein neuer Stellvertreter: ein Mitglied der AfD. Die SPD vermutet eine Absprache.“ 

Tanz  der „CDU-Möchtegern-Machtpolitiker“ auf dem Vulkan der Kumpanei mit den Nazis und Anti-Demokraten der AfD

6. Orbàn als mephistophelisches Element in der EU – das egomanisch-ungarische „Katerchen“ streicht um die Beine der menschenfeindlichen und eugenspiegelnden Selbstdarsteller und Paktierer mit dem Teuflischen!

Mephistophelische und Machiavellistische Politik – die Bühne für Erpressung, Verrat, Korruption und Destruktion der Egomanen

Die Vergleichbarkeit der Gewalt in den Demokratien 1932 und 2024 durch Anti-Demokraten ist legitim und notwendig

Angriffskrieg bleibt Angriffskrieg – Kriegsverbrechen bleiben Kriegsverbrechen und Terror bleibt Terror

 

7. Juli 2024
von JvHS
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Haben oder Sein – Existenzweisen gegen oder für ein gelingendes Leben in Freiheit und Selbstbestimmung

„Die Krise des europäischen Daseins hat nur zwei Auswege: Den Untergang Europas in der Entfremdung gegen seinen eigenen rationalen Lebenssinn, den Verfall in Geistfeindlichkeit und Barbarei, oder die Wiedergeburt Europas aus dem Geiste der [aufklärenden] Philosophie.“ – Edmund Husserl  – Die Krisis des europäischen Menschentums

Die Veränderung der Welt in Richtung Egoismus, Autokratien, Tyranneien und Diktaturen dürfte von dem Handlungsdiktat geprägt werden  – politische, religiöse oder ökonomische Gesinnungen wie Hegemonie und Vernichtung des Feindes durch Kriege und Gewalt, ethisch-moralische Konzepte wie gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Unrecht des Stärkeren –  und das Sein bestimmen, weil der einzelne Mensch als Kriterium in der Rangfolge ganz weit hintenan gestellt wird.

Anstatt vom Haben zum Sein sich zu entwickeln, verdrängt das Habenwollen das Sein, welches keine Berücksichtigung im Denken und Handeln erhält. In seinem Werk „Haben oder Sein“ verwies Erich Fromm auf diese für ihn zwei grundlegend verschiedene Existenzweisen und den verschiedenen, teils diametral entgegengesetzte  Arten der Charakterstruktur, deren Dominanz totalitär und einzig jenes bestimmt, was der so handelnde Mensch mit seiner Orientierung am Haben denkt und fühlt.

Wer sein Leben am Haben ausrichtet, der bestimmt seine Existenz und seinen Lebenssinn an dem, was er hat. Das Prinzip der Habe, des Habenwollens und der Habenvermehrung wird total bestimmend. Übertragen auf die Ökonomie, stehen Kapitalismus und dessen Umschreibung als Neoliberalismus exemplarisch für das Lebensprinzip des Wachstums des Habenwollens. Am deutlichsten wird das Prinzip durch Aktienhandel und Börsen. Die Unternehmensform Aktien-Gesellschaft (AG) richtet sich auf die Vermögensvermehrung der Aktionäre. Der Rendite und Wertsteigerung werden alle Aspekte des unternehmerischen Tuns wie Arbeitskraft, Produktivität und sinnerfüllende Arbeit unterworfen. Menschenrechte und ökologische Aspekte werden als Störung des Prozesses der Vermehrung gewertet, die beseitigt werden muss mit allen – legalen und illegalen – Mitteln.

Das so beliebte Scheinargument aller Neoliberalen (FDP u.a.), der „freie Markt“ werde es schon richten „zum Vorteil“ aller Betroffenen (ein uraltes Motto auch der CDU/CSU, dass, wenn es den Unternehmen gut gehe, es auch dem Arbeitnehmer gut gehen werde) ist nichts anderes als Selbst- und Fremdtäuschung und schlimmstenfalls eine bewusste Lüge.

