Johannes von Heinsberg – Bildsprache – Wortsprache

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

27. Dezember 2025
von JvHS
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Gestaltung ohne ideologische Gesinnungs-Mentalität – Ästhetik der Natur und Landschaft

Copyright – JWB / JvHS

„Das Leben ahmt die Kunst weit mehr nach als die Kunst das Leben.“ – Oscar Wild 

„Die Aufgabe des Künstlers ist zu erfinden, kreativ zu gestalten, Anregungen und neue Wahrnehmungen zu ermöglichen, nicht aber das willkürlich und temporär Bestehende aufzuzeichnen und in Plastiken oder Steinmetz-Arbeiten als Stadtmöbel  zu verteilen und die Vielfältigkeit der Ästhetik und Kunst verkümmern zu lassen.“  

„Das Leben zerstört durch seine zeitgeistige Realität und eindimensionale Abbildung immer nur die Existenz und die Essenz des  Gegenstandes der Kunst.“

Die platte Wiedergabe des Lebens, den Realismus der Despotie wiederzugeben ist also nicht die Aufgabe des kreativen Künstlers. Wer dieser Maxime folgt oder engstirnig verordnet, lässt durch die Brutalo- und Gesinnungs-Ethik despotischer Systeme á la Hitler- und Stalin-Staatsterror Kunst verkümmern und in propagandistischer Haft nehmend verelenden. Diese endet nicht selten in den ideologischen Skulpturen und pseudo-heroischen Darstellungen der System-Anführer! 

Die Eindimensionalität des egomanischen Tyrannen zeigt sich in seinem Gespür für die Ausnutzung einer Situation, das plakative Abbild – selbst herbeiführend – zur ikonografischen Botschaft zu gestalten mit dem Inhalt: „Seht her, ich bin unverwundbar, von den „Göttern“ beschützt, ich bin euer Beherrscher!“ 

Der „Dorian Gray“ der MAGA-Despoten- und Dekret-Republik 

 

Attentat auf den EX-Präsidenten Donald Trump – Vorgang und Geste des Erschreckens

Trump – exemplarisches Beispiel für die Gefährdung des inneren Friedens und der US-Demokratie?

Blickfang2

Blickfang

Version vom 28.12.2025 / 10:30 Uhr (Korrekturen und erläuternde Ergänzungen)

26. Dezember 2025
von JvHS
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Zwischen Geschichte und Erinnerung – Freiheit und Menschenwürde in Zeiten der Willkür und Tyrannei

„Denn es gibt keine Freiheit, wenn sie nicht vom Staat geschützt wird; und umgekehrt: nur ein Staat, der von freien Bürgern überwacht wird, kann diesen überhaupt ein vernünftiges Ausmaß an Sicherheit gewähren.“  Karl Popper (Foto: Copyright JWB / JvHS)

Zitat: „Was wäre, wenn das Gegenteil von Vergessen nicht das Erinnern, sondern die Gerechtigkeit ist?“ Yosef Hayim Yerushalmi (jüdisch-amerikanischer Historiker)

Geschichte ist etwas anderes als Erinnerung! Geschichte vermittelt faktisches Wissen und Erkenntnisse über die Vergangenheit.

Erinnerung bedeutet immer, dass Eingriffe erfolgen in das persönliche oder kulturelle Gedächtnis! Durch emotionale Ereignisse werden Erinnerungen eingebrannt und gespeichert und haben Auswirkungen auf Denken und Handeln. Sie wirken bestimmend für Gegenwart und Zukunft der Betroffenen – sowohl auf der Opfer- wie Täterseite. (Juden, die den Holocaust überlebt haben, sind für die Dauer ihres Lebens gezeichnet von den ihnen zugefügten Leiden durch Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Menschen, die Opfer von Kriegen, Verbrechen durch Menschenfeinde, aber auch von Auswirkungen ausbeuterischer Wirtschaftsverhältnisse oder durch physische und psychische Gewalt in Familie und Gesellschaft sind, erleiden Traumata, die die Gegenwart und Zukunft ihres Lebens massiv beeinflussen bis in die nachfolgenden Generationen!)  

Geschichte gibt Vergangenes als erforschtes, verortetes und kategorisiertes Wissen wider unter Berücksichtigung der so bedingenden Quellen. (Es ist oft nur die Sichtweite der Herrschenden widergegeben, weil sie aufgeschrieben und festgehalten wurde. Selten jedoch finden sich Belege, die den Alltag aus der Sicht der Untergegebenen beschreiben!).

