Demokratie zu leben setzt voraus, dass diese Fähigkeit gelernt und praktisch eingeübt werden kann. Das geschieht (oder auch nicht!) in den Familien, in der Vorschule und den Schulen (jeweils altersgemäß), in den Vereinen und im Freundeskreis.
Und erst die gesamte Bandbreite der praktischen Umsetzung und die Möglichkeit, Erfahrungen zu machen und zu sammeln – dazu gehören: Streitgespräche führen zu können, Argumente auszutauschen, dem anderen zuhören zu können, die Argumente gegeneinander abzuwägen, Kompromisse schließen zu können, die keinen als alleinigen Sieger oder Verlierer ergeben oder zurücklassen, Konflikte lösen zu können, ohne in das Drama-Dreieck der wechselnden Rollen als Täter, Opfer oder Helfer zu verfallen und sich aus diese Spirale nicht mehr befreien zu können – damit ein konstruktiver Umgang miteinander auf der Basis der Grund- und Menschenrechte die Fähigkeit und Bereitschaft ergeben, damit Demokratie respektvoll gelebt werden kann in der Gesellschaft!
Quelle: Bertelsmann-Studie „Demokratisierung des Lernens in der Schule
Eine Studie der Bertelsmann Stiftung hat unter dem Titel „Demokratisierung des Lernens in Schule“ den Schulen und Schülern gewidmet. Schule als Ort, an dem alle Kinder und Jugendliche einen Großteil der Zeit und des Lebens im Alter zwischen 6 und 18 Jahren verbringen! Und einer der Orte, um das Wesen von Demokratie praktisch zu erfahren.
Ob und in welcher Form Demokratiebildung in den Schulen erfolgt, um das Ziel: „demokratiefördernde Denk- und Verhaltensweisen zu erlernen“ zu erreichen, dem widmet sich die Studie insbesondere durch eine bundesweite Online-Befragung von Schülern im Alter zwischen 12 und 16 Jahren.
„An der deutschlandweiten Online-Befragung haben 1044 Schüler:innen im Alter zwischen 12 und 16 Jahren teilgenommen. Sie liefert detaillierte Ergebnisse dazu, in welchem Maße Schüler:innen der Sekundarstufe I Mitbestimmung in ihrem Unterricht erleben.“ – Quelle und Download-Link: Demokratisierung des Lernens in Schule
So schreiben Journalisten des unabhängigen Online-Reporter-Teams „Krautreporter“ zur Studie:
„Die wichtigsten drei Felder sind aus meiner Sicht 1.) die Mitbestimmung im Unterricht, 2.) die Möglichkeit der Schüler:innen, den Unterricht zu bewerten und 3.) ob die Schüler:innen das Gefühl haben, dass ihre Sicht in der Schule überhaupt eine Rolle spielt“. (Quelle: Krautreporter)
Die Studie ist aufklärend und aufschlussreich hinsichtlich der Themas: Demokratie leben und wissen, wie sie praktiziert werden kann.
Aber auch zu wissen, wer sie nicht praktiziert und sogar anti-demokratische Ziele verfolgt: AfD und ihre Jugendorganisation!
Was seit Jahrhunderten immer wieder den Menschen psychisch und körperlich eingebläut wurde, lässt sich nicht so schnell in nachfolgenden Generationen verändern. Denn das Prinzip von „Befehl und Gehorsam“, „voreiligen Urteilen“, „Sündenbock und Schuldzuweisung“, „Denunziation“, „Massenhysterie“, „Führerwahn“, „Meinungsunfreiheit“ nach dem Motto „der Feind ist der, der nicht meiner Meinung ist“ sowie „bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt!“ erscheint – allem Anschein nach – genetisch verankert zu sein.
Das Denken und Handeln nach diesen Mustern macht sich bei immer mehr Menschen wieder bemerkbar. Und in den Wellenbewegungen der geschichtlichen Ungleichzeitigkeit tauchen die alten Verhaltensmuster aus den Tiefen der Wirkmacht der destruktiven Vorbilder wieder auf.