Haben bedeutet, die Verfügungsgewalt über die Mittel, das Kapital (Finanz- und Ressourcen-Kapital) und die Entscheidungsmacht zu besitzen. Fromm formuliert deswegen auch, dass es fast nichts gäbe, was nicht Gegenstand des Habens und der Habenvermehrung sein kann: von den materiellen Dingen bis zur Verfügungsgewalt über andere Menschen. Selbst immaterielle Dinge und Werte können Gegenstand des Prinzips „Haben“ sein: Ehre haben, Ansehen haben, Image haben, Gesundheit, Schönheit oder Jugendlichkeit, selbst im Besitz der „Wahrheit“ zu sein.(*) Die dahinter stehende Gesinnung kann selbst das Denken und Handeln der Menschen im Sinne des Prinzips „Haben“ bestimmen, der kein Finanz- oder Material-Vermögen besitzt und keine immateriellen Gegenstände des Habens sein Eigen nennt. Es bestimmt seine Identität, und wenn es nur im Sinne der Idolverehrung und falscher Vorbilder zu haben erfolgt. (Hier greifen dann TV-Formate wie GNTM „Germanys Next Top Model“, die eine Selbsttäuschung befeuern.) (*) Ergänzung: siehe Bericht der FAZ vom 07.07.2024 und das „Gesicht“ der Pöbeleien aus der AfD, die sich im Besitz der „Wahrheit“ sieht!

Die Selbst- und Fremdtäuschung zu erkennen, wird den Menschen erschwert. Die Umstände des Seins (Umwelt, die den Menschen umgibt) – hier des Habens, des Eigentums und Besitztum oder der Gesinnung und Identitätsbejahung dazu – bestimmen sein Bewusstsein. Die psychischen Fähigkeiten zum Selbstbewusstsein – Fähigkeit zur Liebe, zum Mitgefühl, zur Solidarität, zur Hilfsbereitschaft und zur Menschenfreundlichkeit, aber auch die Fähigkeit zur Vernunft und zur Erkenntnis sowie die Fähigkeiten zur produktiven und kreativen Tätigkeit  – werden oft verhindert durch das Prinzip des Habenwollens und in dessen Folge der Einfluss von Egoismus, Autokratien, Tyranneien und Diktaturen.

Die psychischen Fähigkeiten in Form von Liebe, Vernunft und der Befreiung von der selbstverschuldeten Unmündigkeit müssen von Anfang an eingeübt, vorgelebt und praktiziert werden. Jede Ideologie, jedes Regierungs- und Parteiprogramm, das lediglich das Habenprinzip fördert anstelle der Förderung der Menschenrechte, verhindert das selbstbestimmte Sein und begünstigt Ungerechtigkeit und Unfreiheit.

Denn Freiheit ohne die Freiheit des anderen mitzudenken ist die Begünstigung der Unfreiheit für die anderen Mitmenschen. Und der bevorzugte Schutz des Eigentums und des leistungslosen Wachstums der Vermögen ist zugleich die Stärkung der Ungerechtigkeit. Denn Eigentum verpflichtet zur Orientierung an einem gelingenden Lebensentwurf, dessen Orientierung weder die Ausbeutung im ökonomischen, noch im ökologischen Sinne ist.