Auch aktuell wird für die Person Donald Trump wieder bewiesen, dass die Machtinhaber alles daran setzen, Quellen zu verschleiern, zu vernichten oder umzudeuten, so dass möglichst nur die für sie zuträglichen Erzählungen übrig bleiben sollen! Dabei wird nicht an Lügen gespart, jedoch gleichzeitig jeder bedroht, der Transparenz und Aufklärung verlangt oder herbeiführt!

Die Forderung nach: „Erinnert euch!“ bedeutet vor allem, dass nie vergessen wird, was in der Vergangenheit erfolgte und daraus abgeleitet werden kann. Alle Menschen haben Verantwortung und können dieser nur gerecht werden, wenn der Gerechtigkeit Raum eingeräumt wird. Verbunden damit ist, dass Ungerechtigkeit zukünftig vermieden werden soll.

Wiedergutmachung ist eine notwendige Voraussetzung, um Verantwortung zu übernehmen für das Gelingen des friedlich miteinander auskommenden Zusammenlebens. Leider widerspricht das Verhalten in der Politik zurzeit dieser Forderung, weil die Schadensverursacher – von Jens Spahn (Maskenskandal in Mrd.-Höhe), über Alexander Dobrindt und Andreas Scheuer (Maut-Vergehen und Schaden in Millionenhöhe für Deutschland) – durch dubiose Ausschüsse und ihre Beschlüsse – sich ihrer Verantwortung und Wiedergutmachung entziehen können! Gedeckt wird dieses Vorgehen durch Gesinnungsgenossen.

Die radikale Alternative zum Vergessen ist neben der Verantwortungsübernahme und der Wiedergutmachung die Forderung: Frieden zu schaffen oder wiederherzustellen. Die Umsetzung der idealen Vorstellung des „Ewigen Friedens“ von Immanuel Kant wird somit auch als „Ursprung menschlicher Beziehungen, menschenfreundlicher Politik und der Menschenrechte“ gesehen! Das Erinnern wird erst positiv wirksam, wenn unbeirrbares Engagement für den Frieden Bestandteil des Erinnerungsprozesses wird.  

 Immanuel Kants Schrift: „Zum ewigen Frieden“.

Zitat: „Die Präliminarartikel stellen Bedingungen dar, die erfüllt sein sollten, damit Frieden zwischen Staaten dauerhaft und nachhaltig möglich ist. Sie sind als Verbotsartikel formuliert, die das Handeln der Staaten im Interesse des Friedens einschränken. Kant erläutert, dass die Präliminarartikel 1, 5 und 6 strikte und absolute Voraussetzungen eines dauerhaften Friedens sind, während Artikel 2, 3 und 4 regulativ seien, deren Umsetzung und Einhaltung also erst mit dem Friedensschluss erfolgen muss und eine Verzögerung (etwa durch Abrüstung, Entlassung abhängiger Staaten in Autonomie mit bloßer Personalunion bei eigener Gesetzgebung und Rechtsprechung, Rückzahlung von Anleihen) oder sogar durch einen Bestandschutz eingeschränkt sind. Immanuel Kant: AA VIII, 347[4]

  1. „Es soll kein Friedensschluss für einen solchen gelten, der mit dem geheimen Vorbehalt des Stoffs zu einem künftigen Kriege gemacht worden.“
  2. „Es soll kein für sich bestehender Staat (klein oder groß, das gilt hier gleichviel) von einem anderen Staate durch Erbung, Tausch, Kauf oder Schenkung erworben werden können.“
  3. „Stehende Heere (miles perpetuus) sollen mit der Zeit ganz aufhören.“ 
  4. „Es sollen keine Staatsschulden in Beziehung auf äußere Staatshändel gemacht werden.“
  5. „Kein Staat soll sich in die Verfassung und Regierung eines andern Staats gewalttätig einmischen.“ 
  6. „Es soll sich kein Staat im Kriege mit einem andern solche Feindseligkeiten erlauben, welche das wechselseitige Zutrauen im künftigen Frieden unmöglich machen müssen: als da sind, Anstellung der Meuchelmörder (percussores), Giftmischer (venefici), Brechung der Kapitulation, Anstiftung des Verrats (perduellio) in dem bekriegten Staat etc.“ Zitatende 