Wenn Typen wie Trump, Putin, Erdogan, Orban und die vielen religiösen, politischen oder wirtschaftlichen Fundamentalisten und Anhänger des Weltbildes der autoritären Ordnungsgestaltung die demokratischen Strukturen zerstören, dann haben diese Despoten die massenhafte Unterstützung und Bereitschaft zur Gewalt, welche ihnen ihr menschenverachtendes Handeln ermöglicht. Diese Gemengelage triggert dabei die weiteren destruktiven charakterbedingten Verhalten von Gier, Aneignung, Vorteilsannahmen, Korruption, Skrupellosigkeit, Gewalt und Menschenfeindlichkeit zum Zwecke des eigenen Vorteils.
Worauf schon Josef Goebbels setzte – „wenn die Massen in ihrer manipulierbaren Unvernunft gewonnen werden, dann folgt die Intelligenz von allein“ – praktiziert Trump mit seiner „MAGA-Kampagne“ und nach der Wiederwahl folgten die selbsternannten „Eliten“ der Meinungsmacher und Unternehmer (Zuckerberg; Jeff Bezos; Elon Musk u.a.!).
Statt in konzertierter Form mit den Einrichtungen der Gewaltenteilung (von FBI, Nationalgarde, Militär, Heimatschutz, Gerichtsbarkeit) für die rechtzeitige Entfernung des Egomanen und seiner Helferlein zu sorgen, drängelten sie sich um einen Sitz auf Trumps Schoß und reihten sich in die Warteschlange ein.
Diese Vorgehensweise nachzuahmen, beschlossen zudem viele Regierungschefs und -mitglieder anderer Länder – die in Deutschland. Der Dominoeffekt des Umfallens in Politik und Wirtschaft beschleunigte sich vor allem auch deshalb, weil die innere Atmosphäre auch in Deutschland von einem Rechtsruck hin zur Akzeptanz des Rechtsextremismus geprägt ist. Die alten „Todsünden“ gesellschaftlicher Spaltung fanden Tür und Tor weit geöffnet vor, weil das Augenmerk neoliberaler Politikanhänger zugleich die Reichtums sichernde Klientelbevorzugung praktizierte zum Schaden von Solidarität, Gerechtigkeit, Gleichberechtigung, Gemeinwohl- und Daseinsfürsorge-Verpflichtung des Staates.
Arrogante, anachronistische Herrenzimmer-Weltsicht verinnerlichende und berechnende Söldnertypen á la Spahn, Linnemann, Amthor (alle CDU) und die Burschenschaft affine Netzwerke der rechtskonservativen Abgeordneten verbreiten soziale Kälte mit ihren Konzepten der Sanktionen (Bürgergeld), der Überwachung (Staatstrojaner), der Ausgrenzung, Beschädigung der Meinungsvielfalt (Einflussnahme auf Pressefreiheit) und der Verhinderung von Positionsbesetzungen in der Gerichtsbarkeit (Verfassungsgericht) mit der Wirkung, dass die anti-demokratische Partei AfD weitere Zustimmung erhält.
Die schleichende Zerstörung demokratischer Strukturen hat auch Deutschland längst begonnen. Anstelle des gegenseitigen Zuhörens, der Stärkung gemeinsam erarbeiteter Vereinbarungen, wird der Wettbewerb des „Indoktrinierens“ gestartet.
Mit jedem Politikwechsel kommt die Arroganz und Unfähigkeit wieder ins Spiel: Nicht die vorhandenen Projekte fortzusetzen, zu ergänzen und zu realisieren. Nein, es wird das „Rad“ in den Sachfeldern von Sozialem, Bildung, Forschung und Infrastruktur wieder neu erfunden. Das Potenzial der bisherigen eingesetzten Finanzen und Ergebnisse wird in den Papierkorb geworfen und auf den Abfallhaufen entsorgt. Die Postenbesetzung wird durch die Kriterien: „Loyalität, Belohnung, Gesinnungsgenosse, Proporz oder bester Freund“ bewerkstelligt. Die Kriterien: „Sach- und Fachkenntnisse, integer der Demokratie und Verfassung gegenüber, Persönlichkeit mit menschenfreundlicher Integrationsfähigkeit gegenüber Mitarbeiter, politischem Wettbewerber und Bürgern, widerstandsfähig gegen über lobbymanipulierender Beeinflussung“ werden eher vernachlässigt.