Denn Orientierung am Sein als Baustein eines gelingenden Lebens bedeutet, sich an den psychischen Kräften zu orientieren. Das bedeutet nach Fromm, „die Leitwerte der eigenen sozio-ökonomischen Lebenspraxis so durch die gesellschaftlichen Kräfte und Politik zu verändern, dass im beruflichen Tun, in der eigenen Arbeit (ob als Unternehmer oder Arbeitnehmer), sowie im politischen und gesellschaftlichen Leben die psychischen Kräfte von Vernunft, Liebe (d.h. Empathie, Respekt und Mitgestaltung) und sinnerfüllender produktiven Tätigkeit erleben zu können!“  

5. Juli 2024
von JvHS
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Alltagsschnipsel – vom Maulkorb für Wasserträger durch versagende Ministerin, die ein Bauernopfer brauchte

So sind die Gebräuche – versagende Minister:innen brauchen schnell ein Bauernopfer. Die moralische Qualität ist der Bläser/der Rock, das Abschieben der Verantwortung für Fehlverhalten auf die Stellvertretung ist die Bluse/das Hemd, welche das Ministeramt erhalten lässt. Denn letzteres Kleidungsstück ist der Trägerin näher! 

FDP-Bildungs-/Forschungsministerin Stark-Watzinger schasste ihre Staatssekretärin Sabine Döring, Professorin für Philosophie und Staatssekretärin a. D. unter Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger, weil die Ministerin weder moralisch, noch ethisch stark war, noch ein leuchtendes Beispiel für Verantwortungsübernahme abgab. 

Der Entlassung war folgendes vorausgegangen:

In der Berliner Freien Universität hatten im April Pro-Palästina Anhänger das Uni-Gelände für ihre Proteste genutzt. Das Camp wurde von der Polizei geräumt. Gegen die Räumung und gegen die so eingeschätzte Einschränkung der Meinungsäußerung gab es einen offenen Brief an das Bildungs-/Forschungsministerium von Stark-Watzinger (FDP) durch Hochschuldozenten. 

Seitens des Ministerium gab es  den Auftrag einer rechtlichen Prüfung, ob den Brief unterzeichnenden Dozenten die Fördergelder gestrichen werden könnten. Diese Aktion versprühte den „Geruch der gängelnden und bestrafenden Meinungsbeeinflussung durch Nötigung.“ Folglich war der Skandal perfekt.  Es ist naheliegend, dass die Leitung des Ministeriums eine solche Maßnahme in Auftrag gab. Die Verantwortung für den Skandal läge damit selbstredend bei der Ministerin Stark-Watzinger. 

Die signalisierte mit dem Rausschmiss ihrer Staatssekretärin Döring, dass diese als Verantwortliche, weil aus Eigeninitiative, gehandelt habe. Ja, so sind die politischen Chefs und Chefinnen. Sie können für nichts, wenn was schiefgegangen ist. Da ist das Bauernopfer der Ausweg, um nicht zum Rücktritt gezwungen zu sein. Und zugleich drängt sich bei dieser „Verteidigungsstrategie“ der FDP-Ministerin und gleichzeitigen stellvertretenden Parteivorsitzenden der Bundes-FDP die Frage auf: Warum wusste sie von diesem Vorgehen als Chefin nichts? Kein besonders überzeugendes Verhalten für die Leitungsposition eines Ministeriums! 

Die als Bauernopfer geschasste Staatssekretärin Döring, die an die eigene Reputation und berufliche Zukunft als Professorin denken muss, wollte den Vorgang aus ihrer Sicht allem Anschein nach different darstellen. Da kam schneller als man blinzeln kam der Maulkorb in Form des Verbots einer Aussage zur Sache! (Ist zwar rechtlich möglich, weil dafür nach Paragraf 67 und 68 des Bundesbeamtengesetzes eine Genehmigung erteilt werden muss, die aber verweigert werden kann, wie es im vorliegenden Fall geschah!) Der Umgang mit der Ex-Staatssekretärin hat aber ein besonders unangenehmes „Geschmäckle“!

Der Beobachter kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Ministerin Stark-Watzinger dem Parteikürzel eine andere Bedeutung verleiht: FDP = Für Die Privatbevorzugung.

Da kommt doch gleich der Spruch des Prof. Bömmel aus dem Roman „Die Feuerzangenbowle“ in den Sinn: “ Watt für ne fiese Charakter!“ 

 

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