Frieden zu schaffen, bedeutet eben nicht, durch ein „Dealer-Verhalten“ á la Donald Trump und Kumpane Frieden schließen zu können. Denn, Trumps „Dealer-Charakter“-Ansatz erweist sich nur  als Pseudo-Friedensschaffung, die letztlich nur unter der Maxime steht, wie wird der größtmögliche Profit für  MAGA-USA und Trump möglich sein!  Die schändlichen Zugeständnisse an den Kriegsverbrecher Putin und Russland zeigt so erst ihre wahre Bedeutung. Sie stellen zudem einen Angriff auf die Menschenwürde dar. Diese Staaten, von zweifelhaften und willkürlich agierenden Subjekten geführt, schützen ihre Bürger und Staatsangehörige nicht. Die Menschen dort müssen verstehen, dass sie sich vor solchen Subjekten á la Trump, Orban, Erdogan und Putin – die ihre Demokratien zu vergiftete und abdriftende Staaten umbauen –  selber schützen müssen!

Denn es ist für jeden Menschen sichtbar, dass diese Personen mit Affinität zu Tyrannei und Diktatur Systeme aufbauen, in denen Rechtsstaatlichkeit, Menschen- und Völkerrecht als Grundrechte verachtet, missachtet und abgebaut werden. Parteien, die gleiche Ziele haben, sind in immer mehr EU-Staaten auf den Weg, sich demokratisch wählen zu lassen und danach den Abbau der Demokratie voranzutreiben. Dazu gehören in Deutschland die AfD und ähnliche anti-demokratische Parteien in Europa.

 Nur dort, wo Menschenwürde, Grundrechte und Friedenswillen geschützt werden, ist eine menschengerechte Zukunft möglich. 

Ergänzung vom 27.12.2025

Andreas Voßkuhle  – ehemaliger Präsident des Bundesverfassungsgerichts – äußert sich im Interview mit der Zeitung „Tagesspiegel – Berlin“ zur Gefährdung der Demokratien in Europa, den USA und in Deutschland (hinsichtlich der Wahl der AfD!).

Version vom 27.12,2025 / 10:50 Uhr  (Ergänzungen und Korrekturen/ Interview des ehemaligen Präsidenten  des Bundesverfassungsgerichts Andreas Voßkuhle) 

Der 28-Punkte-Pseudo- Friedensplan als Monopoly-Traum der Trump-USA

Zum ewigen Frieden – Immanuel Kant benennt Staatsbürgerrecht, Völkerrecht und Menschenrechte als Voraussetzung

Ecce homo und Kants „Zum ewigen Frieden“ – oder Golgatha kann jederzeit überall sein

Appell an die Herren Diktatoren, Angriffskriegsführer und Menschenvernichter! Terror bleibt Terror!

Ein Angriffskrieg kann niemals legitimiert werden – UN-Charta und Kants Schrift „Zum ewigen Frieden“

 

24. Dezember 2025
von JvHS
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Zwischen Besinnlichkeit und Besinnung statt Gesinnung – Frohe Festtage und die Rückkehr der Menschenwürde in 2026

Copyright JWB (JvHS) 

„Die besinnlichen Tage zwischen Weihnachten und Neujahr haben schon manchen um die Besinnung gebracht…“ formulierte einst Joachim Ringelnatz. 

Mögen alle Leser an den Feiertagen die Augenblicke von Ruhe, Zufriedenheit und Gemeinsamkeit in Freude genießen, und nicht in Situationen geraten, die Menschen ihre Besinnung rauben könnten. 

Das Fehlen von Farbe und die Reduktion auf Grautöne ist der Realität des zu Ende gehenden Jahres geschuldet. Es war nicht alles bunt, sondern Trauertöne begleiteten uns bei vielen Ereignissen im Jahr 2025. Möge uns allen das Neue Jahr 2026 mehr Vernunft und Friedensfähigkeit bringen, so dass das Leben in Freiheit, Selbstbestimmtheit und allseits gelebter Menschenwürde jederzeit und überall möglich wird. Wir haben gemeinsam dafür die Verantwortung!

Ein Blick in das Licht brennender  Kerzen hilft, jedes schlechte Gefühl zu vergessen.