Der Beginn zu einer Verteidigung der Demokratie und des Grundgesetztes liegt darin, die AfD nicht zu unterstützten!
Den rechtskonservativen Parteiteilen in der CDU/CSU eine Absage zu erteilen!
Gespräche in den Familien über destruktives Verhalten bei sich und den anderen nachzuspüren
Unterstützung für Einrichtungen zu beschließen (Tafel, Paritätischer Wohlstandsverein u.a.)
2. Oktober 2025
von JvHS Kommentare deaktiviert für Ungleichgewicht – staatliche Förderung der Wirtschaftslobby versus Entzug der Gemeinnützigkeit demokratischer NGOs
Statt zivilgesellschaftliches Engagement zur Stärkung der Demokratie zu fördern, wird dieses Engagement von politischen Kräften geschwächt, insbesondere dadurch, dass Gemeinnützigkeit bezweifelt und aberkannt wird, wenn die Arbeit von NGOs und ihre Kritik an staatlichen Entscheidungen nicht auf die gewünschte Gesinnung und Ziele rechtskonservativer Kreise beruht.
Der Mahnung Karl Poppers folgend
„Denn es gibt keine Freiheit, wenn sie nicht vom Staat geschützt wird; und umgekehrt: nur ein Staat, der von freien Bürgern überwacht wird, kann diesen überhaupt ein vernünftiges Ausmaß an Sicherheit gewähren.“ – Karl Popper
praktizieren die demokratisch-rechtsstaatlichen Zivilgesellschaften die Sicherung von Transparenz und Aufklärung!
Der Entzug der Gemeinnützigkeit destabilisiert die Finanzierung von zivilgesellschaftlichen Vereinen, die sich den Fehlentwicklungen von Parteien und Netzwerken und deren Auswirkungen auf die Demokratie widmen.
Beispiele dafür sind nicht selten bei selber schon auffällig gewordene Skandalverursacher auf Seiten der CDU/CSU zu finden. [Jens Spahn-Masken-Skandal; Phillip Amthor mit der Augustus Intelligence–Affäre (CDU), Andreas Scheuer/Alexander Dobrindt (CSU) – Mautskandal]. Genau diese Personen greifen verschiedene Zivilgesellschaften an, deren Aufklärungs-Arbeit die Fehlverhalten der genannten Politiker ans Licht gebracht haben!
Version vom 03.10.2025 09.55 Uhr (Korrektur Titel)
1. Oktober 2025
von JvHS Kommentare deaktiviert für Zum ewigen Frieden – Immanuel Kant benennt Staatsbürgerrecht, Völkerrecht und Menschenrechte als Voraussetzung
Der Inhalt des Blogtextes beschäftigt sich im Wesentlichen mit Kants Entwurf zur Erreichung eines dauerhaften Friedens und die dafür notwendigen Bedingungen.
Was Kant von Trump unterscheidet, wenn die Worte „ewiger Friede“ bemüht werden.
Beim Philosophen Kant enthält der Titel seines Werkes „Zum ewigen Frieden“ schon der Hinweis, dass er die Rahmen-Bedingungen benennt, die auf den Weg zum „Frieden“ notwendig sind und Berücksichtigung finden müssen. Dazu gehören die Anerkennung des Staatsbürgerrechts,des Völkerrechts und der Menschenrechte.