Ich will weder meine Freiheit gegen Mitleid oder korrupter Angebote hergeben noch meine Menschenwürde verkaufen. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: die Umsetzung der Menschenrechte ist meine Vorstellung von Freiheit. Und niemand von denen, die Macht ausüben, haben ein Recht, die Freiheit der Menschen einzuschränken. Das alles dürfte gemeint sein, wenn Menschen formulieren: Wir sind freie Menschen, keine Sklaven, kein Kostenfaktor und keine Verfügungsmasse.

In diesem Sinne: frohe Festtage und Mut zur Verteidigung der freien Gesellschaft in Demokratie als Vorsatz für das Jahr 2026!

Version vom 25.12.2025 / 08:55 Uhr 

 

 

23. Dezember 2025
von JvHS
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Radikalität – Bestandteil des Alltags und Auswirkung auf das Leben der Menschen

„Es gibt für die Menschen, wie sie heute sind, nur eine radikale Neuigkeit – und das ist immer die gleiche: der Tod.“ – Walter Benjamin

Denn nicht oft genug kann den radikalen Illusionisten, die heute geradeso wie das alte Regime jeden unabhängigen Mann, der ihnen unbequeme Wahrheiten sagt, niederknüppeln möchten, zugerufen werden: Wir wollen die demokratischen Errungenschaften dauernd sichern helfen. – Max Weber

Die Forderung nach radikaler Transparenz in der Politik und Ökonomie fürchten die dortigen despotischen Machtinhaber am meisten! – JWB

Wie zeigt sich Radikalität? Der Anschlag auf die „Twins“, die beiden Türme des World-Trade-Centers 2001, zeigt sich als Beispiel für Radikalität, weil zur Tat eine besondere Rücksichtslosigkeit sichtbar wurde, die in Kamikaze-Haltung der ausführenden Täter weder auf das eigene, noch auf die tausende anderer Leben achtete und die keine Abkehr vom Plan und der Zielerreichung erkennen ließ. Rücksichtslosigkeit gepaart mit Skrupellosigkeit, ein Bündnis destruktiver Denkhaltung und Tatausführung. Eine Brücke zwischen abstruser und vergifteter Theorie und negativ emotional gesteuerter Praxis. Bedingt durch die Verdichtung einer gewaltbereiten Pseudo-Religion mittels Indoktrination, Manipulation und Unterwerfung zum Zweck der Vernichtung anderer Weltsicht und Regeln für ein gesellschaftliches Leben in Freiheit, Gleichheit und Toleranz.

Des Weiteren sind neben den terroristischen Anschlägen der Hamas in Israel und aktuell in Australien, auch die Angriffskriege Russlands gegen die Ukraine, die Schwächung und der Umbau des Rechtsstaates und der Gewaltenteilung in den USA durch Trumps MAGA-Konzept, sowie die temporären Dealer-Clan-Strukturen auf Seiten von China,  USA und Russland zu benennen.

Wer nimmt Radikalität wie selbstverständlich in Anspruch? Die oben beschriebene und konstruierte Machtausübung mit der Zuspitzung der Konzentration von Macht in einer Person oder einer Gruppe findet nicht nur in Religionen, sondern auch in der Politik, in Staatsformen und Wirtschaftssystemen statt. 

Durch wen wird Radikalität praktiziert? Für aktuelle und exemplarische Beispiele stehen Trump und seine Kumpanen der Partei der Republikaner in den USA ebenso wie Putin mit seiner Entourage in Russland, Erdogan in der Türkei und nicht zuletzt alle Nationen, in denen Rechtsradikalismus und gewalttätiger Terror Menschen unterdrücken und demokratische Strukturen verhindern oder die Abschaffung vorhandener, aber schwacher Demokratien praktizieren.

Doch sind eventuell auch subtilere Formen von Radikalität im Alltag vorhanden, die genauso menschenfeindlich und destruktiv wirken, wie die oben genannten Terror-Beispiele?

Wenn Radikalität praktiziert wird, sind dann diese Menschen auch radikal im Wesen und Denken?

Wie sind politische Positionen hinsichtlich einer Radikalität zu werten, die aufgrund ihrer Gesinnung und Klientelorientierung neue Schwerpunkte setzen und  zu neuen Gesetzen kommen, wenn diese – wie bei den Themen „Rentenreform“ oder „Bürgergeld-Absetzung“ oder Ablehnung einer „Erbschaftsreform und Vermögenssteuereinführung“ – klar privilegierte Gesellschaftsschichten bevorteilen und die von Armut bedrohten Gesellschaftsteile ignorieren respektive benachteiligen? Sind nicht diese alltäglichen Veränderungen mit verheerender Auswirkung auch eine – wenn auch in eher verbrämten Form – praktizierte destruktive Radikalität?

Wann ist eine Handlung radikal? Im weiteren Umfeld entfernter Bekannten wurde letztlich ein Familienvater beerdigt. Er arbeitete in der Kranken- und Altenpflege. Er hinterließ seine Frau und die gemeinsamen Kinder im Alter von fünf und sechs Jahren. Zur Patchwork-Familie gehören noch zwei Jugendliche im Alter von 17 Jahren. Jeweils ein Junge von Vater und Mutter aus einer vorherigen Verbindung mit in die Familie gebracht. Der in der Pflege tätige Ehemann und Vater hatte sein Leben Anfang des Monats durch Selbstmord beendet. 

Ist Selbsttötung nicht eine besonders tragische und zugleich feige Radikalität nicht nur sich selber gegenüber, sondern vor allem gegenüber den zurückgelassenen Kindern und Familienmitgliedern? Welche Gefühle haben ihn dazu getrieben? War es Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Egoismus und Feigheit, Ausweglosigkeit? Wo wurde und wer hat die Selbst- und Fremdgefährdung nicht erkannt? Vielleicht verschwiegen, weggeschaut, verdrängt?

Wie wird Radikalität von der Wissenschaft beschrieben? Welchen Stellenwert hat sie auf der Empfindungsskala? Wo wird Radikalität in der moralisch-ethischen Wertung verortet? Wann wird sie als reizvoll empfunden und als Bindeglied oder Lückenschließung zwischen Theorie und Praxis deklariert?

Diesem thematisch weiten Feld widmet sich die Autorin Mirjam Schaub in ihrem zweibändigen Werk.

Band1: „Radikalität und der Riss zwischen Theorie und Praxis.   Eine unerhörte Kulturphilosophie. Antiker Aktivismus, frühchristliche Militanz, venezianischer Maskengebrauch (399 v. Chr. – 1797 n. Chr.)

Band2:  Radikalität und der Mut zum Gebrauch des eigenen Lebens. Eine unheimliche Populärkultur. Auto-Ikonifizierung, Spaßguerilla, Sitzperformances, Krypto-Kunst. 1832-heute.“

So lautet der Einführungstext zum ersten des zweibändigen Werkes der Professorin Dr. Mirjam Schaub:

  1. Schillernd und fremd, lässt sich Radikalität zu allen Zeiten und in allen Kulturen mit ihrem Hang zum Unbedingten beobachten. Fast immer wirkt sie anstößig und beschämend, wenn auch in Philosophie und Kunst seltener als in Religion, Politik, Gesellschaft. Attraktiv bleibt sie, weil sie etwas Essentielles verspricht: die Schließung des mitunter feinen Risses zwischen Theorie und Praxis, als Versprechen der eigenen Unerpressbarkeit.

Diesem Riss und seinen unerhörten Auswirkungen geht der erste Band von Mirjam Schaubs großem kulturphilosophischem Entwurf nach. Das Buch entführt in die griechische Antike, als ein Theoretiker noch ein fahrender Kulturbotschafter im Mittelmeerraum und eben kein Philosoph ist. Es fragt nach dem Selbstmord des Sokrates und warum dessen Radikalität zugleich eine Wunde schlägt, die Aristoteles meint heilen zu müssen. Um Nachahmung zu unterbinden und zugleich der Philosophie eine Zukunft zu eröffnen, erfindet Aristoteles die Theorie-Praxis-Lücke, indem er Idee und Tat ein Stück weit auseinanderrückt. Diogenes von Sinope aber rebelliert mit drastischen Mitteln gegen diesen heilsamen Schachzug. Er stiftet soziale Unruhe, sorgt für helle Empörung, indem er hedonistische wie asketische Praktiken in aller Öffentlichkeit propagiert. …

Und zum zweiten Band:

  1. Der zweite Band von Mirjam Schaubs großer kulturphilosophischer Untersuchung bricht mit der Vorstellung, Populärkultur und Radikalität seien Gegensätze. Spätestens mit Jeremy Benthams ›Auto-Icon‹ (1832), dem humanoiden Artefakt, das bis heute im University College of London sitzt, später bei Max Stirner, der Bewegung um 1968 und bei Marina Abramović verbinden sich Radikalität und Populärkultur und stiften eine radikal neue Form von Egalität.