„Das Recht der Menschen muß heilig gehalten werden, der herrschenden Gewalt mag es auch noch so große Aufopferung kosten.“ (Kant)
In Kants Philosophie führt die Vernunft als Handlungsgrundlage zur Matrix des kategorischen Imperativs.
„Politik könne sich ohne Moral also gar nicht entwickeln.“ (Kant)
„Der Begriff des Rechts sei für den Menschen sowohl privat als auch öffentlich bedeutsam. Kant wirft die rhetorische Frage auf, was höher stehen solle: der Zweck (als moralische Gesinnung) oder die Freiheit (Handle so, dass du wollen kannst, deine Maxime solle ein allgemeines Gesetz werden …)? Letzteres (die Freiheit) müsse vorangehen, schließt Kant, da es eine unbedingte Notwendigkeit für das Rechtsprinzip sei. Wie genau man aber zum ewigen Frieden gelange, sei ungewiss. Je weniger Menschen den ewigen Frieden als Zweck verfolgten, desto näher seien sie ihm. Das liege am gemeinsamen Willen, eine rechtlich verfasste Gesellschaft zu schaffen. Gesetze würden nicht dazu erlassen, Wohlstand oder Glückseligkeit zu schaffen, sondern um das Recht auf Freiheit und Gleichheit eines jeden zu wahren. Politik könne sich ohne Moral also gar nicht entwickeln.“ (Quelle: Wikipedia)
Auch in seiner Schrift „Der ewige Frieden“ denkt Kant auf der Basis seiner drei großen Kritiken zur „Reinen Vernunft, Praktischen Vernunft“ und zur „Urteilskraft“, und proklamiert in der Art eines kategorischen Imperativs dieses „Sollen wollen, was wir wollen sollen“. Politik wird dabei von der praktischen Philosophie in die Pflicht genommen.
Wer an den Umbau der US-amerikanischen Demokratie zur despotischen Autokratie unter Trump denkt, wird den Gedanken an die „Doppelmoral“ von Trump und seiner Entourage nicht vermeiden können. Die Arroganz der Macht und die damit verbundene Zwiespältigkeit des Egomanen Trump lässt mehr als Zweifel an der Seriosität des Friedens aufkommen.
Die Forderung Trumps nach „ewigem Frieden“ für den Konflikt Israels mit den Terroristen (Hamas) innerhalb der Palästinensischen Bevölkerung im Gaza-Streifen klingt wie die Nutzung des von Kant eingebrachten Titels für seine eigenen Zwecke: Den Friedens-Nobelpreis erhalten zu können.
Trump benennt einen 20-Punkt-Plan, der vor allem innerhalb von 72 Stunden „anzunehmen“ sei. So betont er auch in seinem (?) 20-Punkte Plan, dass der geplante „Friedensrat“ von ihm (Trump) geleitet werden soll! Die Kosten für die Sicherung des Waffenstillstands und die Durchführung der Maßnahmen auf den Weg zum Frieden zwischen den verfeindeten Parteien sollen die Nachbarstaaten übernehmen. Ebenso für die Internationale Stabilisierungstruppe (ISF). Erkennbar wird – wie auch bei der Abwehr von Russlands Ziele (Annektion der Ukraine respektive Zerstörung der Ukraine) -, dass Trump die Kosten für diese Maßnahmen auf andere Staaten verteilen will.
Dort, wo der Neuaufbau des Gaza-Streifens geplant wird (Wirtschaftlicher Masterplan), bei dem ein Expertengremium ein Investitions- und Aufbauprogramm nach Vorbildern erfolgreicher Städte im Nahen Osten entwickeln soll, wird damit zu rechnen sein, dass nicht für die arbeitende Bevölkerung und Palästinenser die „Sonderwirtschaftszone“ ein gelingendes Leben unterstützen wird, sondern Investmentgesellschaften neue Gewinnzonen für ihre Anlagepläne erhalten werden. Nicht die Moral des kategorischen Imperativs wird zur Geltung verholfen werden, sondern der Neoliberalismus erhält neue Ausdehnungsfelder.