….

Das Buch verfolgt den unbedingten Selbstgebrauch in Politik, Kunst und Populärkultur von der Stadtguerilla über radikale Kunstprojekte bis hin zu NFTs, Hackern wie dem Anonymous-Kollektiv und den Aktivistinnen und Aktivisten der »Letzten Generation«. …

Radikalität erweist sich in der künstlichen Herstellung von Gleichheit unter Ungleichen – ungleich an Talenten, Chancen, Mitteln – als wirksames soziales Korrektiv.

So manche Antworten auf die vielfältigen Fragen sind in den beiden Bänden zu finden!

15. Dezember 2025
von JvHS
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Geschichte beschränkt sich nicht darauf, mal eben an einen Flug zum Mond und zurück zu erinnern!

Geschichte anzunehmen und die Bedeutung für das eigene Leben wie für die Stimmung in der Gesellschaft zu verstehen, lässt sich nur positiv gestalten, wenn Ereignisse ethisch und verantwortungsbewusst eingeordnet werden können! Und welches Verhalten  bestimmte Vorgänge ermöglichen (Krieg oder Frieden, Menschenfreundlichkeit oder Menschenfeindlichkeit, Solidarität/Zusammenhalt oder Egoismus).

Welche Ursprünge (wie und wodurch entstanden Taten, z.B. andere Mitmenschen zu töten, nur weil sie einer bestimmten Religion angehören; welche Ursachen bewirken den Hass und die Menschenfeindlichkeit, um in Not geratene Menschen die Hilfe zu verweigern?) und Elemente (Merkmale, an denen Unterdrückung und Ausbeutung erkannt werden können.) bedingen die Zerstörung einer Staatsform wie die Demokratie und das Ziel von Menschen, diese durch eine Diktatur zu ersetzen? 

Welche Haltung und Gesinnung (welches Denken und Handeln) führen zum Aufbau eines Systems der Unfreiheit für die meisten Menschen? Wer verteidigt mit welchen Mitteln die Demokratie und ihre Säulen der Freiheit, Gleichheit und des Rechtsstaates? 

Geschichte nutzen zu können, bedeutet, erkennen zu können, wann und durch wen eine Haltung (Denken und Handeln) zu Freiheit oder Unfreiheit, zum respektvollen Umgang miteinander oder zur Unterdrückung vieler durch wenige führen! Geschichte spiegelt sich wieder in nachprüfbaren Fakten, Informationen von Zeitzeugen (z.B. von Überlebende des Holocaust) und in der Aufklärung von Kriegsverbrechen, weil zwischen Fakten und Meinungen/Propaganda/Behauptungen  unterschieden werden kann! 

Befreiung KZ Auschwitz vor 80 Jahren

Meinungen sind keine Fakten! Redefreiheit enthält keine Berechtigung zum Lügen und zur Verbreitung von Behauptungen! TikTok ist kein Wahrheitsportal, noch beruhen die dort verbreiteten Inhalte auf korrekten Recherchen. Influencer sind keine Journalisten, die Sachlichkeit und Nachprüfbarkeit der Neutralität für ihre Informationen zugrunde legen! 

Ergänzung und Vertiefung 

Demokratie und Journalismus – Hambacher Schloss (Demokratie Forum)

Der einführende Text des SWR-Beitrags vom 29.10.2025 lautet wie folgt:

 „… besonders brisant ist der Aufstieg antidemokratischer, rechtsextremer und rassistischer Bewegungen. Wie soll der Journalismus damit umgehen? Wie können Medien informieren, aufklären und einordnen, ohne diesen Kräften eine Bühne zu bieten? Michel Friedman diskutiert zum Thema „Demokratie und Journalismus -Verantwortung in Zeiten des Wandels“ beim SWR Demokratieforum auf dem Hambacher Schloss mit Anette Dowideit, Chefredakteurin des Medienhauses Correctiv, Peter Müller, ehemaliger Verfassungsrichter und früherer Ministerpräsident des Saarlandes, und Carsten Knop, Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.“

Haltung gegenüber den Feinden der offenen Gesellschaft ist in Zeiten des Angriffs auf die Demokratie eine Verantwortung, der sich niemand entziehen kann und sollte, egal ob jung oder alt, Jugendlicher oder Erwachsener. Haltung entsteht als Ergebnis aus eigener Verantwortungsübernahme für die Unterstützung der Demokratie als Staatsform und Gesellschaftsvertrag mit der Konsequenz, zu prüfen, wer die Freiheit bewahren will oder wer Mittäter wird bei der Zerstörung der Demokratie.

Recht und Unrecht zu unterscheiden, das können auch schon Vorschulkinder. Wer ungerecht behandelt wird, ob in der Familie, im Freundeskreis, in der Schule oder auf der Arbeitsstelle als Auszubildender, Arbeiter oder Angestellter, das wissen sowohl die Benachteiligten wie auch diejenigen, die sich als Täter, Mitläufer oder als schweigende Mehrheit daran beteiligen.  

Jeder dürfte in der Lage sein, darüber nachzudenken und beurteilen zu können, dass Gewalt gegen Menschen aufgrund von Hass und Lügen inakzeptabel ist, auch weil niemand akzeptieren würde, wenn er selber gefoltert würde oder gar vom Tod bedroht wird. Also ist jede Aufforderung von Anstiftern, mitzumachen und solche Taten auszuführen, abzulehnen und Unrecht zu vermeiden.

Das Nein-Sagen und Kritik zu üben in solchen Fällen ist gutes Recht und die Pflicht, auch wenn es in Familie, im Freundeskreis oder Verein sowie in Schule und Ausbildung und letztlich in Parteien ein moralisch verwerfliches, unerlaubtes, strafrechtlich relevantes Handeln ersichtlich wird.

Und es dürfte jedem Nutzer – jung oder alt, Kind, Jugendlicher oder Erwachsener – klar sein, dass die Sozialen-Medien (TikTok, WhatsApp, Instagram, Twitter/X etc.) aufgrund ihrer Algorithmen, die manipulativ agieren und nur Stimmungs- und Meinungsverbreitung sind, somit als Informationsquelle ohne Überprüfung der Inhalte kaum geeignet sein, um als sachgerechte und faktenorientierte Wissensvermittlung dienen zu können. Denn Meinungen sind keine Tatsachen!

Journalismus wurde einmal als „vierte Gewalt“ im Reigen der Gewaltenteilung (neben Legislative, Exekutive und Gerichtsbarkeit) verortet. Die korrektive Kraft des Journalismus – und insbesondere des Öffentlich-Rechtlichen-Rundfunks – hat durchaus Vertrauen verloren, nicht zuletzt weil die Einflussnahme von Politik und Lobbyismus – vor allem durch die Angriffe der rechtsextremistisch und antidemokratischen AfD auf diese Institution mit ihrer Flut von Anklagen und Anträgen  (siehe im Beitrag ab Minute 36:00!) die Glaubwürdigkeit der Fernsehanstalten unterhöhlt haben.  

Dass die Partei AfD sich orientiert an der Vorgehensweise Trumps in den USA, die Demokratie durch eine Autokratie zu ersetzen, ist belegbar. Die AfD bittet um Unterstützung bei Trump und den Republikanern, ihr bei der Schwächung der Demokratie in Deutschland zu helfen!  Damit machen sich nicht nur die AfD-Parteimitglieder und ihre Abgeordneten schuldig, sondern ebenso auch die Wähler dieser Partei. Wo bleiben sowohl der Journalismus mit aufklärender Berichterstattung, wie auch die Staatsanwaltschaften mit ihrer Strafverfolgung und die Politik mit ihrem Verbotsantrag für diese Partei, die damit berechtigten Zweifel belegen könnte, ob die AfD noch auf dem Boden des Grundgesetzes sich befindet.

Die von Michel Friedman moderierte Runde debattiert gewinnbringend über die Handlungsmöglichkeiten bei der Verteidigung der Demokratie und im Bereich der im Text genannten Themen.  

Version vom 15.12.2025 / 18:00 Uhr  

Friedensmotive: Friedenssicherung – im vorhinein und gleichwertige Verpflichtungen zur Beendigung von Kriegen

 

Ästhetik der Bedrohlichkeit

Die AfD entlarvt sich selber – Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (F.A.S.) lüftet die Doppelmoral der AfD

Neuschnee und die Spuren in der Zeit – Interview-Inhalte 1964 Gaus und Arendt – 2025 Weidel und Musk

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