Dabei wird klar, dass beim GröDaZ (Größter Dealer aller Zeiten) allem Anschein nach nicht einmal den Hauch eines Verdachts nahegebracht werden kann, ein Intellektueller – wenn auch ein nur ein zwergenhafter – sein zu können, der den Weg zum Frieden zwischen Israel und den Palästinenser nicht alsMittel für seine Zwecke nutzen wird.
Im Übrigen dürfte den meisten Menschen außerhalb der „MAGA-Gesellschaft“ klar sein, dass Trumps Vorhaben, ein „Friedensengel“ zu sein, nicht von seinem bisherigen Verhalten der „was kümmert mich mein Geschwätz von gestern“ – Attitüde und seinen Willkür-Tiraden frei zu sein! Klappt sein Plan – trotz der Erpressungs-Elemente als Druckmittel – nicht, dann wird schnell aus dem „Friedensengel“ ein „Racheengel“.
29. September 2025
von JvHS Kommentare deaktiviert für Nonkonformismus als konstruktives Mittel zur Stärkung der Demokratie und zur Abwehr der Antidemokraten
Zeitungsmuseum Aachen – Pressekodex/ the press codex
Ja-Nicker und Nein-Sager
„Nein“ zu sagen im Sinne von Widerspruch respektive Einspruch bedeutet, lebendige Demokratie zu praktizieren. Widerspruch und Einspruch sind immer begründet und basieren auf Argumente und Fakten. Wer den Einspruch wagt, handelt dann positiv, wenn seine Einwände konstruktiv, mitmenschlich und frei von ausgrenzenden, verfolgenden, unterdrückenden, rachsüchtigen und übervorteilenden Absichten sind. Ein Einspruch erfolgt dann zu recht, wenn despotische Ziele, verfassungsignorierende und die Gewaltenteilung umgehende Absichten erkennbar sind.
Mitläuferpositionen verwandeln ihre Ablehnung – aufgrund der Übernahme von Papageien-Nach-Geplappere der gesellschaftlichen Brandstifter – in die Bekämpfung der Einspruch-Akteure und ihrer berechtigten Kritik. Sie nutzen Unterdrückung, Hass und Gewalt als Mittel der Zielerreichung. Mitläufer praktizieren damit lediglich blindes und gedankenloses Befolgen.
Das aber ist das Gegenteil von Nonkonformismus im Sinne von selbstbestimmten Denken und Handeln. Auch weil Machtinhaber den Diskurs ablehnen, sowie die Absicht realisieren wollen, nicht die beste Lösung für Probleme finden zu wollen, sondern lediglich ihre Ideologie durchsetzen zu wollen. Das selbst- und fremdtäuschende „Verhalten“ gibt vor, über den Rand schauen zu können! Real wird allerdings die Zerstörung der Demokratie – mit ihrer Essenz von Freiheit, Gleichheit und Solidarität – zum „Endziel“ der „ selbsternannten Patrioten“ erklärt wird.
Stromschwimmen bei den Rechtsextremisten/Faschisten als zeitgeistige Verantwortungslosigkeit
Mit dem Strom der Rechtsextremisten und Faschisten zu schwimmen, ist aktuell „en Vogue“! Es vermittelt ein verqueres Gefühl von Macht, real aber liefern diese Menschen sich einer manipulierten und von Despoten gelenkten Masse aus. Das Selbstdenken wird vermisst. Die Übernahme des Vor- und Fremd-Gedachten wird zur „Normalität“ und erfolgt bald nur noch als Reflex – suchtmäßig durch die Flut der TikTok, WhatsApp und Co. -Info-Häppchen gebraucht. Das „Schubladen-Denken“ als vereinfachende Ordnungskategorie hat dann wieder Konjunktur. Darin passen aber nur die „Ergebnisse“ von Vorurteile, Ressentiments und Hetze, die ohne Reflexion produziert werden und schablonenhaft dem Anderen übergestülpt werden. Die Eindimensionalität hält wieder Einzug im Umgang mit den „Neinsagern“. Nur die Vorstellungen der Machtinhaber werden durchgesetzt.
Entscheidungsfähigkeit im Spannungsfeld von Subjektivität und Objektivität
Ausstellung-Exponat zur Kunsttour in Aachen vom 27.09. – 28.09.2025 (Aula Carolina)
Unsere Entscheidungen werden oft im Spannungsfeld von Subjektivität und Objektivität hin- und hergerissen, und nicht selten wird die Entscheidung vertagt. Das Resultat ist Schweigen, nichts tun und Handlungen geschehen lassen, mit den schrecklichsten Folgen für alle.
Was ist der Sinn des Lebens? Welches Verhalten ist gültig für alle Menschen, dass dazu führt, um ein Leben in Freiheit und selbst bestimmt zu ermöglichen?
Das Prinzip des „Kopf in den Sand stecken“ verhilft allerdings denen, die nur eines verfolgen: alles auszunutzen, um die eigenen Vorteile zu erreichen – egal ob durch kriminelle, korrupte oder gewaltbereite Mitteln. Die subjektiven Ziele und die dafür erfolgreichsten Handlungen stehen als einziges Interesse im Mittelpunkt. Das gilt für Unternehmen, wie für die Politik und ebenso für organisiertes Verbrechen gleichermaßen. Wenn der Sinn des Lebens nur darin besteht, dann werden alle Menschen verlieren. Denn die wachsende Verwahrlosigkeit im Bereich der ethisch-moralischen Grundlagen ist eine der Ursachen dafür, dass Empathie (Mitgefühl für den anderen Menschen, dem Gewalt und hasserfülltes oder gleichgültiges Unrecht angetan wird) sowie Verantwortung für eine gerechtere Welt in Freiheit verloren gehen.
Selbst – und Fremdtäuschungen erkennen
Zu klären bleibt auch, wie die subjektiven Perspektiven, wie die Welt erscheint, durch objektive Sicht auf die Welt korrigierbar respektive ergänzbar verbunden werden können? Anders formuliert: wie lassen sich Selbst- und Fremdtäuschungen erkennen und reduzieren, damit diese nicht über die Maßen wirksam werden? Dafür ist Informationsfreiheit einerseits notwendig. Sowie andererseits die Fähigkeit zu erhalten, Informationen unterscheiden zu können von Lügen und Manipulation.
Ausstellungs-Exponat zur Kunsttour in Aachen vom 27.09. – 28.09.2025 (Aula Carolina)
Staaten mit Machtinhabern – die die Informationsfreiheit einschränken, die Pressefreiheit untergräbt, Journalisten mit Orientierung am Pressecodex wegsperrt, die gesellschaftliche Opposition droht, unterdrückt und konsequent mundtot macht durch Diskriminierung und finanzielle Erpressung, die die Gewaltenteilung ignoriert und umgeht, dabei die Justiz mit Gesinnungstätern besetzt und die Verfassung missachtet – sind weltweit auf dem Weg in allen Teilen der Welt, diese der totalen Kontrolle und subjektiven Willkür zu unterwerfen. Als aktuellstes Beispiel steht dafür die USA unter Trump!
Der Abbau der Demokratie als Gewähr für ein Leben in Freiheit, Gerechtigkeit und Gemeinsamkeit ist „Öl ins Feuer der despotischen Staaten zu schütten“, die die USA als Bollwerk der Freiheit nicht mehr zu fürchten brauchen. Zugleich stellt die USA in ihrem aktuellen Zustand der Zerstörung der Demokratie eine Blaupause für die rechtsextremistischen Parteien á la AfD in der EU!
Alternative Informationsfreiheit
Vielleicht sind die satirisch-kabarettistischen Beiträge von Christoph Sieber und Tobias Mann eine unterhaltsamere Art der Einsprüche gegen den Abbau der Demokratie, als mein Blogbeitrag zum Tag der Informationsfreiheit am 28.09.2025.